Barbara Messer und Nicola Oßwald reisen ein Jahr mit Wohnmobil / Viele Erfahrungen

Zwei Frauen mit Katze auf Tour

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Auf Tour mit „Hexe“: Barbara Messer (l.) und Nicola Oßwald machten Station in Verden.

Verden - Für viele sicherlich ein Traum, letztendlich aber auch eine echte Herausforderung: Die gebürtige Verdenerin Barbara Messer und ihre Lebensgefährtin Nicola Oßwald haben genau ein Jahr im Wohnmobil gelebt und gearbeitet. Mit dabei war Katze „Hexe“, die ihrem Namen überhaupt keine Ehre macht.

Es war ein Jahr, das ihr Leben nachhaltig prägen wird, sagt Barbara Messer. Jetzt war sie mit Partnerin und Mitarbeiterin Nicola Oßwald, Tochter Thea und der Katze anlässlich einer Familienfeier nach Verden zurückgekehrt. Hier wurde sie 1962 geboren. Zog gut 20 Jahre später nach Hannover, lebte unter anderem in Berlin und zuletzt eben im Wohnmobil.

„Es sollte, wegen eines unklaren Hausverkaufs aus einer Vorgeschichte, wie sie wohl viele Menschen kennen, eigentlich nur ein kurzer Übergang sein“, berichtet sie. „Doch mir war schnell klar, dass eine große Herausforderung, eine Chance darin lag, dieses Projekt auf ein ganzes Jahr auszudehnen. Es geht dabei weniger um Abenteuer, Urlaub oder ein Sabbatical, sondern eher um gelebte Resilienz, um die Achtsamkeit, derer es bedarf, wenn zwei Menschen auf engem Raum miteinander leben und arbeiten, um exzellente Kommunikation und klar geregelte Zuständigkeiten als Paar.“

Barbara Messer arbeitet als Trainerin, bildet andere Trainer aus, und dies offenbar sehr erfolgreich. Sie hat 22 Bücher veröffentlicht, coacht in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das letzte Jahr in Zahlen: 40000 Kilometer auf der Straße unterwegs, circa 30 Keynotes, 26 Workshops, 15 Großgruppenworkshops, circa 70 Trainingstage in drei Ländern (30 davon in Englisch), diverse Fortbildungstage, Tanzausbildung für Bühnenpräsenz und vieles mehr.

Aktuell ist die gebürtige Verdenerin nominiert für den Europäischen Trainingspreis 2015/2016.

„Wir erlebten sehr viel Offenheit, weil viele Menschen das ganz spannend finden“, sagt sie. Sie seien aber auch schon mal als Wasser-Schmarotzer beschimpft worden, wenn sie lediglich einen Zehn-Liter-Kanister auffüllen wollten. Ängste vor einem Überfall oder einen eingefrorenen Wassertank waren unnötig. In Sachen Organisation und Verzicht wurde den Frauen einiges abverlangt. Heimatlos zu sein, sei schwierig, mache aber auch glücklich, sind sie sich einig.

Die Reise ist vorbei, das Projekt beendet. Auf einer Insel in Berlin bezieht das Paar eine Wohnung. Der Stubentiger wird seine Freigänge dort sicher weiterhin einfordern. Gab es unterwegs einen kurzen Zwischenstopp wurde Hexe an der Leine geführt, ansonsten durfte auch die zwölf Jahre alte Katze die Freiheit der Reise genießen, herumstromern bis sie freiwillig zum Wohnmobil zurückkehrte.

Über ihre Erfahrungen als „Business-Nomadin“ will Barbara Messer ein weiteres Buch schreiben. Geplant ist zudem ein Buch aus Sicht der Katze und deren Blick „über den Napfrand hinaus“.

wb

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