Bahn informiert über Schallschutz in der Kernstadt-Nord

Lärmsanierung mit Lücken

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Ralf Beckmann, DB Projektbau GmbH, informierte über die Lärmsanierung im Bereich Kernstadt-Nord.

Verden - Es soll ruhiger werden an der Bahnstrecke durch Verden. Die Bahn lässt sich den Bau von Lärmschutzwänden ordentlich was kosten. Allerdings nicht alle Anwohner kommen in den Genuss des „Geschenks“. Wer leer ausgeht, das wurde am Mittwochabend im Rathaus Verden deutlich, ist enttäuscht.

Im Rahmen des Programms „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ hat die Deutsche Bahn die Entwurfsplanungen im Bereich Kernstadt-Nord vorgelegt. Ralf Beckmann, DB Projektbau, hatte die Pläne dabei, informierte über aktiven und passiven Lärmschutz und beantwortete die Fragen der Bürger. Beckmann betonte eingangs, dass die Lärmsanierung eine freiwillige Leistung der Bahn sei. Seit 1999 werde diese von der Bundesregierung gefördert.

Für Schallschutz im Bereich Kernstadt-Nord werden voraussichtlich rund 3,2 Millionen Euro bereit gestellt. Die Wände östlich der Strecke sowie westlich im Bereich des ZOB sollen voraussichtlich bereits Anfang bis Mitte 2017 gebaut werden, die übrigen westlichen Abschnitte zwischen Anfang und Mitte 2018.

Grundsätzlich seien aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen, berichtete Beckmann. Zu den aktiven Maßnahmen gehören die Errichtung von Lärmschutzwänden oder -wällen, der Einbau von Schmiereinrichtungen in engen Gleisbögen und die Entdröhnung von älteren Brücken.

Passive Lärmschutzmaßnahmen sind bauliche Verbesserungen an Umfassungsbauteilen (Wände, Dächer, Türen) sowie der Einbau von Schallschutzfenstern und Lüftungseinrichtungen. Besonders schutzbedürftig sind Wohn- und Unterrichtsräume oder Bereiche, wo Alten- und Krankenpflege untergebracht sind.

Ob aktiver Lärmschutz durchgeführt werde, hänge von der Bestandssituation, der technischen Machbarkeit und der Wirksamkeit ab, so Beckmann. Auch landschaftsgestalterische Aspekte, Denkmalschutz und wirtschaftliche Überlegungen fließen in die Entscheidung ein. „Wo aktive Maßnahmen nicht möglich sind, gibt es passive“, erklärte Beckmann.

Das Gutachten für bauliche Veränderungen ist für den Eigentümer kostenlos. Bei Durchführung gibt es einen Zuschuss von 75 Prozent. Gebäude, die nach dem 1. April 1974 errichtet wurden, sind allerdings von der Förderung ausgeschlossen.

Vom Bahnhof bis zum Grünen Jäger, auf westlicher und östlicher Seite, sollen in vier Streckenbereichen Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von 1843 Metern gebaut werden. Das Material, hochschallabsorbierendes Leichtmetall, soll eine erhebliche Verbesserung bringen. Im Westen sollen die Schutzwände einmal von Sabatier bis zur Stadthalle, dann von der kleinen Ludwigstraße bis zum Grünen Jäger reichen. Östlich endet die Lärmschutzwand ungefähr bei der Einmündung der Kleiststraße in den Niedersachsenring.

Anwohner zeigten sich allerdings enttäuscht über einige Lücken im Schallschutz. So gehen die Bewohner der Friedrichstraße leer aus. „Ein Lärmschutz kann hier wegen des Fußgängertunnels nicht sinnvoll umgesetzt werden“, so Beckmann. Auch im Bereich des Behrensweges wäre ein Lärmschutz nicht wirtschaftlich. Den Bewohnern bleibt also nur die Möglichkeit eines passiven Schallschutzes. „Wir können jetzt kaum noch draußen sitzen, wenn es noch mehr Züge werden, ist es für uns nicht mehr auszuhalten“, klagte eine Anwohnerin. Eine Bewohnerin der Friedrichstraße befürchtet, dass die Häuser an der Bahn deutlich an Wert verlieren.

Bewohner aus Dauelsen meldeten sich ebenfalls zu Wort und forderten erneut Lärmschutz für den Bereich Eisseler Straße bis zum Bürgerpark. Auf die Erklärung Beckmanns, dass dieser Bereich schon abgearbeitet sei, gab es heftige Unmutsäußerungen.

Bürgermeister Lutz Brockmann betonte, dass die Stadt mit den Lücken im Lärmschutz nicht einverstanden sei. „Wir bleiben dran an dem Thema“, versprach er.

ahk

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