Marlene Mülder gewinnt Kreisentscheid im Vorlesen – und macht Lust auf den Griff zum Buch

Beste Werbung fürs Lesen

Junge Frau hält Urkunde in der Hand.
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Gut gemacht! Marlene Mülder wird den Landkreis im April beim Vorlesewettbewerb auf Bezirksebene vertreten. Mit ihrem Vortrag überzeugte sie auch die Jurymitglieder Katrin Koball und Janina Jordis (v.l.). Marlene las aus „K.I. – Freundschaft vorprogrammiert“. Zur Belohnung gab’s eine Urkunde – und ein neues Buch: „Rory Shy“.

Verden – Beim Vorlesen kommt es auf diese Eigenschaft zwar nicht an, aber es muss dennoch unbedingt erwähnt werden: Marlene Mülder ist wirklich um keine Antwort verlegen. Also versorgt die elfjährige Verdenerin die örtliche Presse denn auch mit reichlich Informationen, als sie zu ihrem Regionalsieg im Vorlesen befragt wird. Und ist dabei die beste Werbung für den Griff zum Buch.

Die Sechstklässlerin des Domgymnasiums wird den Landkreis im April beim Bezirksentscheid vertreten, der – virtuell – unter Federführung der hiesigen Bibliothek in Verden ausgetragen wird. Es ist die 62. Auflage des Vorlesewettbewerbs, den die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und anderen kulturellen Einrichtungen seit 1959 veranstaltet.

Anders als in den Vorjahren schickten dieses Mal lediglich drei Schulen aus dem Kreis Verden Kinder ins Rennen. So stellten sich neben Marlene auch Alissia Beuck, IGS Achim, sowie Maximilian Weinberg, Cato Bontjes van Beek-Gymnasium, der dreiköpfigen Jury. Ganz coronakonform per Video.

Marlene verdreht ein wenig die Augen, als sie daran zurückdenkt. „Mama und ich haben das sehr, sehr oft aufgenommen“, berichtet sie. Im Zuge des Schulentscheids vor der Klasse vorzulesen, sei da doch deutlich einfacher gewesen.

Doch die zahlreichen Aufnahmeversuche von Marlene und ihrer Mutter Nicole haben sich offensichtlich gelohnt. Schließlich überzeugte die junge Domgymnasiastin die Juroren Janina Jordis, Katrin Koball und Stefan Kaplon von der Verdener Stadtbibliothek mit ihrem Beitrag.

Eine Passage aus „K.I. – Freundschaft vorprogrammiert“ von Monica M. Vaughan hatte sich Marlene ausgesucht. „Weil ich dachte, es ist besser, wenn man den Text noch nicht kennt“, erklärt Marlene mit Blick auf die belesene Jury.

Mit wenigen Sätzen umreißt die junge Verdenerin, worum es in dem Buch geht. „Ein junger Android freundet sich mit einem Außenseiter an. Dieser Android ist dafür geschaffen, Sachen zu vermarkten“, erklärt sie. Allerdings weiß er selber nicht, dass er ein künstliches Wesen ist. Hinter dieses Geheimnis kommen die beiden Freunde gemeinsam.

„Spannend“, urteilt Marlene über die Geschichte und nennt damit auch ihre persönliche Mindestanforderung an eine Lektüre. „Ich mag eigentlich fast alle Arten von Büchern“, sagt sie. Nur passieren müsse darin etwas.

Gemessen an ihrem Alter hat die Sechstklässlerin schon reichlich Bücher verschlungen. Die Regale in ihrem Jugendzimmer quellen dementsprechend über. Obwohl sie Lieblingsbücher gerne noch einmal liest. Und noch einmal. Und noch einmal. Trotzdem bleibt noch Zeit für andere Hobbys: „Handball, Hip-Hop, Gitarre und Klavier“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Die Liebe zur Literatur wurde bei Marlene früh geweckt. Und dazu ein gewisser Ehrgeiz.

Schon im Kindergarten habe sie zusammen mit einer Freundin an einer Bilderbuchreihe geschrieben oder vielmehr gemalt. Zurzeit schreibe sie mit zwei Freundinnen an einem Buch. 100 Seiten haben die drei Nachwuchsautorinnen schon geschafft. Zum Inhalt verrät Marlene nur: „Es geht um zwei verfeindete Lager.“

Marlene plaudert und plaudert: von ihrer Mutter, die ebenfalls gerne liest, von ihrer Wunschliste in einer Verdener Buchhandlung, damit die Eltern immer wissen, was sie ihr schenken können, von den Sommerferien 2020, in denen sie alle sieben Harry-Potter-Bände las und und und.

Auf die Frage, was denn Menschen zu raten sei, die sich fürs Lesen und für Bücher nicht so begeistern können wie sie, wird sie aber auf einmal ganz leise. Sie sagt: „Weil es einen einfach in eine Welt versetzt, wo man sonst nicht sein kann.“  

Weitere Informationen

zum Wettbewerb unter

www.vorlesewettbewerb.de.

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