Rettungsversuch in Aller und Weser

Verdener Sportfischer setzen tausende Jungaale aus

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Die Verdener Sportfischer setzten tausende Jungaale in Aller und Weser aus, um Bestand aufzufrischen.

Verden - In Aller und Weser wurden am Freitagnachmittag tausende junge Aale, sogenannte Glas-Aale, ausgesetzt. Mitglieder vom Verein der Verdener Sportfischer ließen die nur wenige Zentimeter langen Jungfische in Höhe der Panzerstraße in Verden-Eissel ins Wasser.

Der Fischnachwuchs war zuvor mit einem Spezialtransporter von der Aalfarm Götting aus Cloppenburg angeliefert worden. „Hintergrund der von der EU geförderten Aktion ist der drastischen Rückgang des Aals“, wie der Vereinsvorsitzende Wolfgang Kracht, Pressesprecher Dr. Rainer Becker und der Vorsitzende der Weser- und Aller-Fischergemeinschaft Gerd Schröder erzählten. Der Bestand des Aals habe sich in den vergangenen 30 Jahren um 90 Prozent reduziert.

„Wenn man sich die Bestandsentwicklung der letzten 10 Jahre anguckt, dann ist ein deutlicher Rückgang festzustellen und der nimmt eigentlich mit jedem Jahr zu.“ Doch ob die Rettung funktioniert? „Wir hoffen es“, so der Tenor der Herren.

Jan Götting schaufelt mit dem Köcher sogenannte Glasaale in große Eimer und Kunststoffbehälter, wuselig und klein wie junge Blindschleichen. 440 Kilo werden es am Ende sein, das sind etwa 90.000 Tierchen, die die Mitglieder vom Verein der Verdener Sportfischer am Freitagnachmittag in kleine Motorboote verladen und dann entlang der Ufer von Aller und Weser in die Gewässer freilassen.

Seit Beginn eines von der EU und dem Land Niedersachsen finanziell geförderten Projektes wurden allein im Einzugsbereich der Besatzzone Verden annähernd eine Million Glas-Aale ausgesetzt, da der künstliche Besatz nach Expertenansicht als effektivste Maßnahme zur Wiederauffüllung des europäischen Aalbestandes gilt.

Schwimmmarathon vom Golf von Mexiko

Bis zur Ankunft in Verden-Eissel haben die kleinen Aale bereits einen Weg von mehreren tausend Kilometern hinter sich. Vom Laichgebiet am Golf von Mexiko sind sie zunächst mit dem Golfstrom bis an die europäische Atlantikküste geschwommen.

Nach dem Fang vor den Küsten Frankreichs ging es dann per "Aal-Taxi" , also in einem LKW auf dem Landweg weiter in die Cloppenburger Aalfarm, wo sie zwischengehältert und gefüttert wurden mit dem Ziel, das mindestens 40 Prozent der ausgesetzten Aale nach ihrem acht- bis 12-jährigen Leben im Binnenwasser die Rückwanderung in die Laichgebiete antreten und erfolgreich zur Reproduktion des europäischen Aalbestandes beitragen.

„Aale sind knapp geworden, weil uns der Glasaal fehlt“, erklären Becker und Kracht. Hintergrund: Die in der Sargasso-See geschlüpften Aale werden auf ihrem Zug in Europas Flüsse und Seen schon vor den Küsten Spaniens und Frankreichs von großen Fischereiflotten aus dem Meer geholt. Die meisten dieser durchsichtigen, drei Jahre alten Glasaale gingen noch bis vor wenigen Jahren nach Asien, wo sie eine teure Delikatesse sind.

90.000 Jungaale in Aller und Weser ausgesetzt

Inzwischen hat die EU die Ausfuhr von Glasaalen verboten. Und auch an Aller und Weser hat sich etwas getan: „Das niedersächsische Fischereigesetz schreibt für den Aal ein Schonmaß von 45 Zentimetern vor und die Pachtgemeinschaft Weser IV hat auf freiwilliger Basis ohnehin vom 1. Oktober bis 31. März eine Schonzeit für den Aal eingerichtet“, so Becker.

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