Arbeiten an neuer Nordbrücke begonnen / Schwierige Zufahrt zur Mittelinsel

Bimssteinfund und ein nächster Deich da wo die neue Verdener Nordbrücke entstehen soll

Die großen bürokratischen Hürden sind genommen, die Aufträge komplett vergeben, jetzt liegt der nächste Berg vor den Bauarbeitern an der Verdener Nordbrücke.

Sieht einem nächsten Deich nicht unähnlich: der Erdwall auf der Hutberger Seite der neuen Nordbrücke.

Ein ganz neuer Deich auf der Hutberger Seite, ein Deich hinter dem Deich. Innerhalb weniger Tage nach dem Nordbrücken-Baustart am 1. November haben schwere Baugeräte die Landschaft vollständig neu modelliert. „Alles eine vorübergehende Erscheinung“, sagt Rick Graue aus der zuständigen Straßenbaubehörde in Verden. Die deichähnlichen Sandberge seien aus dem Erdmaterial aus dem Baufeld zusammengetragen. Wieder so ein besonderes Thema. Sie werden laut Bauvertrag vor Ort nochmals einer Probe unterzogen, um mögliche Belastungen der Böden in kleineren Chargen festzustellen. Das Erdreich, das den kritischen Augen der Prüfer standhält, kann dann dem Auffüllen der neuen Brückenzufahrt dienen. Graue: „Damit wäre die bestmögliche und nachhaltigste Wiederverwertung gewährleistet.“

Ein nächstes Problem am Ende der rund 500 Meter langen Neubrücke hat sich derweil in Luft aufgelöst. Im Planfeststellungsbeschluss der Kreisverwaltung war der Baubehörde ein behutsamer Umgang mit einer Deichanlage aus dem Mittelalter auferlegt. Der Erdwall werde auf Hutberger Seite unterhalb des jetzigen Deiches vermutet, hieß es. „Bei der Neubaumaßnahme bleibt dieser Bereich unverändert, sodass keine besonderen Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen“, sagt Graue.

Reste einer ehemaligen Bimssteinfabrik

Fündig wurden die Bauarbeiter aber dennoch. Beim Herrichten der Baustelleneinrichtungsfläche im Bereich der Ziegeleistraße spürten sie Reste einer ehemaligen Bimssteinfabrik auf. „Dabei handelte es sich um im Boden verbliebene Betonfundamente“, sagt Graue. „Sie konnten problemlos entfernt werden, sodass die Baustelleneinrichtungsfläche wie vorgesehen hergestellt wurde.“

Auch ein nächster noch offener bürokratischer Punkt ist geklärt. Bei der Vergabe eines der drei Großaufträge hatte einer der zunächst unterlegenen Bieter die Vergabekammer in Lüneburg angerufen. „Das Verfahren ist abgearbeitet“, sagt Graue, „wir haben jetzt die Arbeiten in den Fachlosen Erd- und Straßenbau, Brückenbau und Verkehrssicherung in Auftrag gegeben.“ Den größten Happen zog die Firma Spesa aus dem thüringischen Nordhausen an Land, sie gilt als Spezialist für Autobahn- und Eisenbahnbrücken, setzt Talsperrenwände instand und baut Tunnelanlagen.

Drei mächtige Betonpfeiler

Für das Unternehmen aus dem Harzvorland sind Anstiege kein Problem, für Verdener Flachlandverhältnisse vielleicht schon. Es geht um die drei mächtigen Betonpfeiler der neuen Brücke, die auf der Mittelinsel zwischen Aller und Alter Aller emporgezogen werden. Als nächstes soll eine Baustraße den Höhenunterschied zwischen B 215 (Klusdamm) und Mittelinsel überwinden. Wer schon mal mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf der Brücke unterwegs war, wird feststellen, sie liegt verdammt hoch. „In Wahrheit sind es allerdings nur 3,70 Meter Höhenunterschied“, sagt Graue. „Kein Problem.“

Von Heinrich Kracke

Auch zwischen Kreisel und Nordertor türmen sich die Sandberge inzwischen.
Immer neue Spezialfahrzeuge werden herangekarrt, hier für die Bohrungen.

Rubriklistenbild: © Vivien Schulz

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