48 Jahre im Dienst der Stadt Verden

Theodor Gansbergen feiert seinen 90. Geburtstag

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Theodor Gansbergen, hier mit Ehefrau Elga, nimmt die Glückwünsche von Bürgermeister Lutz Brockmann entgegen.

Verden - Zahlen und Fakten seines bewegten Lebens hat Theodor Gansbergen noch genau im Kopf. Gestern feierte der ehemalige Stadtoberamtsrat seinen 90. Geburtstag. Familie, Freunde und Weggefährten kamen, um ihm zu diesem Ehrentag zu gratulieren. Auch Bürgermeister Lutz Brockmann überbrachte die Glückwünsche der Stadt.

Geboren wurde er am 8. März 1928 in Verden, hier besuchte er später die Nicolaischule. Zu seinem Bedauern konnte er nach der Grundschulzeit trotz guter Noten nicht auf eine höhere Schule wechseln, da seine Schwester bereits eine Freistelle hatte. „Eine zweite Freistelle in der Familie gab es nicht, und Schulgeld war in der damaligen Zeit für mich nicht drin“, erzählt der Jubilar.

Nach seiner Schulentlassung 1942 bewarb sich der technisch interessierte junge Mann als Flugzeugmechaniker, doch war er zu klein und zu leicht, um die Ausbildung zu beginnen. Da das Rathaus gerade einen Lehrling suchte, bewarb er sich dort und konnte am 1. April 1942 anfangen. „Seit 1939 lief der Zweite Weltkrieg. Wir mussten Brandwache im Rathaus halten, weil bei Luftangriffen oft Brandbomben abgeworfen wurden“, erinnert sich Gansbergen.

Geprägt hat Gansbergen der Zweite Weltkrieg. Er meldete sich freiwillig. und mit 16 Jahren wurde er zum Panzergrenadierbattallion 86 in Hamburg-Rahlstedt einberufen. Hier zog er sich eine schwere Nierenentzündung zu. Im Lazarett Schöningstedt-Ohe lag er mehrere Tage im Koma. Im August 1945 wurde Gansbergen als 17-Jähriger aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.

Er nahm seine Tätigkeit im Rathaus wieder auf und wurde als Angestellter übernommen. Die erste leitende Stelle, die Gansbergen innehatte, war die Leitung des städtischen Steueramtes. Darauf folgte die Leitung des Sozial- und Jugendamtes, daran anschließend übernahm er die Leitung des Amtes für Krankenanstalten in Personalunion mit der Verwaltungsleitung des städtischen Krankenhauses sowie dem Vorsitz im Krankenhausdirektorium. Diese Funktion übte er gut 16 Jahre bis zu seiner Pensionierung 1990 aus. Im April 1988 wurde er zum Stadtoberamtsrat befördert.

„Meine Dienstzeit bei der Stadt Verden betrug 48 Jahre. Während meiner ganzen Laufbahn hat mich immer meine Ehefrau Elga unterstützt“, betont der Jubilar. Geheiratet hat das Paar 1950. Die Kinder Werner, Christiane und Torsten kamen 1952, 1958 und 1962 zu Welt.

Bereits seit frühester Jugend hat Theodor Gansbergen musiziert. Er spielte Sopranblockflöte, Altflöte, Geige, Bratsche und Cello im Orchester. Später spielte er in einem Gambenquartett die Bassgambe. Die Blaskapelle Daverden heuerte ihn als Tubist an. Dort war er bis Herbst 2017 über 30 Jahre aktiv. „Dann begann es 2016 von vorn. Im Domflötenorchester habe ich im Weihnachtskonzert die Sopranflöte gespielt. Ich hoffe, dass ich auch beim diesjährigen Weihnachtskonzert wieder dabei sein kann“, wünscht sich der rüstige alte Herr.

Mit Ehefrau Elga gehört er dem „Club 69“ an. Gemeinsame Reisen und Radtouren stehen hier auf dem Programm. Theodor Gansbergen hofft, dass es noch eine Weile so weiter geht. „Je älter man wird, so öfter stellt man sich nämlich die Frage: Leb´ ich noch länger oder sind gezählt meine Tage?“, reimt er. 

ahk

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