Bereits Eigentümer kontaktiert / Morgen BI-Treffen in Völkersen

Erdöl AG sondiert Flächen in Walle

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Kaum, dass die Überlegungen der Deutschen Erdöl AG bekannt wurden, in der Ortschaft Walle nach Erdgas zu bohren, hingen schon die ersten Protest-Kreuze an der B215.

Walle/Völkersen - Die Deutsche Erdöl AG (Dea/ehemals RWE Dea) soll mehreren Grundstückseigentümern in Walle bereits konkrete Angebote für Flächen gemacht haben, auf denen offenbar ein zweiter Bohrplatz errichtet werden soll. Der Konzern „sondiere“ mehrere Flächen, die alle westlich der B215, ungefähr auf Höhe der Einmündung der Straße Waller Bahnhof in die Bundesstraße liegen, bestätigte kürzlich Heinz Oberlach, Sprecher des Dea-Förderbetriebs Niedersachsen.

„Von einem Grundstückseigentümer habe ich persönlich erfahren, dass die Dea bereits Kontakt mit ihm aufgenommen hat und schon mehrfach, zirka vier- bis fünfmal, mit entsprechenden Angeboten vorgesprochen hat“, berichtet der Waller Ortsbürgermeister Detlef Peterson. Es sei aber zu keinem Verkauf gekommen. „Bei einem zweiten Eigentümer soll ebenfalls ein Angebot abgegeben worden sein. Auch hier erfolgte noch kein Verkauf“, so Peterson weiter.

„In beiden Fällen nutzte die Dea offensichtlich unlautere Methoden, um die Eigentümer zur Angebotsannahme zu drängen, indem man die Möglichkeit einer Zwangsenteignung anführte“, findet Peterson deutliche Worte.

„Die Enteignung ist als Grundabtretung grundsätzlich denkbar“, sagt Gero Landzettel. Dies sei im Bundesberggesetz geregelt. Die Entziehung des Eigentums selbst sei nur in sehr eng umgrenzten Fällen zulässig. „Meines Erachtens sind die Hürden für solche Zwangsmaßnahmen recht hoch“, so der Jurist aus Langwedel. Er ist gleichzeitig einer der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Flecken Langwedel gegen Gasbohren“.

Für den Anwalt stellt sich die Frage, wie ein Förderunternehmen nachweisen will, dass für die Errichtung eines neuen Bohrplatzes ausgerechnet das zu enteignende Grundstück benötigt wird und nicht ein anderes, dass 100 oder auch 300 Meter entfernt liegt. Ihm ist auch kein Fall bekannt, in dem es im Zusammenhang mit der Erdgasförderung zu einer Zwangsenteignung gekommen ist

„Die entsprechenden Grundstückseigentümer sind sicherlich gut beraten, wenn sie sich alle Fakten zu einem möglichen Verkauf aufzeigen lassen würden und nicht nur die eingeschränkten Angaben aus den Angeboten der Dea“, findet Peterson.

Der Ortsrat Walle plant eine Informationsveranstaltung, die jedoch aus verschiedenen Gründen erst am Freitag, 8. Januar, um 18 Uhr, im Waller Dörpshus stattfinden soll. Der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt habe bereits zugesagt.

Kommen wollen auch Vertreter der Bürgerinitiative „No Fracking“ aus Völkersen. Diese hat das Thema Erdgas in Walle bereits auf die Tagesordnung für ihr morgen Abend um 19.30 Uhr im Gasthaus „Zur Post“ in Völkersen stattfindendes BI-Treffen gesetzt. Interessierte Waller Bürger sind dazu herzlich eingeladen.

wb

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