Bianca Nellen-Brand verabschiedet sich / Nachfolgerin Frauke Vehlow

Caritasstift Verden unter neuer Leitung

Drei Personen, ein Mann und zwei Frauen, lächeln freundlich in die Kamera.
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Leitungswechsel im Caritasstift: die scheidende Geschäftsführerin Bianca Nellen-Brand (M.) mit Propst Matthias Ziemens, Vorsitzender des Aufsichtsrates, und ihrer Nachfolgerin Frauke Vehlow.

Das Caritasstift in Verden hat eine neue Geschäftsführerin. Frauke Vehlow folgt auf Bianca Nellen-Brand, für die mit dem 1. Juli der Ruhestand begonnen hat. Die 66-Jährige hinterlässt ihrer Nachfolgerin ein gut bestelltes Haus. Und das bezieht sich nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit, sondern auch auf die Atmopshäre, die in der katholischen EInrichtung herrscht.

Verden – Zwölfeinhalb Jahre leitete Bianca Nellen-Brand das Caritasstift in Verden. Nun ist sie in den Ruhestand gegangen. Zeit für eine kurze Rückschau. Und dabei begleitet die 66-Jährige eine tiefe Dankbarkeit. „Das ist das Gefühl, das mich durch diesen Tag trägt“, sagte sie beim Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche anlässlich ihrer Verabschiedung.

„Ich durfte Baumeisterin und musste Controllerin sein, war Personal- und Qualitätsentwicklerin, Gestalterin und Beraterin, Gastgeberin, Sorgende für bedürftige Bewohnerinnen und Bewohner, Gesprächspartnerin für Angehörige, Mitarbeitende sowie Besucherinnen und Besucher“, fasst Bianca Nellen-Brand zusammen, was ihre Tätigkeit in den zurückliegenden Jahren ausmachte.

Ein vorsichtiger Weg durch die Pandemie

Nun übergebe sie ein zukunftsfähiges Haus, sagt sie und meint damit nicht allein die energetische Sanierung und die Modernisierung vieler Zimmer und Wohnbereiche. „Zukunftsfähig ist nicht nur wirtschaftlich zu sehen“, betont Bianca Nellen-Brand und lenkt den Blick auf das so wichtige soziale Miteinander im Stift, das selbst über die coronabedingte Abschottung nach außen fortgeführt werden konnte. „Wir haben einen vorsichtigen Weg gefunden, dass Bewohner in kleinen Gruppen immer zusammen sein konnten.“ So habe es keine Isolation gegeben.

Am 1. Januar 2009 trat die Wahl-Bremerin Nellen-Brand ihre Stelle in Verden an. Als Quereinsteigerin, wie sie mit Blick auf ihren beruflichen Werdegang sagt. Ausbildung zur Krankenschwester, dann das Nachholen des Abiturs, Studium der Sozialwissenschaften, Diplom im Alter von 41, zehn Jahre als selbstständige Unternehmensberaterin für Altenpflegeeinrichtungen und dann schließlich die Anstellung als Geschäftsführerin im Caritasstift: Es ist ein beeindruckender Lebenslauf, den Bianca Nellen-Brand vorweisen kann.

Dankbar für das Vertrauen

Dennoch sei sie in manchen Dingen unkundig gewesen, meint sie und ist dankbar, dass man ihr trotzdem die Leitung des etablierten Hauses anvertraut und ihr gerade am Anfang beratend zur Seite gestanden habe. Jetzt sagt sie: „Ich habe eine berufliche Heimat gefunden. Und eine tiefe persönliche Zufriedenheit in der Arbeit.“

Das mögen viele der rund 90 Mitarbeitenden ähnlich empfinden. Denn Bianca Nellen-Brand hinterlässt ihrer Nachfolgerin Frauke Vehlow nicht nur eine wirtschaftlich gesunde Einrichtung, sondern auch eine, der genügend Pflegekräfte und ausreichend Bewerber zur Verfügung stehen.

Eine Einrichtung von gutem Ruf

Die 66-Jährige führt dies auf den guten Ruf zurück, den das Caritasstift genieße. „Jeder hier ist im Tarif, von der Reinigungskraft bis hin zur Leitung“, berichtet sie. Die Dienstpläne seien verlässlich, alle Stellen ausreichend besetzt, Spitzen könnten kurzfristig aufgefangen werden. Und gebe es doch einmal Unzufriedenheiten, „dann gehen wir dem nach und versuchen, es zu lösen“.

„Ein tolles Team in allen Bereichen“, lobt sie die Mitarbeitenden in der Verwaltung, der Pflege und Betreuung, der Hauswirtschaft und der Hausmeisterei. Ihnen ist Bianca Nellen-Brand ebenso dankbar wie den Ehrenamtlichen, die den rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner des Caritasstiftes Gesellschaft leisten, sie bei Ausflügen unterstützen und die hauptamtlichen Fachkräfte entlasten.

Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, sie wirkt sich auch auf die im Stift lebenden Senioren aus. Auch deren Zufriedenheit, so Nellen-Brand, sei dem Vernehmen nach hoch. Frauke Vehlow, die über den Juni noch von ihrer Vorgängerin eingearbeitet wurde, nimmt dies ähnlich wahr. „Beim ersten Betreten des Hauses war schon eine sehr schöne Atmosphäre zu spüren“, beschreibt die 57-Jährige ihren ersten Eindruck vom Caritasstift. Über das, so fügt sie hinzu, habe sie schon im Vorfeld viel Positives gehört.

Nachfolgerin ist ebenfalls gelernte Krankenschwester

Frauke Vehlow hat, wie auch Bianca Nellen-Brand, einst den Beruf der Krankenschwester erlernt. In den zurückliegenden Jahren leitete die vierfache Mutter eine Pflegeeinrichtung in Osterholz-Scharmbeck. Der Wunsch nach beruflicher Veränderung und nach einem Arbeitsplatz näher am Wohnort Hassendorf (bei Hellwege) hätte sie bewogen, sich für die Leitung des Caritasstiftes zu bewerben, berichtet sie.

Dort hat sie nun eine große Lücke zu füllen, während ihre Vorgängerin künftig was tut? Hier hält es die kulturbegeisterte Bianca Nellen-Brand mit der Schriftstellerin Rahel Varnhagen: „Ich lasse das Leben auf mich regnen.“

Von Katrin Preuss

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