Denkanstöße gegen verkrampften Umgang

Mit Behinderungen rechnen: Ausstellung mit Cartoons von Phil Hubbe

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Neele Scholvin besitzt einen echten Hubbe.

Verden - Ein ungewöhnlicher, aber sehr humorvoller Blick auf Menschen mit Behinderungen: Noch bis zum 16. Juni ist die Ausstellung „Mit Behinderungen ist zu rechnen“ mit Cartoons von Phil Hubbe im Selbstlernzentrum der BBS zu sehen.

Zur Eröffnung am Montag kamen neben zahlreichen Schülerinnen und Schülern auch Karin Labinsky-Meyer als Vertreterin des Landrats, der Behindertenbeauftragte der Stadt Verden, Dieter Eggert, und die Leiterin der MS-Gruppe Verden/Achim, Brigitte Bode.

Der Karikaturist Phil Hubbe weiß worum es geht, wenn er Menschen mit Behinderungen zeichnet. Vor mehr als 28 Jahren erhielt er die Diagnose „Multiple Sklerose“. Doch er gab sich nicht auf. Gerade seine Beeinträchtigung macht es dem Zeichner möglich, die Probleme zwischen Behinderten und Nichtbehinderten treffend und mit seinem eigenen Humor auf den Punkt zu bringen.

Nachdenklich stimmen und amüsieren

Lehrerin Waltraut Bergmann hat die Ausstellung in die BBS geholt. Sie hofft, dass die Cartoons Denkanstöße geben, eine gemeinsame Perspektive zu entwickeln. „Ein bisschen was bleibt sicher hängen, wenn man sich die Bilder anschaut“, ist sie sicher.

Die Ausstellung mit Cartoons von Phil Hubbe wurde gestern in den Berufsbildenden Schulen eröffnet.

„Die Ausstellung passt in die Zeit, in der wir uns tagtäglich mit Inklusion beschäftigen“, findet auch Schulleiter Manfred Runge. Die Bilder, die teils nachdenklich stimmen, teils amüsieren, würden helfen, einen unverkrampfteren Umgang miteinander zu entwickeln. „Jeder kann jeden Tag mit Behinderungen rechnen, zum Beispiel nach einem Autounfall“, rief Karin Labinsky-Meyer in Erinnerung. Gerade mit seinem Humor würde Hubbe mehr erreichen, als mit dem erhobenen Zeigefinger.

Betroffene möchten am Leben teilhaben

Dieter Eggert ist wie Hubbe an MS erkrankt und seit einiger Zeit Rollifahrer. Er nutze die Gelegenheit, um auf die immer noch vorhandenen Barrieren hinzuweisen. Nur wer selbst einmal im Rollstuhl gesessen habe, könne sich in die Lage hineinversetzen. „Trotz Einschränkungen möchten auch wir am Leben teilhaben und nach Möglichkeit selbst handeln.“ Der Behindertenbeauftragte ermutigte Menschen mit Einschränkungen aber auch, nicht nur zu warten, dass man ihnen hilft, sondern, wenn nötig, selbst den Mut zu haben, um Hilfe zu bitten.

Auch BBS-Schülerin Neele Scholvin ist Rollifahrerin. sie hatte Phil Hubbe vor Jahren auf einer Messe kennengelernt und ist stolze Besitzerin einer Zeichnung von ihm. „Man muss noch sehr viel tun“, kommentierte sie die aktuelle Situation der Behinderten. Wenn man sich falsch behandelt fühle, müsse man sich aber trauen, den Mund aufzumachen. „Auch ich musste lernen, um Hilfe zu bitten. Jetzt frage ich, dadurch bin ich schon mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen.“

ahk

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