Immer mehr Patienten werden kardiologisch behandelt / Chefarzt Weßel vorgestellt

Ein besorgniserregender Trend

Bereit für neue Aufgaben in der Intensivmedizin (v.l.): Oberärztin Lima Jafari-Konermann, Chefarzt Ralf Weßel, Direktor Dr. Peter Ahrens, Marianne Baehr und Christine Schrader. - Foto: Koy

verden - Von Volkmar Koy. Er ist neuer Chefarzt in der Aller-Weser-Klinik (AWK) für Innere Medizin, Kardiologie, Gastroenterologie und internistische Intensivmedizin, und das seit dem 1. Juli. Gestern stellte sich der 45-jährige Ralf Weßel der Presse vor. Seine Botschaft: Die Spezialisierung in den Häusern Achim und Verden wird weiter vorangetrieben.

Und daran ist der Bereich Kardiologie maßgeblich beteiligt. Das bestätigte auch AWK-Geschäftsführerin Marianne Baehr. Weßel hat bereits einen nicht unerheblichen Erfahrungsschatz. Der verheiratete jetzt in Verden-Eitze wohnhafte Mediziner war Oberarzt in Lippstadt, vorher in Soest, hat seine Ausbildung in Solingen hinter sich und ist gebürtiger Wuppertaler. Vor dem Medizin-Studium hatte er sich der Biochemie gewidmet und verbrachte Gastsemester in Los Angeles und München. Und nun ist er in Norddeutschland angekommen.

Warum gerade Verden: Erstens war die Stelle ausgeschrieben, zweitens spricht sich der Job in der Reiterstadt in der Branche rum. Weßel, der bereits Herzkatheterlabore aufgebaut hatte, möchte dieses Vorhaben nun auch an der AWK („das macht mir Spaß“) umsetzen. Genug Arbeit wird er in jedem Fall haben. Der Kostenträger hatte jedenfalls kein Veto eingelegt, als die Verdener Ausbaupläne angesprochen wurden. Nicht zuletzt der demografische Wandel wird dafür sorgen, dass Herzkatheter und Schrittmacher in gewisser Weise „Hochkonjunktur“ haben.

Dr. Peter Ahrens, ärztlicher Direktor der AWK, betonte gestern, „dass wir das Rad in Verden zwar nicht neu erfinden“, wohl aber mit Fachärzten vor Ort die Intensivmedizin ausweiten müssen. Das bedeute nun einmal auch eine räumliche Erweiterung. Ein 60 Quadratmeter großes Herzkatheterlabor mit fest installierter Röntgenanlage soll bis zum Ende des Jahres in der Nähe der Intensivstation entstehen. Das neue Bettenhaus mit weiteren OP-Räumen ist bekanntlich auch schon in der Planung.

Chefarzt Weßel sieht die Herzinfarktversorgung auch in einem 24-Stunden-Dienst mit vier Planstellen ebenso auf dem Vormarsch („in den letzten Jahren hat sich das dramatisch entwickelt“) wie eine engere Verzahnung mit dem Krankenhaus in Achim. Weßel vergaß nicht zu erwähnen, dass die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Berufskollegen von immenser Bedeutung sei.

Wie groß der Bedarf in der Kardiologie ist, habe die AWK in einem erstellten Gutachten ermitteln lassen, sagte Marianne Baehr dazu. Allein 2015 seien 4 000 Patienten in der Inneren Medizin, davon allein 2 500 kardiologisch, in Verden und Achim behandelt worden. Eine ähnliche Entwicklung bestätigte übrigens auch Pflegedirektorin Christine Schrader.

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