Neues Kompetenzzentrum berät bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen

Im Bewusstsein: Hochwassergefahr

Hochwasserkompetenz – angesiedelt beim NLWKN in Verden. Foto: NLWKN

Verden - Von Erika Wennhold. Vom Hochwasser sind die Städte und Gemeinden an Aller und Weser lange verschont geblieben. Regenmangel macht zurzeit eher Sorgen. Dennoch sei die Gefahr immer da, sagt Wilfried Seemann, Leiter des neuen Hochwasserkompetenzzentrums (HWK), das beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Verden angesiedelt ist und vor Kurzem seine Arbeit aufgenommen hat.

Dabei geht es in erster Linie um Beratung. Seemann: „Die zuständigen Kommunen oder Gemeinden verfügen meist nicht über notwendige Kompetenzen oder einfach nicht die Zeit, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen.“ Dabei gehe es zum einen darum, die beste Maßnahme zu finden, aber auch die Förderrichtlinien des Landes Niedersachsen zu erläutern. Zuschüsse zu einer Baumaßnahme im Hochwasserschutz gebe es in Höhe von 70 beziehungsweise 80 Prozent. Allem voran gehe aber die Überlegung, welche Maßnahme die passende ist. Als Beispiel nennt Seemann den Flusslauf der Aller im Bereich Verden. Dort könne man mit Poldern nicht viel erreichen. Es fehle an Flächen, um eine Größe zu erreichen, die gute Effekte verspreche.

Zuständig ist das Zentrum für ganz Niedersachsen. Es kümmert sich allerdings nicht um akute Fälle, vielmehr geht es um den vorbeugenden Schutz. Fünf Mitarbeiter sind allein für die Beratung zuständig, weitere drei kümmern sich um die Umsetzung von Maßnahmen auf dem Gebiet des vorsorgenden Hochwasserschutzes.

Die Bündelung von Fachkompetenzen soll das Ziel haben, Hochwasserschutzmaßnahmen wirtschaftlicher und schneller umsetzen zu können. Dazu gehört auch die Beratung bei der Ermittlung der Förderfähigkeit von Projekten. So hat das Kompetenzzentrum zum Beispiel das Umweltministerium mitberaten, als es um die Bewilligung von Fördermitteln für Maßnahmen im Einzugsgebiet der oberen Leine, an Oker, Innerste und der Gebietskooperation Innerste ging. Insgesamt wurden dafür Mittel in Höhe von 27 Millionen Euro bewilligt.

Auch wenn zurzeit niemand Hochwasser befürchtet, eher den Regen herbeisehnt, können die Auswirkungen des Klimawandels jederzeit in Form von Starkregen sichtbar werden und für große Probleme sorgen, heißt es im neune Zentrum. „Um davor zu schützen, sollen Wege für einen regionsspezifischen und realisierbaren Hochwasserschutz aufgezeigt werden, der nachhaltig seine Wirkung entfalten kann“, fasst Wilfried Seemann zusammen. „Aller und Weser sind in den vergangenen Jahren verschont geblieben, aber im Jahr 2013 hätte es die Weser durchaus treffen können. Das Hochwasserbewusstsein verringert sich, wenn es keines gibt. Deshalb muss die Gefahr immer wieder in Erinnerung gerufen werden.“ Der Leiter des Kompetenzzentrums nennt in diesem Zusammenhang die sogenannte Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie. Die schreibe vor, dass Risikokarten, die über Hochwassergefahren Auskunft geben, alle sechs Jahre aktualisiert werden müssen.

Kontakt

Das Zentrum ist unter der Telefonnummer 04231/882333 zu erreichen.

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