Band ohne Instrument

Kammerchor des Verdener Domgymnasiums beim Rosa Wettbewerb

Mit viel Spaß bei der Sache: der Kammerchor. Foto: Luka Spahr
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Mit viel Spaß bei der Sache: der Kammerchor.

Verden – Gitarrenriffs, Schlagzeugfills und Trompetensolos: Das alles wird es am 8. März beim Finale des Rosa Musikwettbewerbs in Bruchhausen-Vilsen wohl zu hören geben. Was aber auch dabei sein wird: Sopran, Alt, Tenor und Bass. Mit dem Kammerchor des Verdener Domgymnasiums ist auch eine Gruppe dabei, die sich nicht ohne Weiteres als Band bezeichnen lässt. Höchstens durch ein Klavier, oft aber auch ohne jegliches Instrument neben der eigenen Stimme, will die fast 40-köpfige Chorgemeinschaft aus Verden überzeugen. Warum sie gewinnen werden? „Weil Chöre immer der Hammer sind“, ist sich die Zwölftklässlerin und Sängerin Theske Voige sicher.

Als dieser Text geschrieben wird, ist es noch über einen Monat hin, bis die Finalisten aufeinandertreffen. Es ist schon dunkel in den dunklen Gängen des Domgymnasiums. Nur in einem Raum im ersten Stock brennt noch Licht. „Achtet auf das Crescendo“, schallt Vanessa Gallis Stimme über den Flur. Die Musiklehrerin hat zum Einsingen ein Segenslied ausgewählt. Dann folgt eine Adaption von William Butler Yeats „Down By The Salley Gardens“.

Direkt nach Weihnachten übte Galli mit den Chormitgliedern ein neues Programm ein. Und das kann sich Ende Januar schon hören lassen. Unter anderem wahrscheinlich, weil die Schüler nicht nur in der Woche, sondern auch am Wochenende proben. Das sei „nicht für jeden was“, gesteht Sängerin Theske. Aber: Alle Schüler sind freiwillig hier. Der Kammerchor ist einer von vieren an dem Gymnasium. Für ihn haben sich die Schüler entschieden, weil sie bewusst mehr gefördert werden möchten. Vanessa Galli nimmt das sehr ernst.

Sie ist eine quirlige Person, die viel lacht und die Schüler auch gerne mit ihrer guten Laune ansteckt. Wenn die Gruppe aber zu unruhig wird, dann kann sie auch mal ernst werden. „Psst, Männer“, ruft sie da etwa. „Wir haben Besuch.“ Dann geht Galli wieder an ihr Klavier, das inmitten der Schüler steht, und stimmt das nächste Lied an. Da beginnt das „Tenörchen“, wie Galli es nennt.

Die Verdener Musiklehrerin leitet den Kammerchor seit ungefähr eineinhalb Jahren. Sie war es auch, die die Gruppe ermuntert hat, sich beim Rosa-Wettbewerb anzumelden. Bühnen sind die Schüler immerhin schon gewohnt. Unter anderem in die USA verschlug es sie schon bei einem Schüleraustausch. Dort probten sie mit anderen Chören an den Highschools.

Die gesammelte Erfahrung wollen sie jetzt in Bruchhausen-Vilsen unter Beweis stellen. „Ein Chor kann eine ganz andere Atmosphäre als eine Big-Band schaffen“, ist sich Theske sicher. Außerdem steche ein Chor unter den Finalisten heraus, vermutet Sänger Maximilian Coels.

Dann stimmt Galli ein neues Lied auf ihrem Klavier an. „Dududududu“ geht es los. „I can’t get the melody out of my head.“ Wenn das auch bei der Jury später zutrifft, dann stehen die Karten gut für den Chor.  ls

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