Dem Geheimnis auf der Spur

Bibelseminar verknüpft alte Texte mit der Gegenwart

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In kleiner Runde wird intensiv über die Texte der Bibel diskutiert.

Verden - Für Martin Luther war es ein besonderes Anliegen, dass die Menschen die Bibel selbst lesen können und sich so ihr eigenes Urteil über deren Inhalt bilden. Ganz in dieser Tradition hat im Jahr des Reformationsjubiläums ein Bibelseminar begonnen.

Unter dem Titel „Die Bibel: Das Buch der Bücher – ein Buch mit sieben Siegeln“ hat Superintendentin Elke Schölper Interessierte im Kirchenkreis Verden eingeladen, sich über die Zeit von insgesamt zwei Jahren einmal im Monat zu treffen und die Geheimnisse des Alten und des Neuen Testamentes zu ergründen.

Teilnehmer finden Parallelen

„Der Einladung folgen jeden Monat etwa 30 Frauen und Männer und sind sogar bereit, sich mit Hausaufgaben auf den jeweils nächsten Abend vorzubereiten“, so Presseprecherin Kerstin Dierolf. Grund genug, dem Seminar einen Besuch abzustatten. An diesem Abend geht es um die Könige im Alten Testament und die Frage, wieso das Volk Israel überhaupt auf die Idee kam, sich einen König zu wählen. Und schon ist der Bogen gespannt zur heutigen Zeit. „Wenn man sich das genauer ansieht, dann sind viele Parallelen zur heutigen Politik zu finden“, gibt eine Teilnehmerin zu bedenken.

Dr. Irmgard Günther ist an verschiedenen Stellen ehrenamtlich in der Kirche engagiert. Für diese Bibelabende nimmt sie sogar den Weg von Fischerhude nach Verden in Kauf. „Mein bisheriges Bild von der Bibel wird zwar ziemlich auf den Kopf gestellt, aber ich hoffe, die Bibel bald tiefer zu verstehen“, erläutert sie ihre Motivation. 

Kein Buch mit sieben Siegeln

Dass die meisten Geschichten zwar eine tiefe innere Wahrheit besitzen, aber nicht in Wirklichkeit so geschehen sind, ist für manche der Teilnehmenden ernüchternd. „Die Figuren sind häufig von den Schreibern in bestimmten Konstellationen dargestellt, um die Beziehung von Menschen untereinander und die Beziehungen der Menschen zu Gott beispielhaft zu beschreiben. Das schmälert nicht ihre Bedeutung, sondern macht sie im Gegenteil zu archetypischen Bildern des Glaubens“, verdeutlicht die Kursleiterin Elke Schölper die Erkenntnisse des Abends. So wird beispielsweise der große König David nicht zufällig von Kindesbeinen an wie ein Held aufgebaut. 

Schließlich bezieht sich sogar das Neue Testament mit Jesus von Nazareth noch auf seinen Stammbaum. An den Tischen gibt es mehr als genug Stoff für die Diskussion, und mancher Gedanke sortiert sich im Austausch mit den anderen neu. Dabei spielt dann auch keine Rolle mehr, ob die Bibel ganz traditionell aus Papier auf dem Tisch liegt oder im Tablet abgespeichert ist. Die Kursmitglieder finden mittlerweile, dass die Bibel kein Buch mit sieben Siegeln bleiben muss und durchaus Bezüge zum heutigen Leben bis hinein in die Politik zu finden sind. Wer noch nachträglich in den Kurs einsteigen möchte, kann sich in der Superintendentur in Verden melden.

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