Sonaten von Johann Sebastian Bach und Texte von Eva Strittmatter

Besinnlicher Jahresausklang

Eindrucksvoll: Silke Deyda las Gedichte von Eva Strittmatter.

Verden - Von Antje Haubrock-kriedel. Mit wunderbarer Musik von Johann Sebastian Bach und und lyrischen Gedanken von Eva Strittmatter gab es einen besinnlichen und meditativen Jahresausklang in der weihnachtlich geschmückten St. Andreaskirche. Christoph Engelbach (Viola), und Thomas Grunwald-Deyda (Orgel) gestalteten den musikalischen Teil des Abends. Zwischen den Stücken las Silke Deyda die lyrischen Texte vor.

Im Mittelpunkt des instrumentalen Programms standen drei Sonaten, die Bach ursprünglich für Viola da Gamba und Cembalo komponiert hatte. Engelbach und Grunwald-Deyda interpretierten die Sonaten an diesem Abend mit Orgel und Viola.

Der wunderschöne Sonnenaufgang am Sonntagmorgen hatte Silke Deyda zu einer spontanen Programmänderung inspiriert. Sie eröffnete den Abend mit dem Text „Dezember“, in dem Stritmatter den „lavendelblauen Morgen“ im Dezember beschreibt. Anschließend konnten die Konzertbesucher die einfühlsam gespielte Sonate G-Dur BWV 1027 genießen. „Lichtung“, las Silke Deyda anschließend. Nach der Choralbearbeitung „Nun komm, der Heiden Heiland“, BWV 660, gab es mit dem Text „Der Kern“ Stoff zum Nachdenken. „Was ist der Kern, muss es einen geben, gibt es nur einen Stern, gibt es nur ein Leben?“, hieß es dort. Die Sonate g-moll BWV 1029 bildete eine schöne musikalische Ergänzung.

Auch zur bevorstehenden Neujahrsnacht hat Eva Strittmatter ein Gedicht geschrieben. „Ins Fenster wölbt sich die Neujahrsnacht, die still ist und ohne störenden Ton und nicht zuschanden gemacht von Trunkenheit und Witz aus dem Wein und jener Scheinharmonie“, lauten einige Verse.

Nach einer weiteren Bearbeitung des Chorals „Nun komm, der Heiden Heiland“ BWV 659, gab Silke Deyda den Zuhörern abschließend

„Was soll schon Großes kommen.“

mit Strittmaters „Anbeginn“ erneut Stoff zum Nachdenken. „Was soll schon Großes kommen? Man steht auf, man legt sich hin“, heißt es zweifelnd am Anfang des Gedichtes. Optimistischer klingt der Schluss: „Und alles kann ich noch werden, was ich nicht geworden bin. Und zwischen Himmeln und Erden ist wieder Anbeginn.“

Den schönen musikalischen Schlusspunkt hinter diesen anspruchsvollen musikalisch-literarischen Abend setzten Christoph Engelbach und Thomas Grunwald-Deyda mit der Sonate D-Dur BWV 1028. Um die besondere Atmosphäre nicht zu stören, war das Publikum gebeten worden, mit dem Applaus bis zum Ende des Konzertes zu warten. Nach einem Moment der Stille wurde der Beifall am Ende umso herzlicher gespendet.

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