Rat befasst sich mit Beteiligung an weltweiter Aktion

Beschlüsse zu Anpflanzung und Rodung

+
Junge Botschafterinnen von „Plant for the Planet“ hatten schon im Februar im Finanzausschuss für das Projekt geworben.

Verden – Wirklich kontrovers ging es – sieht man von aufgebrachten Anwohnern der Hundewiese im Bürgerpark ab – am Dienstag im Stadtrat nicht zu. Zwar gab es zu Themen wie „Plant for the Planet“ oder das Lindenquartier unterschiedliche Standpunkte.

Doch dass sich die Sitzung in die Länge zog, lag eher an den zahlreichen Wortmeldungen zu Tagesordnungspunkten, bei denen schon im Fachausschuss Einigkeit geherrscht hatte. Ein Schelm, der das in Zusammenhang bringt mit der großen Gruppe Schüler im Zuhörerraum.

„Plant for the Planet“

Gegen die Stimmen der FDP sprach sich der Stadtrat dafür aus, dass bis 2050 im Rahmen der Initiative „Plant for the Planet“ für jeden Verdener zwei Bäume gepflanzt werden, einer im Stadtgebiet, ein weiterer woanders auf der Erde. Zum Einwerben von Spenden und Helfern soll ein Förderkreis gebildet werden. Die Stadt stellt Flächen für die Anpflanzungen zur Verfügung und übernimmt die spätere Baumpflege. Außerdem stehen ab 2020 jährlich 28 000 Euro für den Flächenerwerb im Haushalt bereit.

„Nicht reden! Machen!“, machte sich Michael Otten (SPD) für die Vorlage stark und zitierte dabei Felix Finkbeiner. Er hatte 2007 als Neunjähriger „Plant for the Planet“ gestartet und seine Idee von Kindern, die eine Million Bäume pflanzen, in die Welt getragen. Auch Rasmus Grobe (Grüne) und Anja König (CDU) lobten die Aktion.

Gegen eine solche Idee könne man eigentlich auch gar nicht sein, sagte Jürgen Weidemann (FDP), um dann zu erklären, warum seine Fraktion dennoch dagegen stimmen werde. Der Liberale sah sich vom Bürgermeister nicht ausreichend informiert über die Folgekosten für die Stadt. Also hatte Weidemann selber eine Rechnung aufgestellt, ausgehend von einer Pflanzaktion im April vergangenen Jahres. Seinerzeit hatten die Verdener Rotarier auf dem Gelände der jetzigen Oberschule gemeinsam mit Jugendlichen 20 Bäume gepflanzt. Vor- und Nacharbeiten dazu seien jedoch vom Betriebshof erfolgt, berichtete Weidemann, der allein dafür auf Kosten von 4 200 bis 4 600 Euro gekommen war. Und die weitere Pflege sei hier noch gar nicht berücksichtigt.

Er erwarte einen gewissen „Schnellballeffekt“, setzte Bürgermeister Lutz Brockmann hingegen auf Spendenbereitschaft und Ehrenamt und verwies auf eine Schulklasse, die bereits wegen einer Pflanzung angefragt habe.

Kita-Gebühren

Weil die Betreuung in niedersächsischen Kindergärten zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr für die Familien nichts mehr kostet, muss die Stadt Verden ihre Gebührensatzung entsprechend anpassen. Im gleichen Atemzug wurde im Zuge des langfristigen Haushaltsausgleichs das Verpflegungsgeld um 25 Prozent je nach Einkommensgruppe erhöht. Das entspricht jährlichen Mehreinnahmen von rund 18 000 Euro. Grüne und Freie Wähler stimmten dagegen.

„Wenn man eine Satzung anpackt, dann auch richtig“, fand Anja König die Vorgehensweise durchaus praktisch. Als „unselige Verquickung“ bezeichnete Bärbel Rater (Grüne) die Kopplung der beiden Änderungen. Ihr Fraktionskollege Werner Meincke wurde noch deutlicher: „Es ist traurig, dass wir mit 18 000 Euro von Eltern kleinerer Kinder unseren Haushalt aufpolieren wollen.“

Jürgen Weidemann machte ein anderes Fass auf. Auch seine Fraktion habe um eine Entscheidung gerungen, sagte der Liberale. Die Zustimmung erfolge nun, weil einerseits die Anpassung notwendig, andererseits die Anhebung des Verpflegungsgeldes moderat sei. Schwierigkeiten habe seine Fraktion aber mit den Gebühren, die seit 2007 konstant seien. „Verden bietet deutlich mehr als andere Kommunen, zum Beispiel eine dritte Kraft für Krippengruppen. Diese hohe Qualität muss uns auch etwas wert sein“, plädierte Weidemann für eine moderate Erhöhung.

Lindenquartier

Gegen die Stimmen der Grünen sprach sich der Rat am Dienstag sowohl für eine Änderung des Flächennutzungsplanes als auch für die Aufstellung des Bebauungsplanes zum Lindenquartier aus.

Das Areal am Brunnenweg, auf dem einst eine Kaserne der britischen Armee stand, ist bereits zu großen Teilen wieder bebaut mit Stadtvillen. Auf der verbliebenen Fläche sollen nun in einem dritten Bauabschnitte weitere Einzel- und auch Doppelhäuser entstehen.

Das Planungsgebiet grenzt jedoch direkt an den Stadtwald. Um also den gesetzlich vorgeschriebenen Abstand von 35 Metern zwischen Wohnbebauung und Wald einhalten zu können, muss der Bewuchs auf rund 2 900 Quadratmetern gerodet. „Das finden wir nicht richtig, bei allen Kompensationsmaßnahmen“, machte Rasmus Grobe deutlich.

Ihm sei zwar klar, dass die Ablehnung der Grünen an dem Vorhaben nichts mehr ändere, da die Mehrheit das Gesamtprojekt befürworten werden. Es gelte aber, an dieser Stelle ein Zeichen zu setzen, sagte Grobe und verwies dabei auch auf das just beschlossene „Plant for the Planet“-Projekt.    

kp

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Jahrestagung der Preisrichter für Rasse- und Ziergeflügel 

Jahrestagung der Preisrichter für Rasse- und Ziergeflügel 

Kreisjugendfeuerwehrtag in Luttum

Kreisjugendfeuerwehrtag in Luttum

Freilichtbühne Holtebüttel: „Ein Mörder steht im Walde“

Freilichtbühne Holtebüttel: „Ein Mörder steht im Walde“

Benefizturnier des Vereins „Hafensänger & Puffmusiker“

Benefizturnier des Vereins „Hafensänger & Puffmusiker“

Meistgelesene Artikel

Bürgermeister-Stichwahlen: Die Ergebnisse aus Stuhr, Oyten und Verden 

Bürgermeister-Stichwahlen: Die Ergebnisse aus Stuhr, Oyten und Verden 

Notruf geht komplett nach hinten los: 32-Jähriger landet am Ende selbst in Haft

Notruf geht komplett nach hinten los: 32-Jähriger landet am Ende selbst in Haft

Aggressives und uneinsichtiges Verhalten: Drei Männer landen in Zellen

Aggressives und uneinsichtiges Verhalten: Drei Männer landen in Zellen

Vereint bei der guten Sache

Vereint bei der guten Sache

Kommentare