Auch für nicht heimische Arten / Schutzsatzung bislang kein Thema

Verden fördert: Hilfe bei der perfekten Frisur für den Laubbaum

Die Platane in der Ostertorstraße: Der Baum ist ein Naturdenkmal. Die Stadt hilft bei der Pflege.
+
Die Platane in der Ostertorstraße: Der Baum ist ein Naturdenkmal. Die Stadt hilft bei der Pflege.

Der Baum turmhoch, das Geäst schwer zur erreichen, da ist mancher Kleingärtner überfordert. Hilfe gibt‘s von der Stadt, um das Problem aus der Krone zu holen. Einzige Einschränkung: Es muss ein Laubbaum sein. Egal ist mittlerweile aber, ob heimisch oder aber aus fremden Gefilden im Garten angepflanzt.

Verden – Heiße und trockene Sommer, Klimawandel, wohl dem, der Schatten hat. Bäume, insbesondere dann, wenn sie groß sind, genießen dabei immer mehr Wertschätzung. Die Stadt trägt dem Rechnung und hilft da, wo die Pflege Gartenbesitzern über den Kopf wächst und Geld kostet. Jetzt auch bei Baumarten, die nicht unbedingt zu den standortheimischen Sorten zählen. Insgesamt 30 .000 Euro sind jährlich im Fördertopf.

Stadt Verden: 30.000 sind im Fördertopf

Jasmin Schroer vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün redet nicht lange drumherum. „Für den globalen Klimaschutz und das lokale Stadtklima sind alle Laubbäume wertvoll und wichtig.“ Auch deswegen wurde das Programm aufgestockt. Begonnen hatte es mal mit nur 15 000 Euro.

Was von ferne für den Spaziergänger oftmals eine Augenweide, ist für die gesamte Stadt Frischluftfabrik und Filteranlage. In der Stadt gibt es einige davon. Eichen, Buchen, Kastanien, da wo es Probleme gibt, können Besitzer anrufen und sich bei der Stadt Unterstützung holen. „Insgesamt fördern wir auf diesem Wege seit circa zehn Jahren 13 standortheimische Laubarten“, so der Umweltbeauftragte Bernd Kiefer. Kommt ein Anruf, wird geprüft, was und wieviel zu tun ist, und dann entschieden. Der Teufel steckt allerdings im Detail. Deutsche Eiche ja, amerikanische Eiche nein, so bislang die Sachlage. Im Klartext: Auch wenn beide Bäume den gleichen Nachnamen haben und viel Schatten spenden, Geld für Hilfe gibt’s bislang nur für den einheimischen Wuchs. „Die Vorgehensweise“, so betont Jasmin Schroer, „hat sich lange überholt.“

Stadt Verden: Bislang nur Hilfe für einheimische Bäume

Der Anlass zu dem Umdenken ist durchaus ein aktueller, in dem es tatsächliche um die besagte amerikanische Eiche ging. „Ein prächtiger Baum, der seinem Eigentümer mächtig zu schaffen macht“, weiß Schroer. Details darf sich nicht preisgeben, es gilt nicht nur Baum-, sondern auch Datenschutz. Nur soviel: „Wenn wir dem Mann nicht helfen würden, dann droht das, was keiner ernsthaft wil: Der Baum könnte gefällt werden“, befürchtet Schroer. Und das würde auf lange Sicht, so Schroer, kein Einzelfall bleiben. „Wer sich auf den Weg durch die Stadt macht, der stößt durchweg auf viele Gärten, in denen große Bäume stehen, die nicht nur erhaltenswert sind, Pflege brauchen, aber nicht zu den heimischen Baumarten zählen.“

Stadt Verden: Ab sofort ortsbildprägende Laubbäume

Also gilt ab sofort: Alle ortsbildprägenden großen Laubbäume sind Teil einer wichtigen grünen Infrastruktur, sorgen für gutes Klima und tragen zur Lebensqualität in der Stadt bei. Und wer Bedarf hat, bekommt finanzielle Förderung für einen fachgerechten Schnitt. Obst- und Kopfbäume, die jährlich eine frische Frisur brauchen, sind davon allerdings ausgeschlossen. Der Stadtrat hat den Ausgaben zugestimmt. Die FDP wollte allerdings nicht mitgehen. Zuviel Bürokratie, um an das Geld zu kommen, monierten die Liberalen. Sie schlugen vor, die 30. 000 Euro in die Unterstützung der Laubsammelstellen zu stecken. Zuspruch gab’s dafür aber nicht.

Die Nadelbäume, auch da gibt es in Verden durchaus Bedarf

Eine Gruppe von Nadelbäumen in der Andreasstraße. Geld gibt’s für die Pflege bislang nicht.

Ist mit der Mehrheitsentscheidung für den Laubbaum gesorgt, hat Jasmin Schroer allerdings schon eine weitere Gruppe im Visier, der sie beistehen möchte. „Die Nadelbäume, auch da gibt es in Verden durchaus Bedarf.“ Lange zu suchen braucht der Spaziergänger nicht. Er findet in der Andreasstraße, gegenüber der Andreaskirche, ein Ensemble. Die turmhohen Tannen mit ihren Zapfen prägen das malerische Bild rund um die Fachwerkbauten und sind dort nicht wegzudenken, müssen allerdings regelmäßig auf Standsicherheit geprüft werden. Auch das kostet Geld. Doch Nadelbäume, dafür reicht der Fördertopf bislang noch nicht.

Wer über Bäume und deren Erhalt redet, dem fällt das Stichwort „Baumsatzung“ ein. Die gibt es in der Stadt nicht. Jasmin Schroer hält sich eher bedeckt. „Sicherlich wünschenswert. Doch alles, was mit Reglementierung zu tun hat, muss gut vorbereitet und vor allem kommuniziert werden. Da müssen wir die Menschen mitnehmen, sonst wirkt das eher kontraproduktiv.“Also, dann erst mal die Nadelbäume und deren Fortbestand fördern!

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Karpfen werden umgesiedelt

Karpfen werden umgesiedelt

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Dampftag im Kreismuseum

Dampftag im Kreismuseum

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Meistgelesene Artikel

Achimer Amazon-Massen: Mehr Züge frühestens ab 2022

Achimer Amazon-Massen: Mehr Züge frühestens ab 2022

Achimer Amazon-Massen: Mehr Züge frühestens ab 2022
Sabatier als Galerie und Kunsthandel weiter in Verden

Sabatier als Galerie und Kunsthandel weiter in Verden

Sabatier als Galerie und Kunsthandel weiter in Verden
Corona im Kreis Verden: Ab Donnerstag drohen Verschärfungen

Corona im Kreis Verden: Ab Donnerstag drohen Verschärfungen

Corona im Kreis Verden: Ab Donnerstag drohen Verschärfungen
Verdener Ingo Neumann: „Das Podest muss weg“

Verdener Ingo Neumann: „Das Podest muss weg“

Verdener Ingo Neumann: „Das Podest muss weg“

Kommentare