Neuer Glasfiberstab eröffnet LAV-Schülern weitere Sportmöglichkeiten

40 Bewegungskomponenten in zwei Sekunden

Kajsa Gerkens und Paula Göttling (rechts) mit dem neuen Stab bei den ersten Trainingsversuchen in der Halle. - Foto: Jürgen Thiele

Verden - „Unverhofft kommt leider nicht oft!“, so hatte Thomas Gern eine Sitzung des Leichtathletikvereins (LAV) Verden vor knapp einem Jahr eröffnet. Er meinte damit eine überraschende Mitteilung der Kreissparkasse Verden: Darin wird dem Verein angekündigt, dass er eine finanzielle Zuwendung vom Reinertrag aus dem Bereich „sparen und gewinnen“ bekommt. Damit war die Diskussion über die mögliche Verwendung des Geldes eröffnet.

Die Debatte geriet dann allerdings recht kurz, weil alle Anwesenden sich einig waren: Der gespendete Betrag soll für die Jugendarbeit, und dort für die jüngeren Mitglieder verwendet werden. Das anzuschaffende Gerät war schnell gefunden: Ein Glasfiberstab zum Stabhochsprung für die Schüler und Schülerinnen. So etwas stand bislang nicht zur Verfügung.

Ein solcher Stab kostet etwa 400 Euro und wird nach Körpergewicht der Springer geliefert.

Wer nun meint, dass die Geschichte auf diese weise ein schnelles Ende gefunden hat, sah sich getäuscht. Ein Glasfiberstab für eine Gewichtsbelastung von 30 Kilogramm sollte es sein. Er wurde beim großen Sportartikellieferanten bestellt, und dann… war warten angesagt. Regelmäßig mahnte der Trainer und immer wieder erhielt er die gleiche Antwort: „Der Stab ist zur Zeit nicht lieferbar.“

So ging das ein Dreivierteljahr, bis der Trainer aufgab. Ein anderer Lieferant erledigte den Auftrag dann in zwei Wochen.

Die jungen Sportlerinnen Paula Göttling und Kajsa Gerkens waren die ersten, die den Stab im Training ausprobieren durften. Übungsleiter Michael Siemt erklärte die Technik und dann versuchten sie die ersten Probesprüngen in der Halle.

„Aber das kann erst der Anfang sein“, erklärt der Trainer. Stabhochsprung ist eine der schwierigsten Disziplinen in der Leichtathletik. „Etwa 40 Bewegungskomponenten müssen Spitzenathleten in einem Sprung von zwei Sekunden koordinieren. Da braucht es schon einige Übungsstunden bis zu den ersten erfolgreichen Sprüngen.“ Paula und Kajsa haben den Anfang gemacht, in der Alters- und Gewichtsklasse kommen künftig etwa 20 bis 25 junge Sportler für diese technische Disziplin infrage. Die sollen nach und nach an diese schwierige Sportart herangeführt werden.

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