Ehepaar scheitert mit Klage

Hundefreilauffläche in Verden: Bello darf weiter bellen

Das Hundegebell spiele im Verhältnis zu anderen Lärmquellen eine untergeordnete Rolle, argumentierte die Stadt Verden.
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Das Hundegebell spiele im Verhältnis zu anderen Lärmquellen eine untergeordnete Rolle, argumentierte die Stadt Verden.

Verden – Hunde, die bellen, beißen nicht, weiß der Volksmund. Verärgerte Nachbarn von Verdens einziger Hundefreilauffläche haben ihren Worten dagegen Taten folgen lassen. Sie drohten der Stadt mit einer Klage wegen ständiger Lärmbelästigung, insbesondere durch das Hundegebell, und zogen vor das Verdener Amtsgericht. Dort sind sie jedoch mit ihrer Forderung nach einer Schließung des Platzes gescheitert. Die Klage wurde abgewiesen.

Das Ehepaar wollte erreichen, dass die Wiese geschlossen wird. Bei Zuwiderhandlung sollte der Stadt ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro drohen. Doch zu allgemein gefasst waren nach Auffassung des Gerichts die Schilderungen eines stark zunehmenden Lärms seit Eröffnung der Freilauffläche im Jahr 2013.

Die Kläger hatten argumentiert, dass für die Anwohner der Standort „grob rücksichtslos“ sei. Lärmbeeinträchtigungen bestünden aufgrund der Häufigkeit, Dauer und Lautstärke der Nutzer. Bis zu 40 Hunde seien dort gleichzeitig anzutreffen.

Hohe Akzeptanz für die Öffnungszeiten gesucht: Ortstermin vor fast einem Jahr auf der Hundewiese.

Bestritten wurde seitens der Stadt die Vielzahl der Hunde und dass die Nutzungszeiten nicht eingehalten würden. Diese waren im März 2019 festgelegt worden, nachdem die Kläger in einer Sitzung des Ausschusses für Straßen und Stadtgrün ihrem Ärger Luft gemacht hatten. In dem Prozess hatte die Stadt vorgetragen, dass sie keine Alternative für eine Freilauffläche habe. Im Verhältnis zu anderen Lärmquellen – Bremer Straße, Bahnstrecke, Tennis- und Beachvolleyball-Platz und den Boule-Bahnen – stelle das Hundegebell „eine untergeordnete Rolle“ dar.

Abgewiesen wurde die Klage, weil die Kläger keine „substantiierte Lärmbeeinträchtigung“ vorgetragen hätten. „Es fehlten konkreten Angaben dazu, wann beispielsweise zu welcher Uhrzeit in welchem Umfang Hunde sich auf der Freilauffläche befinden, wie viele Hunde zeitgleich in welchem Zeitraum bellen, wie laut das Bellen ist, das heißt von welchen Hunden es ausgeht“, heißt es in dem schriftlichen Urteil. Nicht ein konkretes Datum, keine Uhrzeit sei genannt worden.

Hundefreilauffläche-Klägerin: „Wir waren sprachlos“

„Wir waren sprachlos“, so die Klägerin. Die Einholung eines Lärmgutachtens sei vom Gericht abgelehnt worden, berichtet sie aus der mündlichen Sitzung. Sich da selbst hinzustellen und Protokoll zu führen sei für sie und ihren Mann nicht in Betracht gekommen. „Wir wollten uns nicht zum Affen machen lassen.“ Anfechten wollen sie das Urteil nicht. „Dann müssen wir das bis ans Lebensende ertragen“, sagt sie.

Im Rathaus wird weiterhin nach Flächen für weitere solcher Hundewiesen gesucht, sagte gestern auf Nachfrage Stadtkämmerer Andreas Schreiber. Diese zu finden sei das Problem. „Das Thema ist aber nicht gestorben. Nur gut Ding muss Weile haben“, gab er zu bedenken.

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