Berufliche Gründe / Weiter im Kreistag tätig

Ulla Schobert zieht sich aus Ratsarbeit zurück

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Ulla Schobert beendet ihre Tätigkeit im Verdener Stadtrat.

Verden - Seit fast 30 Jahren ist Ulla Schobert aus der Kommunalpolitik im Stadtrat und im Kreistag eigentlich nicht wegzudenken. Die engagierte Politikerin zieht sich jetzt dennoch ein Stückchen zurück. Mit sofortiger Wirkung legt sie ihr Ratsmandat nieder, um sich mehr auf ihre berufliche Tätigkeit konzentrieren zu können. Aus der Politik verabschiedet sich die Grüne indes nicht. Im Kreistag macht sie weiter. Im Rat wird der Borsteler Werner Meincke für die Grüne weitermachen.

„Ich bin mir sicher, dass mein Nachfolger Werner Meincke aufgrund seiner persönlichen, beruflichen und politischen Erfahrungen die Arbeit im Stadtrat im Sinne der Bürgerinnen und Bürger sowie unserer Wählerinnen und Wähler gut fortsetzt. Und sicher bringt er auch neue Impulse ein“, schreibt Ulla Schobert in einer öffentlichen Erklärung zu ihrem Rücktritt. Bereits in der Sitzung am Dienstag, 21. Juli, werde der Rat den Wechsel feststellen.

„Seit dem Jahresbeginn läuft unter der Trägerschaft des Frauenhauses Verden das Modellprojekt ‚Kinder nicht allein lassen – Kinder als Zeugen/-innen häuslicher Gewalt‘“, erklärt Schobert. Die Arbeit in diesem Modellprojekt beeinhalte auch die Beteiligung an einer Reihe von regionalen und überregionalen Gremien. Vermehrte berufliche Anforderungen also, die es der Kommunalpolitikern nicht mehr ermöglichen, mit vollem Einsatz sowohl im Stadtrat Verden als auch als Fraktionsvorsitzende im Kreistag tätig zu sein.

„Ich bin aber nicht die Frau, die halbe Sachen macht!“, erklärt Schobert die Entscheidung gegen die Ratsarbeit. Gerade im Stadtrat Verden werde sehr beteiligungsorientiert gearbeitet. So sei in der Vergangenheit in Arbeitskreisen unter Beteiligung von Politik, Verwaltung, Schulleitungen und Eltern der Bestand der fünf Grundschulen festgelegt und ein Konzept für eine Sekundarschule erarbeitet worden.

Aktuell stehe die Entwicklung der Kindertagesstätten zu Familienzentren auf der Tagesordnung. Das inhaltliche Konzept wird in einer Arbeitsgruppe aus Fachkräften der Kindertagesstätten, Vertretungen der Eltern, der Ratsfraktionen und der Verwaltung erarbeitet.

„Die Arbeit in solchen Arbeitsgruppen war immer interessant und hat mir viel Spaß gemacht. Sie ist aber auch zeitintensiv, Und diese Zeit habe ich im Moment nicht. Deshalb habe ich mich zum Rücktritt entschlossen“, teilt Schobert mit.

Seit 1986 engagiert sich Ulla Schobert in der Kommunalpolitik und das immer für Bündnis 90/Die Grünen, also bereits, bevor die Partei diesen Namen trug.

Mit Unterbrechungen gehörte sie seitdem dem Rat an und seit 1991 dem Kreistag. „Hier liegen meine Schwerpunkte im Bereich Soziales und Jugendhilfe“, sagte sie gestern. „Dort will ich die Themen soziale Gerechtigkeit, bezahlbarer Wohnraum, Flüchtlingshilfe, Erinnerungskultur und klimafreundliche Mobilität engagiert vorantreiben.“

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