Stadt und Bahn bauen für 120.000 Euro

Sammelanlage am Verdener Bahnhof: 48 Räder sicher in der neuen Box

Fahrräder im hohen Gras und unter freiem Himme
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Fahrräder im hohen Gras und unter freiem Himmel: Die neue überdachte und verschließbare Anlage bietet an der Stelle demnächst 48 Plätze.

Verden – E-Bike, Renn- oder Tourenrad, wer seinen hochbezahlten fahrbaren Untersatz abstellt, den treibt die Angst, ob bei der Rückkehr noch alles an seinem Platz steht. Diebstahlsicher in eine Box oder Anlage, so haben es die Biker am Liebsten. Am Verdener Bahnhof ist die Nachfrage groß. Bahn und Stadt wollen daher eine weitere Sammelanlage für insgesamt 120 .000 Euro bauen.

Stadt Verden: Immer mehr Anfragen nach abschließbaren Anlagen für E-Bike und Co

Niklas Radke, Fachbereich Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Verden, braucht nicht lange zu blättern. „Die Warteliste für Leute, die einen abschließbaren Stellplatz für ihr Rad suchen, ist lang.“ Sammelanlagen gibt es rund um den Verdener Bahnhof. Eine davon, etwas versteckt, hinter dem Restaurant Rodizio, zwischen Georgstraße auf der einen und Friedrichstraße auf der anderen Seite der Gleise. „Sehr beliebt, weil in der Nähe des Bahnhofes“, so Radke. Circa 40 Plätze, alle vermietet.

Rund um den Verdener Bahnhof alle Schlüssel für Stellplätze vergeben

Eine weitere Anlage steht an der Lindhooper Straße, auf dem Parkplatz der Park- & Ride-Anlage beim Jugendzentrum, mit circa 66 Plätzen relativ groß. Wer sein Fahrrad unterstellt, der bekommt einen Schlüssel und muss dafür ein Pfand hinterlegen. „30 Euro und eine Unterschrift“, so Radke. Den Betrag gibt’s bei Schlüsselabgabe komplett zurück. Das Rad sicher untergestellt, der Platz rein rechnerisch kostenlos, das Angebot wird konsequent nachgefragt. Auch da heißt es: „Derzeit sind alle Plätze belegt“, sagt Radke, da braucht er gar nicht erst zu blättern.

Fahrradsammelanlage: 30 Euro Pfand für einen Schlüssel

Noch begehrter sind die Solo-Boxen, in denen, wie an der Rückseite der Sammelanlage an der Lindhooper Straße, gegen eine Gebühr das Rad abschließbar seinen ganz eigenen Platz findet. Der Service ist gebührenpflichtig: 50 Euro pro Box und Jahr. Offenbar ein Superpreis, denn an eine solche Box zu kommen, scheint aussichtslos. „Alle vermietet“, sagt Radke. Auch da gibt es eine Warteliste.

Bahnhof Verden: Beliebt sind die Soloboxen

Stadt und Deutsche Bahn wissen um den Andrang und wollen reagieren. Auf dem unbefestigten Parkplatz östlich des Bahnhofs, zugänglich über die Park & Ride-Anlage Lindhooper Straße, ist Platz für einen so genannten Doppelstockparker. Direkt neben der bereits bestehenden soll die ebenfalls überdachte und abschließbare Anlage Raum für 48 Räder bieten.

Das Projekt ist finanziell interessant für die Stadt, denn die Bahn zahlt den Löwenanteil

Das Projekt ist finanziell interessant für die Stadt, denn die Bahn zahlt den Löwenanteil. „Programm zur Finanzierung zur Errichtung von Fahrradsammelanlagen“, lautet der etwas umständliche Titel der Fördermaßnahme. „Die Quote liegt bei 70 Prozent“, weiß Stephanie Weber vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün. Umgerechnet zahlt die Bahn von den 120  000 Euro fast 85 000 Euro, den Rest die Stadt. Verden hätte gerne noch weitere Flächen in Bahnhofsnähe in das Programm genommen, doch die Bahn hat da, wo Gleise oder Hochspannung zu dicht lagen, abgewunken. „Übrig geblieben ist die Fläche an der Park- & Ride-Anlage“, so Weber.

Bereich am Verdener Holzmarkttunnels herrichten

Blick auf den Bahnhof mit Holzmarktunnel: Im Vordergrund die Sammelanlage für Fahrräder. Alle Plätze sind belegt. Bei der Kastanie, im hinteren Bereich, soll die zweite Anlage gebaut werden.

Die Stadt nimmt, was sie kriegen kann und will den besagten Bereich am Ausgang des Holzmarkttunnels herrichten. Auch wenn dafür Stellfläche für Autos wegfällt. „Insgesamt sind es acht Parkplätze, die wir für den Bau der Anlage opfern müssen“, so Weber.

Acht Parkplätze am Verdener Bahnhof fallen weg - aber Park- & Rideanlage soll erweitert werden

Im Ausschuss Straßen und Stadtgrün runzelten dessen Mitglieder darüber zunächst die Stirn. „Parkplätze in der Nähe des Bahnhofs, die werden gebraucht“, sagte Wolfgang Hammer (SPD). Sein Fraktionschef Carsten Hauschild stimmte dem zwar zu, verwies aber auf einen anderen Plan: „Es gibt langfristig Pläne, die Park- & Ride-Anlage auszubauen und damit das Angebot an Stellplätzen aufzustocken. Dann passt das schon.“ Der Ausschuss stimmte dem zu. Um den Bau kümmert sich die Bahn, um die Vermietung die Stadt, so der weitere Ablauf.

Mögliches Projekt am Bahnhof Verden: Mehr Schlüssel als Stellplätze vergeben, weil die Sammelanlage nie komplett voll ist

Weil Niklas Radke aber um den dringenden Bedarf der Radler weiß, testen er und seine Mitarbeiter noch andere Modelle. „Wir sind regelmäßig bei den Fahrradsammelanlagen und prüfen, wie die Ausnutzung ist.“ Die Kontrolle hat einen Hintergrund. Aufgefallen sei, dass zum Beispiel die Anlage an der Lindhooper Straße mit ihren 66 Stellplätzen selten bis gar nicht gefüllt ist. „Obwohl alle Schlüssel vergeben sind“, so Radke. Eine Erklärung liegt nahe, denn alle Schlüsselträger dürften kaum zeitgleich mit der Bahn auf Tour sein und ihr Rad unterstellen. „Also werden wir testen, ob es Sinn macht, mehr Schlüssel als Stellplätze zu vergeben. Stress um die Plätze darf es aber nicht geben, daher werden wir in kleinen Schritten vorgehen“, erklärt Radke.

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