„Naturkammer“ von Marie-Ann Schwenk bringt Gartenbesitzer und Pflückhelfer zusammen

Besser teilen als wegwerfen

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Marie-Ann Schwenk (l.) freut sich, dass Birgit Spießhöfer ihr Obst mit anderen teilen möchte.

Verden - Eigene Obstbäume und Beerensträucher sind schon eine tolle Sache. Doch oft meint Mutter Natur es einfach zu gut und die Gartenbesitzer kommen im Herbst mit dem Ernten und Verarbeiten beim besten Willen nicht mehr hinterher. Die leckeren Früchte verfaulen und landen auf dem Kompost. Wanderköchin Marie-Ann Schwenk hat nun eine prima Idee, diese Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen.

Mit ihrem Projekt „Naturkammer“ möchte sie Gartenbesitzer und Pflückhelfer zusammenbringen. Ein Arrangement, von dem beide Seiten profitieren.

Naturgaben und Schatzkammer = Naturkammer

„Schon seit mehreren Jahren habe ich mich mit der Verschwendung von Lebensmitteln befasst und mich über Möglichkeiten informiert, dieser entgegenzuwirken“, erzählt Schwenk. Im Laufe ihrer Recherchen stieß sie auf die Organisation „Terra Concordia“ in Berlin und deren Aktionsbündnis „Mundraub“. Es hat zum Ziel, Früchte und Naturgaben zu verwerten, die sonst auf öffentlichen Geländen verderben würden. „Irgendwann ist mir die Idee gekommen, ob das, was auf öffentlichem Grund und Boden funktioniert, nicht auch auf Privatgrundstücken möglich sein kann“, berichtet die Wanderköchin. Daraus entstand die Idee für die Homepage naturkammer.de.

Der Name ist aus den Worten Naturgaben und Schatzkammer entstanden. Auf der Seite können Gartenbesitzer, die ihr Obst nicht selbst verwerten können, und Pflückhelfer miteinander in Verbindung treten. „Außerdem hat die Datenbank den Sinn, dass interessierte Personen auch Kontakte zum gemeinsamen Verarbeiten der Naturgaben knüpfen können“, so Schwenk.

Vermittelte Pflückhelfer dürfen abgewiesen werden

Auf der Homepage gibt es einen Leitfaden für Gartenbesitzer und Pflückhelfer. „Die absolute Grundvoraussetzung für die Teilnahme an dem Projekt ist eine nicht kommerzielle Verwendung der Naturgaben“, erklärt sie.

Die engagierte Köchin hat jedoch festgestellt, dass viele Menschen, insbesondere die Gartenbesitzer, Vorbehalte haben, sich zu registrieren, da sie nicht wissen, wer zu ihnen in den Garten kommt. Marie-Ann Schwenk ist sehr wohl bewusst, dass bei Kontakten, die im Internet entstanden sind, Vorsicht geboten ist. „Gartenbesitzer sind nicht dazu verpflichtet, vorherige Zusagen einzuhalten“, betont sie deshalb ausdrücklich. Sofern sie kein gutes Gefühl haben, können sie den Pflückhelfern das Betreten des Gartens selbstverständlich verweigern. Die Pflückhelfer sind zudem verpflichtet, eine Fotokopie ihres Personalausweises mitzubringen, die beim Gartenbesitzer verbleibt. Umgekehrt haben die Pflückhelfer natürlich auch das Recht, die Aktion abzubrechen, sofern sich der Gartenbesitzer nicht korrekt verhält.

„Ich lerne nette Leute kennen und muss das Obst nicht wegwerfen“

Birgit Spießhöfer, Besitzerin eines großen Gartens mit Apfel- Kirsch- und Birnbäumen in Rieda, hat sich auf der Seite der Naturkammer registriert. „Ich habe gar nicht die Zeit, alles zu ernten“, sagt die Diplom-Psychologin. Daher findet sie Schwenks Idee großartig. „Ich lerne nette Leute kennen und muss das Obst nicht wegwerfen.“ Vielleicht bekommt sie von den Früchten ihres Gartens als Dank ja auch etwas zurück, zum Beispiel eine Flasche Apfelsaft oder eine leckere Marmelade.

Marie-Ann Schwenk kann sich auch gut ein gemeinsames Erntedankfest vorstellen. „Aus den Früchten kann man so viel machen, Suppen Soßen, Brotaufstriche und sogar herzhafte Hauptgerichte. Vieles ist in Vergessenheit geraten. Das möchte ich gern wiederbeleben“, erzählt die Köchin. Anregungen und Rezepte gibt es ebenfalls auf der Homepage der Naturkammer.

ahk

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