Berichte erinnern Ex-Iraker Karam und Diana Yazidkahan an ihre Odyssee / Hilfe

Wieder Bilder von der Flucht

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Die Bilder der zurückliegenden Tage von der Ankunft der Flüchtlinge haben alte Erinnerungen wachgerufen: Karam und Diana Yazidkahan tauschen sich darüber mit Verdenerin Ludmilla Engelmann aus.

Verden - „Die Tränen haben mich berührt“, sagt Karam Yazidkahan. Für einen 17-Jährigen ist diese Wirkung, die die Bilder vom Eintreffen der Flüchtlinge auf deutschen Bahnhöfen machen, eher überraschend. Aber bei dem jungen Iraker und seiner Schwester Diana wecken die Berichte Erinnerungen an ihre eigene Odyssee über Syrien bis nach Verden. „Wir können uns die Gefühle gut vorstellen“, sagen sie. Sie wollen helfen, mit ihren Erfahrungen und den Kenntnissen in arabischen Sprachen und Dialekten, die sie mit hergebracht haben.

Die Geschwister haben einen Zeitungsbericht über die Flüchtlingszüge vom Wochenende vor sich liegen, Überschrift: „Das gelobte Land“. „Keiner geht ohne Grund“, kommentiert Karam. Seine Familie war damals vor dem Terror und den Wirren nach dem Irak-Krieg aufgebrochen. Große Teile von Karams Kindheit verbrachten sie in Syrien, bevor sie auch dort nicht mehr bleiben konnten.

„Man muss das respektieren, was die erlebt haben“, fordert Karam mit Nachdruck. Ein junger Syrer habe zur Zeit doch nur die Wahl, sich irgendeiner Miliz oder Armee anzuschließen oder zu gehen, meint er. Vor seinem geistigen Auge hat er Bilder, was die syrischen Flüchtlinge auf ihrer 3000 Kilometer langen Reise durchgemacht haben, zu Fuß, im Auto und in Zügen. „Und in den fürchterlichen Booten“, fügt Diana hinzu. Im Vergleich sei die Flucht der Yazidkahans fast geordnet verlaufen. Nach Europa gelangten sie damals mit dem Flugzeug.

Auch die 23-Jährige kann sich noch gut daran erinnern, wie fremd sie sich fühlte nach der Ankunft, aber auch an das gute Gefühl von Sicherheit. Als „gelobtes Land“ empfindet Karam seine neue Heimat in Verden auch jetzt nach Jahren noch. Es stehe für Freiheit, Sicherheit und geordnete Verhältnisse, Recht und Gesetz. Das können die beiden jungen Iraker schätzen. Diana ist auch wichtig anzumerken, dass sie die Schule besuchen konnte. Sie hat den Abschluss schon, ihr Bruder arbeitet noch daran. Beide wollen sich hier eine Zukunft aufbauen. „Ohne Angst“, sagt Karam.

Arabische und

kurdische Dialekte

Beide kommen mittlerweile in Verden gut zurecht. Bei den Problemen mit der deutschen Sprache hat Karam Glück gehabt. Die Verdenerin Ludmilla Engelmann trifft sich seit mittlerweile vier Jahren mit ihm und hat ihm in Gesprächen und gemeinsamen Lesestunden auf die Sprünge geholfen. Eine Art Freundschaft mit der 69-Jährigen ist entstanden, die inzwischen auch Diana mit einschließt.

„Wir würden von dem Guten gerne etwas zurückgeben“, sagen die beiden. Karam hat sich überlegt, dass gerade die Sprache für die Neuankömmlinge häufig zur Barriere werden könnte. Aufgewachsen im Irak und in Syrien, sind für die jesidische Familie Arabisch, Kurdisch und eine Reihe von Dialekten in diesem Sprachraum kein Problem. Er könnte ins Deutsche übersetzen, meint der 17-Jährige es ernst mit seinem Angebot. „Wenn viele Leute einen kleinen Beitrag leisten, kann man dennoch viel erreichen“, ist die Philosophie von Karam Yazidkahan.

kle

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