Die Betten stehen bereit

Testzentrum und Behelfskrankenhäuser in Verden bleiben weiter im Einsatz

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Vor vier Jahren waren die Container am Kreishaus so zur Unterbringung von Flüchtlingen eingerichtet worden. Dass behelfsmäßige Krankenzimmer daraus werden konnten, bedeutet wenig Aufwand und geringe Kosten.

Bereit sein ist nicht nur für die Feuerwehr wichtig. Das hat die Epidemie gelehrt. „Die Entwicklungen in einigen Landkreisen, wie Coesfeld mit knapp 800 Coronainfektionen zeigen, dass differenziert vorgegangen werden muss, aber keine generelle Entwarnung gegeben werden kann“, mahnt Landrat Peter Bohlmann.

Landkreis – Entwarnung für die Corona-Pandemie kann trotz der Aufgabe einiger Beschränkungen noch nicht gegeben werden. Aus allen Richtungen kommen die eindringlichen Warnungen, dass die so dringend ersehnten Lockerungen nicht als Freifahrtschein missbraucht werden sollten. Weil es jederzeit zu einem lokalen Ausbruch kommen kann, werden die Behelfskrankenhäuser in Turnhallen eben noch nicht eingepackt und das Testzentrum bleibt aktiv.

Die mit Wochenbeginn in Kraft getretenen Lockerungen seien nur möglich geworden, weil die letzten acht Wochen zur Vorbereitung genutzt wurden. Testmöglichkeiten seien ausgeweitet worden, Schutzkleidung beschafft und die Bettenzahl in den Krankenhäusern für den Fall der Fälle erhöht worden. „Dabei geht es um die Versorgung der Bevölkerung generell, weil vom 3. März bis zum 24. April in den Krankenhäusern nur die Notfallversorgung zugelassen war. Erst ab dem 4. Mai sind geplante Operationen wieder möglich und bis heute muss die AWK 16 Betten durchgehend freihalten“, berichtete Bohlmann auf Anfrage.

Behelfskrankenhaus bleibt weiter in Bereitschaft

Der Landkreis werde das Behelfskrankenhaus in den Containern am Kreishaus mit 65 möglichen Betten weiter bereit halten. „Der Betrieb wird erst mit der ersten Belegung aufgenommen, sodass nur minimale Kosten entstehen, über die derzeit mit dem Land verhandelt wird“, sagte der Landrat. Im Fall eines größeren Coronaausbruchs müssten durch die zusätzlichen Betten dann andere Behandlungen nicht eingestellt werden und für Patienten ergeben sich Betreuungsmöglichkeiten.

Die ebenfalls im März geschaffenen Bettenkapazitäten in der Halle I der berufsbildenden Schulen in Verden- Dauelsen mit 227 Plätzen und der Halle in Uphusen sollen zurückgebaut werden, wenn die Situation es zu lässt. Kaufmännische Prüfungen gibt Bohlmann dafür an, dass die Halle an den Berufsbildenden Schulen (BBS) bis Mitte Juni schon zu zwei Dritteln geräumt wird. Der Zeitdruck ist nicht groß, denn die Belegung gehe derzeit nicht auf Kosten des Vereins- oder Schulsports. Deshalb sei die zusätzliche Sicherheit oder Vorbereitung auf mögliche Evakuierungen für niemanden ein Nachteil.

Eine Grafik zu den akut Infizierten im Landkreis Verden. 

„Die Sporthallen wurden nach den Plänen und mit den Betten aus der Flüchtlingskrise eingerichtet, weshalb die Kosten gering sind“, berichtet der Landrat. Knapp 400 Betten stehen in den Hallen und im Containerdorf auf dem Nordparkplatz der Kreisverwaltung bereit. 30 Einsatzkräfte und Aufbauhelfer vom Technischen Hilfswerk in Verden, von der Kreisstraßenmeisterei sowie der Arbeit im Landkreis Verden (ALV) hatten die Standorte mit Betten und allem anderen, was nötig ist, ausgestattet.

„Die Ausgaben für die Trennwände und die Unterlegplatten in den Hallen, die das THW ehrenamtlich eingerichtet hat, belaufen sich auf 12. 000 Euro. Zudem mussten noch Matratzen beschafft werden, die nach dem Rückbau aber aus Katastrophenschutzgründen im Bestand des Landkreises oder zur Ausstattung von Wohnungen für Bedürftige bleiben“, erklärte Bohlmann.

Corona-Tests werden hauptsächlich in Arztpraxen durchgeführt

Der Gebrauch des Testzentrums der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN), das ebenfalls am Kreishaus in einem der Container untergebracht wurde, ist mittlerweile kaum noch nötig. Getestet wird fast nur in Arztpraxen, aber die provisorischen Praxen sollen ihre Arbeit noch nicht einstellen. Nachdem in Diepholz bereits ein regionales Testzentrum geschlossen wurde, stellt sich allerdings die Frage nach der Zukunft des Testcontainers.

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„Ja, die Aufgabe des zentralen Testzentrums ist eine Möglichkeit, aber aktuell planen wir das nicht“, sagte KVN-Geschäftsführer Michael Schmitz auf Nachfrage. Auch im Nachbarlandkreis wäre es noch nicht zur Schließung gekommen, wenn die Infektionszahlen nicht so niedrig gewesen wären und die räumliche Situation nicht einen Umzug erfordert hätte. „Da haben wir uns dafür entschieden, die Tests den niedergelassenen Ärzten zu überlassen.“ Damit würde den Patienten auch der weite Weg zur zentralen Stelle in dem weitläufigen Landkreis Diepholz erspart.

Bleibt KVN-Testzentrum in Verden bestehen?

Die Aufgabe der Testzentren ist vorläufig auch aus einem weiteren Grund kein Ziel für die KVN. „Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht eine deutliche Ausweitung der Tests vor“, berichtete Schmitz. Wie das dann organisiert werden soll, sei noch nicht geklärt.

Eine zentrale Teststelle hält Schmitz allerdings nicht für die beste denkbare Lösung. Zu Beginn der Pandemie, als es noch viel zu wenig Schutzmaterial wie Masken und Kittel gab, seien die Zentren nötig gewesen. Ob sie dann aber eine Rolle spielen und welche das dann sein wird, sei noch nicht absehbar.

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