Umfrage in Verden zur aktuellen Diskussion um den „Tag der Arbeit“

Bezahlte Feiertage nachholen

Dagmar und Frido Michelsen.

Verden - Der „Tag der Arbeit“, der 1. Mai, fällt unglücklicherweise dieses Jahr auf den Sonntag. Dies führte zu Diskussionen unter Politikern, ob man den Feiertag nicht auf den folgenden Montag verlegen sollte. Länder wie die USA, Spanien, Großbritannien, Belgien und Griechenland haben es schon vor längerer Zeit vorgemacht. Die Partei der Linken ist der Meinung, dass Arbeitnehmer ihren bezahlten Feiertag bekommen sollen, andere Politiker lehnen das aber ab. Eine Umfrage in der Innenstadt zeigte gestern, dass auch in Verden die Meinungen auseinander gehen.

Sabine Zimmermann von den Linken sagt: „Es kann nicht sein, dass den Arbeitgebern regelmäßig zusätzliche Arbeitstage geschenkt werden, die eigentlich als bezahlte Feiertage den Beschäftigten zustehen.“ Die Antwort aus der CDU-Fraktion im Bundestag war schroff: „Ich halte das für Blödsinn“, hatte Michael Fuchs entgegnet. Die Deutschen hätten so viele Feiertage. „Wenn dann mal einer auf das Wochenende fällt, ist das bei durchschnittlich 30 Urlaubstagen im Jahr sicherlich zu verkraften.“

Angela Meyer .

Nele Hamelmann, Studentin aus Groß Hutbergen, stimmt ihm zu. Es gebe genug freie Tage im Jahr. „Es ist nicht notwendig, so viel Stress darum zu machen, nur weil ein Feiertag wegfällt. Man muss ja auch an die Wirtschaftslage der Unternehmen denken.“ Eine ähnliche Meinung hat Angela Meyer, Geschäftsführerin von „Leder Meyer“, aus Hilgermissen. „Nicht, dass ich es den Arbeitnehmern nicht gönne, aber ich finde diese Diskussion ist lächerlich. Oft fällt auch der Silvestertag auf ein Wochenende und der wird ebenfalls nicht nachgeholt,“ sagt Meyer. Dagmar und Frido Michelsen, Rentner aus Verden, sind jedoch dafür, dass der Maifeiertag verschoben wird. „Auch, wenn wir davon nichts haben, da wir schon in Rente sind, sind wir dafür, dass der Feiertag verschoben wird. Den freien Tag haben sich die Arbeitnehmer ja wohl verdient“, so das Ehepaar.

Auch Nathalie Malei, Abiturientin aus Luttum, sagt: „ Ich habe zuvor als Verwaltungsfachangestellte gearbeitet und es ist oft vorgekommen, dass bezahlte Feiertage auf das Wochenende fielen. Die bekommt man danach nicht mehr ersetzt. Daher finde ich, ist es eine gute Idee, den 1. Mai zu verschieben. Schließlich ist der Feiertag extra dafür eingeführt worden.“

Karin Steingrefer.

„Mir ist das ehrlich gesagt egal, da ich auch sonntags arbeite“, meint Karin Steingrefer, Einzelhandelskauffrau aus Bremen. „Krankenschwestern und viele andere arbeiten das ganze Jahr lang auch am Wochenende. Viel würde es nicht ändern.“ Shahvez Khan betrachtet das Thema aus der Sicht des Arbeitgebers und Arbeitnehmers. Der junge Unternehmer ist dafür, dass der Feiertag verschoben wird. Khan meint, dass nicht nur die Arbeitnehmer sich diesen freien Tag verdient hätten, sondern auch die Arbeitgeber, die als Selbstständige ständig unter Strom stehen. „Das Arbeiten in Deutschland ist sowieso schon fordernd und wird oft unterbezahlt. Gerade weil wir ein Sozialstaat sind und wir für alle mitarbeiten, müssen alle profitieren. Es ist wichtig, das Arbeitnehmer auch Zeit zum Erholen bekommen, damit sie motiviert zur Arbeit gehen.“ - as

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