Ausschuss kippt die Vorlage der Verwaltung

Doch keine Bäume an der Claus-Ruge-Straße

Viel Staub und Schotter in der Claus-Ruge-Straße
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Viel Staub und Schotter in der Claus-Ruge-Straße: Der Weg wird gemacht, weitere Bäume lehnte der Ausschuss hingegen ab.

Verden – Nun doch nicht! Keine Bäume an der Claus-Ruge-Straße. So hat es der Ausschuss für Straßen und Stadtgrün auf seiner Sitzung am Mittwochabend mehrheitlich empfohlen. Die Pläne für den Fußweg zwischen Landgericht und Nordertor, 200 Meter lang und 2,50 Meter breit, bleiben davon unberührt. Sabalith statt staubiger Schotter und Matsch, so der Vorschlag der Verwaltung. Dagegen hatte der Ausschuss nichts einzuwenden.

Bäume in der Innenstadt, davon kann es eigentlich nicht genug geben. Darüber herrscht Einigkeit in allen Fraktionen. „Doch an der Stelle und auf die Schnelle, da bin ich kein Freund von“, äußerte sich Carsten Hauschild. Der SPD-Fraktionschef verwies auf die langfristigen Pläne rund um den Johanniswall. „Steht die neue Nordbrücke in drei Jahren, ist das Umfeld dran und dazu gehört der Johanniswall mit Claus-Ruge-Straße. Pflanzen wir jetzt die Bäume, ohne zu wissen, wie das Drumherum aussehen soll, stehen sie möglicherweise im Weg und müssen wieder raus oder gar gefällt werden. Das kann keiner wollen, zumal es unnötig Geld kostet.“

Baum-Antrag für Claus-Ruge-Straße: Drei Gegenstimmen, drei Enthaltungen und nur die Grünen dafür

Bäume rein und dann wieder raus, alles innerhalb von nur zwei Jahren, das wollte auch Sonja Toaspern (Linke) nicht. „Auch wenn es mir schwerfällt und ich für Bäume bin, bin ich gegen das Verfahren.“ Wolfgang Hammer (SPD) schloss sich der Meinung an, wollte zudem nicht nur Fußgänger, sondern auch die Radfahrer auf dem neuen Weg untergebracht wissen. Imke Burhop (CDU) schlug vor, mit den Bäumen noch zu warten. „Es gibt ein innerstädtisches Entwicklungskonzept. Johanniswall und die Claus-Ruge-Straße gehören dazu und sollten in dem Rahmen gemeinsam entwickelt werden. Alles andere wäre Stückwerk“, so ihre Bedenken. Gemeinsam mit Detlef Peterson (CDU) und Julia Mönnig (SPD) gibt’s im Fall der Baumpflanzungen weiteren Beratungsbedarf. Das Trio enthielt sich der Stimme.

Verbesserungen in der Claus-Ruge-Straße: Seit über 40 Jahren warten die Menschen in Verden darauf

In den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen löste das Abstimmungsverhalten großes Kopfschütteln aus. Johanna König knöpfte sich Carsten Hauschild und die Claus-Ruge-Straße vor. Seit über 40 Jahren warten die Menschen in Verden darauf, dass an der Stelle endlich etwas passiere. „Von Schnellschuss kann da ja wohl nicht die Rede sein“, so ihre Kritik. Der Fußweg, dazu die Bäume, endlich würden Fußgänger wissen, wo genau sie auf dieser Fläche hingehören. „Lange genug gewartet. Das passt. Und wenn in ein paar Jahren wieder etwas verändert werden muss, dann machen wir das. Auch Bäume, das haben wir jüngst erlebt, lassen sich umsetzen.“ Der Dank der Grünen galt der FDP, die den Antrag gestellt, und jahrelang dafür gekämpft hat.

Dank an die FDP, die seit Jahren für den Antrag gekämpft hat

Seitens der Verwaltung warb Bürgermeister Lutz Brockmann für die Lösung Fußweg plus Grün an der Claus-Ruge-Straße. „Ob es tatsächlich 20 Bäume werden, würden wir prüfen, zumal nicht genau bekannt ist, wo in der Erde welche Leitungen liegen“, so Brockmann. Im Einzelfall sei noch zu klären, wie sich die Anpflanzungen mit dem Aufbau der Domweih vertragen. „Doch da würden wir eine Lösung finden“, betonte der Bürgermeister. Er forderte dafür allerdings ein klares Signal aus der Politik. „Wenn die Bäume nicht gewollt werden, dann brauchen wir da nicht lange untersuchen. Für den Papierkorb arbeiten wir nicht.“

Bürgermeister Brockmann fordert klares Signal aus der Politik

Klare Ansage, der Ausschuss nahm es zur Kenntnis, lehnte die Bäume bei drei Gegenstimmen und ebenso viel Enthaltungen ab. Johanna König stimmte für die Anpflanzungen. Keinerlei Einwände gab es gegen den Weg, der vom Landgericht, parallel zur Wohnbebauung, vorbei am Scharfrichtertum und an der Verdener Aller-Zeitung bis zum Nordertor führen soll. Circa 35 000 Euro, so die Schätzung, kostet der Bau.

Ob die Pläne umgesetzt, Bäume gepflanzt oder nicht gepflanzt werden, dazu hat der Stadtrat das letzte Wort und entscheidet am 20. Juli.

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