BBS-Halle: Infoveranstaltung in Dauelsen

„Zelte sind keine Alternative“

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Viele Dauelser Bürger wollen helfen.

Dauelsen - Während die ersten Flüchtlinge am Freitagabend in den BBS noch registriert und untersucht wurden, fand im alten Schulhaus in Dauelsen eine Bürgerversammlung statt.

Als Ortsbürgermeisterin Jutta Sodys dazu eingeladen hatte, war nur bekannt, dass die Sporthalle ab den Herbstferien für Flüchtlinge genutzt werden soll. Kurz darauf wurden dem Landkreis 350 Flüchtlinge bis Mitte dieser Woche angekündigt. „Die Dinge überschlagen sich mittlerweile viertelstündlich“, gab Sodys zu bedenken.

„Wir waren heilfroh, dass wir ein fertiges Konzept in der Schublade hatten“, so Landrat Peter Bohlmann bei der Versammlung. So habe man schnell reagieren können, als das Innenministerium die Flüchtlinge ankündigte. Im gesamten Jahr 2014 seien es insgesamt rund 850 gewesen. Diese Zahl sei im aktuellen Jahr bereits bis Ende September erreicht worden. Neben den 350 Flüchtlingen, die bis Mitte der Woche ankommen sollten, kämen wöchentlich weitere 55. Somit rechnet Bohlmann mit rund 850 Flüchtlingen im Landkreis Verden für die Zeit von Oktober 2015 bis Ende Januar 2016. „Viele stammen aus afrikanischen Staaten“, so Bohlmann. Deshalb gehe er von einer Anerkennungsquote von 40 Prozent aus.

Die BBS-Sporthalle werde über das Ende der Herbstferien hinaus mit Flüchtlingen belegt sein. „Es ist uns klar, dass das nur eine befristete Lösung sein kann. Wir gehen aber vom Ende des Jahres aus“, so der Landrat. Deutlich machte er, dass Zelte keine Alternative seien, schon allein der Temperaturen wegen.

BBS Verden werden zu Unterkünften für Flüchtlinge

Angesehen habe er sich am Freitag drei Produktionshallen im Nordkreis, die als Unterkünfte in Betracht kämen. Gedanken werde man sich wegen Alternativen für den Sportunterricht und das Sportabitur machen müssen. Wie Schulleiter Manfred Runge nach der Sitzung erklärte, ist ein Treffen aller Schulleiter im Stadtgebiet im Anschluss an die Herbstferien geplant.

Von Ablehnung und großen Ängsten war bei den Anwesenden nichts zu spüren. Es schien den rund 110 Besuchern der Versammlung vorrangig um Informationen zu gehen und die Frage, wie man als Bürger helfen kann. Ralf Vogt, Integrationslotse beim Landkreis, appellierte, keinesfalls mit einem Koffer voller Kleidung zur BBS-Sporthalle zu kommen. Solche Hilfen seien willkommen, müssten aber organisiert werden. Gerne mit Hilfe der Dauelser Bürger, von denen sich einige in ausgelegte Listen eingetragen haben.

wb

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