Was aus toten Baumstämmen werden kann / Neues Projekt an den Berufsbildenden Schulen

BBS in Verden: Mit scharfen Zähnen wie durch Butter

Per Gabelstapler landet der tonnenschwere Stamm auf der Säge und wird zerlegt.
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Bestens präpariert: Per Gabelstapler landet der tonnenschwere Stamm auf der Säge und wird zerlegt.

Späne fliegen, die Bandsäge schlägt mit ihren messerscharfen Zähnen zu, macht aus rohen Stämmen Balken, Brett und Latten. Die Schülerinnen und Schüler der BBS in Dauelsen packen kräftig mit an und die Fachlehrer Bernd Wünsch und Christian Brandt wissen: Der neue Stundenplan kommt an....

Verden – Das kann sich sehen und hören lassen: 90 messerscharfe Zähne, wie an der Schnur gezogen, fahren kreischend durch den meterlangen Kieferstamm. Als wäre es ein Stück Butter, schneiden sie daraus Balken, Bohlen, Bretter und Latten. Akkurat und nach Maß. Das Holz kommt direkt aus dem Wald, praktisch um die Ecke. Philip, Rieka, Fabian und Jonas wissen, woher: „Aus dem Spanger Forst.“ Praxisnah und vor allem nachhaltig, so stellen sich Bernd Wünsch und Christian Brandt, Fachlehrer für Bautechnik und selbst gelernte Zimmermänner, den Einstieg in den Unterricht an den Berufsbildenden Schulen in Verden-Dauelsen vor. „Theorie ist wichtig, aber zu sehen, wie es wirklich läuft, unbezahlbar“, sagt Wünsch.

Im Sägewerk der Berufsbilden Schulen Verden: 42 Stämme, circa 22 Festmeter, liegen auf dem Hof

Die Schülerinnen und Schüler bekommen das komplette Programm geboten und sind zugleich mittendrin. Die Bäume aus dem Spanger Forst geliefert, das ist nur der Anfang. 42 Stämme, circa 22 Festmeter, liegen auf dem Hof. „Käferholz“, so Fachmann Wünsch, also tot und abgängig. Philip Schumacher, Rieka Meyer, Fabian Flechner und Jonas Wrede spucken in die Hände, greifen zum Schaber und kratzen die Rinde von den toten Stämmen. Eine schweißtreibende Arbeit, aber die Lehrlinge im Bereich Agarwirtschaft haben richtig Bock. „Klappt super, sauber gelöst“, lobt Fachlehrer Andreas Martius.

Ordnung muss sein: In der Sägerei macht jeder der 35 Schülerinnen und Schüler seinen Job..

Weiter geht’s: Bestens präpariert, landet der Stamm auf dem Gabelstapler, eine kleine Tour und Rieka und Co. stehen vor der Bandsäge. Technik pur, die Philipp Nogga am Pult der Maschine dirigiert. Der Stamm liegt, die Maße stimmen, ein Knopfdruck, die Zähne der Säge packen zu, Späne fliegen, es braucht nur wenige Minuten, um aus dem Stamm fertiges Bauholz zu machen. Brett für Brett wächst in der Halle feinstes Holz zu Stapeln, über die sich jeder Tischler freuen würde. Doch wo gesägt wird, da fallen auch Späne. Fein säuberlich zusammengefegt, landen sie gut verteilt im angrenzenden Wald und in den Beeten der BBS. „Zurück zur Natur, so soll es sein“, lacht Fachlehrer Bernd Wünsch.

In der Sägerei der BBS: Vom Baumstamm zum Schnittholz

Vom „Baumstamm zum Schnittholz“, so hatten die Fachlehrer Wünsch und Brandt die Unterrichtseinheit den Schülerinnen und Schülern vorgestellt und waren damit bei dem neuen Jahrgang der Bau- und Agrartechniker auf breite Zustimmung gestoßen. „Holz liegt nicht von allein im Baumarkt. Uns ist es wichtig zu zeigen, wieviel Arbeit letztendlich im Prozess bis hin zum Verkauf steckt“, erklärt Wünsch. Und, auch das ist wichtig: Alles aus der Region und um die Ecke, inklusive Lkw-Anlieferung und mobiles Sägewerk. „Nachhaltigkeit im Zeichen des Klimawandels, das gehört ebenfalls zum Stundenplan“, so Wünsch.

Kräftig zugepackt (v.l.): Philip Schumacher, Rieka Meyer, Fabian Flechner und Jonas Wrede bei der Arbeit.

Alles aus der Region und um die Ecke, inklusive Lkw-Anlieferung und mobiles Sägewerk.

Laut ist es, weil sich immer wieder die Säge kreischend den Weg durch die Stämme bahnt. Lukas Schulz stört es nicht. Der 17-Jährige nimmt nochmals den Besen und fegt die Bretter blank. Amelie Poppe und Freundin Jana Henneke helfen und schippen das Sägemehl in die Schubkarre. „Die Arbeit im Team klappt bestens“, so das Trio. Jeder macht, reihum, mal den einen und mal den anderen Job.

Schulleiter Stefan Frese freut’s. „Ein praxisnahes Projekt, das wir nicht zum letzten Mal gemacht haben.“ Und ein Versprechen mit durchaus wirtschaftlichem Hintergrund. „Wir brauchen an der Schule im Unterricht in allen Bereichen den Werkstoff Holz. Die Nachfrage ist allerdings überall groß, die Preise gehen durch die Decke“, so Frese. „Nun haben wir erst einmal vorgesorgt“, wirft er einen zufriedenen Blick auf die Stapel.

BBS-Schulleiter Stefan Frese: „Ein praxisnahes Projekt, das wir nicht zum letzten Mal gemacht haben.“

Alt oder morsch werden die Balken und Bretter im BBS-Lager tatsächlich nicht: „Wir haben verschiedene Projekte auf dem Zettel, darunter der Bau von Unterständen und Ausbesserungsarbeiten im Rahmen von gemeinnützigen Projekten“, so Wünsch.

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