Premiere in Darmstadt: Dokumentarfilm über MS-Kranken Radsportler in den Kinos

Besis Tour mit Monika Reker

Die Verdenerin Monika Reker spielt in dem abendfüllenden Dokumentarfilm eine der Hauptrollen. - Foto: Honebein

Verden - Der Dokumentarfilm „Die Tour des Lebens - Besi & Friends“, in dem auch die 41-jährige Verdenerin Monika Reker eine wichtige Rolle spielt, hat vor wenigen Wochen in Darmstadt Premiere gefeiert. Der 107 Minuten lange Film, der überall im Land gezeigt wird, erzählt die Geschichte des MS-kranken Rennradfahrers Andreas Beseler und die Benefiz-Etappenfahrt von Frankfurt nach Barcelona, auf der viele Menschen mit Lebensmut und starkem Willen einer unheilbaren Krankheit trotzen.

Schicksal, Freundschaft, Zusammenhalt, das bedeutet große Emotionen im Leben wie auch im Kino. „Diese Geschichte musste ganz einfach erzählt werden“, sagte Filmemacher Christian Gropper nach der Uraufführung in Darmstadt. Aus 55 Stunden Videomaterial stellte Gropperfilm eine halbstündige Fernsehreportage für die ARD zusammen, die eine beeindruckende Einschaltquote von 1,2 Millionen Zuschauern verzeichnete.

Umso beeindruckender jetzt der Kinofilm, für den Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt die Schirmherrschaft übernommen hat. Vor ausverkauftem Haus feierte er im Pali Kino in Darmstadt Premiere. Mittlerweile läuft er auch in Hamburg und in der Region wird er erstmals am 27. April im Filmhof Hoya gezeigt.

Der Dokumentarstreifen erzählt nicht nur von der Barcelona-Tour, sondern auch von der einsamen Kanada-Fahrt Andreas Beselers im Jahr zuvor. Der erste Teil des Films begleitet Besi in Phasen des Zweifels und in Momenten des Glücks durch endlose Landschaften mit grünen Wäldern und schneebedeckten Gipfeln bis zur Erkenntnis: „Vielleicht ist es so, dass ich jeden Tag kämpfen und irgendwie siegen muss.“

Anschließend folgt die Tour „Besi & Friends“ im Juni 2014 von Frankfurt/Main nach Barcelona in zwölf Tagen. Gesunde Menschen, aber auch Sportler mit schweren Handicaps nehmen daran teil. Darunter ein nierenkranker Mann, der jeden Abend eine Dialyse benötigte. Von Tag zu Tag wächst die Gruppe enger zusammen und die Zuschauer lernen die einzelnen Persönlichkeiten kennen.

Eine von ihnen ist auch die 41-jährige Polizeivollzugsbeamtin Monika Reker aus Verden. Bei ihr wurde 2005 eine angeblich unheilbare, chronische Lungenerkrankung diagnostiziert. 2013 stürzte sie dann bei einem 24-Stunden- Rennen und erlitt eine chronische Knochenentzündung in der Schulter.

Auf die Tour nach Barcelona konnte sie sich dann nur zwei Monate vorbereiten. Zuvor war sie fast sieben Monate bewegungsunfähig gewesen. „Das war schon eine echte Herausforderung für mich, zumal ich einarmig unter großen Schmerzen Radfahren musste“, erzählt Reker. Mit Willen und Energie hat sie sich zurückgekämpft.

Mit unterwegs waren auch Kämpfer wie die „Rennmaus“ Katharina („ich habe MS, aber ich lass’ mich dadurch nicht unterkriegen“), der „Anschiebekönig“ Gregor, der bei Steigungen immer einen Arm frei hat, der „Ausbrecherkönig“ Lorenzo und jener Mitfahrer, der mehr Power-Riegel vertilgt als jeder andere.

Auf 1 732 Kilometern nach Barcelona gibt es viele Aufs und Abs. Als dann „Besi & Friends“ nach zwölf Tagen durch Barcelona rollten, verbanden sich Euphorie, Erschöpfung und freundschaftlicher Zusammenhalt zu einem Gefühl, das auch im Kino spürbar wird.

Jetzt läuft der Film in den Kinos. Christian Gropper: „Wir haben Anfragen aus Berlin, Hamburg, aus der ganzen Republik, sogar aus der Schweiz, die den Film zeigen wollen.“ Ein Film in dieser Qualität würde normalerweise rund eine Millionen Euro kosten. Gropperfilm hat ihn als Non-Profit-Projekt realisiert.

251 Menschen haben an den Erfolg des Films geglaubt und via „Crowdfunding“ 23 220 Euro für die Produktionskosten gezahlt. Er ist daher auch kein kommerzieller Film. Barbara Struif und Christian Gropper produzierten ihn in vielen Stunden Arbeit in der Freizeit.

„Ich würde mich freuen, wenn der Film nun auch in meiner Heimat gezeigt werden würde“, sagt Monika Reker. Weitere Kinos, die ihn zeigen wollen, können sich direkt an Gropperfilm (info@gropperfilm.de) wenden. - jho

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