Gastronom ist verärgert

Beachclub im Verdener Allerpark: Baurecht verhindert schicke Gastro-Idee

Einen Beachclub, wie diesen hier in Rinteln, wollte Hüseyin Tavan im Allerpark einrichten. Aber das gibt das Baurecht nicht her. Foto: Bodega Beach Club
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Einen Beachclub, wie diesen hier in Rinteln, wollte Hüseyin Tavan im Allerpark einrichten. Aber das gibt das Baurecht nicht her.

Verden - Hüseyin Tavan ist wirklich verägert. Der Gastronom betreibt in Verden die Bodega und das Rodizio. Gern hätte er auch im Allerpark ein Lokal eröffnet. Doch sein Konzept, dort einen Beachclub zu errichten, setzte sich nicht durch.

Er war raus, ohne Gelegenheit, seine Idee noch einmal im Rathaus vorstellen zu können. „Es ist traurig, dass so ein komplexes Konzept damit einfach über Bord geworfen wird“, formuliert er jetzt seinen Frust.

Er betrachtet die Absage an ihn und seinen Kompagnon Arif Sanal als eine vertane Chance der Stadt. „Ich persönlich schäme mich dafür, dass man sich wieder für einen Container entschieden hat.“ Mit der Entscheidung gegen ihn geht Tavans hart ins Gericht: „Einen Container hinstellen, Dosenbier und Fertiggerichte verkaufen, kann jeder, dazu benötigt man keinen Gastronomiebetrieb und keine Konzepte.“

„Ich verstehe seine Enttäuschung“, sagt Bürgermeister Lutz Brockmann. Sein Gedanke beim ersten Blick auf das Beachclub-Konzept sei „Oh, das hat was“ gewesen. Es entspreche aber nun einmal nicht den in der Ausschreibung genannten Vorgaben.

Bewerbung entspricht nicht der Ausschreibung  

Dort ist unter anderem davon die Rede, dass der Gastronom oder Investor „auf der vorhandenen Fläche eine adäquate, qualitätsvolle und wirtschaftliche Gastronomie zu entwickeln, zu realisieren und zu betreiben“ habe. Dabei haben die mobilen baulichen Anlagen Rücksicht auf die Stadtsilhouette und den Mehrgenerationenspielplatz zu nehmen und sollten sich zudem in den Allerpark einfügen.

Seines Wissens habe es ein Gespräch zwischen Vertretern des zuständigen Fachbereichs und dem Geschäftspartner von Hüseyin Tavan gegeben, berichtet der Bürgermeister. Die Frage, ob es auch vorstellbar sei, ein kleineres Lokal zu betreiben, sei dabei verneint worden. Die Größe müsse sein aus wirtschaftlichen Gründen, habe die Antwort gelautet.

Tavan räumt ein, dass seine Strandbar die Dimensionen sprengen würde. Laut Ausschreibung der Stadt stehen für die mobile Gastronomie 300 Quadratmeter zur Verfügung. Und die liegen geschätzte 15 Meter von der Wasserkante entfernt. Dafür gibt es auch einen entsprechenden Bebauungsplan.

Der Beachclub sollte bei voller Auslastung Platz für 500 Gäste bieten – auf einer Art Holzterrasse mit Mobilar im Paletten-Stil und einem vorgelagerten, aufgeschütteten Sandstrand am Flussufer. Beachfeeling direkt an der Aller oder, wie Hüseyin Tavan es formuliert, „ein paar Stunden Urlaub für den Gast“.

Erfolgreicher Bodega Beach Club an der Weser in Rinteln

Dass so etwas grundsätzlich funktionieren kann, weiß Tavan aus Rinteln. Dort betreibt sein Geschäftspartner bereits seit 2014 in den Sommermonaten den Bodega Beach Club an der Weser. Die Webseite zeigt ein Foto eines gut besuchten Lokals, in einer ähnlichen Umgebung wie der des Allerparkes.

„Die Aller hier ist anders als die Weser in Rinteln“, hält Brockmann dagegen. Eine Gastronomie mit bis zu 500 Gäste brächte erheblich mehr Verkehr und Lärm in den Allerpark und passe auch nicht so recht zu dem Spielplatz in der direkten Nachbarschaft. Vor allem aber sei der Uferbereich Teil des Naturschutzgebietes und befände sich überdies gar nicht im Eigentum der Stadt.

„Es ist wirklich ein tolles Konzept“, lobt Jasmin Schroer die Idee von Hüseyin Tavan und Arif Sanal. Sie hat die Ausschreibung für die Stadt Verden begleitet und hätte sich eine gute Zusammenarbeit mit dem Bodega-Wirt vorstellen können. „Aber ich habe Formalien, die ich einhalten muss“, fügt sie hinzu. Der Beachclub passe einfach nicht in das vorhandene Baufenster.

Neues Baurecht zu schaffen ist keine Option

Das mal eben so zu erweitern, also neues Baurecht zu schaffen, ist für Brockmann keine Option. Nicht zuletzt, weil die Stadt den für den Allerpark geltenden Bebauungsplan mit zahlreichen Behörden abstimmen musste.

Ganz wird die Verwaltung um einen solchen Aufwand aber nicht herumkommen, wenn der Allerpark flussabwärts erweitert wird. „Wir haben da ja vor, Ufertreppen zu schaffen“, berichtet der Bürgermeister. Dann sind weitere Gespräche mit den Behörden fällig. Und vielleicht ja auch eine Diskussion über die Ansiedlung einer Gastronomie an dieser Stelle.

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