Handwerk wirbt um Nachwuchs / Prüfung in der Pandemie

Elektro-Azubi gesucht!

Kennt sich mit dem Bau von Elektronik-Anlagen bestens aus: Junggeselle Nicolai Wesemann, ehemals Lehrling bei Anlagen-Elektronik Eickhorst & Kubicek, schloss seine Ausbildung zum Elektroniker als Jahrgangsbester der Innung mit der Gesamtnote „sehr gut“ ab.
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Kennt sich mit dem Bau von Elektronik-Anlagen bestens aus: Junggeselle Nicolai Wesemann, ehemals Lehrling bei Anlagen-Elektronik Eickhorst & Kubicek, schloss seine Ausbildung zum Elektroniker als Jahrgangsbester der Innung mit der Gesamtnote „sehr gut“ ab.

Stolz sind die Betriebe der kreisverdener Elektro-Innung immer auf ihre frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen. In diesem Jahr aber vielleicht noch ein bisschen mehr, mussten die jungen Menschen ihre Ausbildung doch unter besonderen Bedingungen beenden.

  • 18 Junggesellen aus Betrieben der kreisverdener Elektro-Innung schlossen ihre Ausbildung erfolgreich ab. Auf eine Freisprechung müssen sie aber verzichten.
  • Obermeister Hermann Scholing wirbt derweil schon einmal um neue Azubis für seine Branche.
  • Sie können sich auch auf einen gänzlich neuen Ausbildungsberuf bewerben.

Verden – Die Suche nach kreativen Lösungen zeichnet einen handwerklichen Beruf aus. „Corona zeigt, eine Fachkraft mit diesen Eigenschaften ist in der Krise gefragt“, sagt Hermann Scholing, Obermeister der Elektro-Innung Verden. Scholing gab diesen Satz den 18 Junggesellen zum Abschluss ihrer Ausbildung rückblickend mit auf den Weg. Aber der Obermeister blickt schon wieder nach vorn und wirbt für seine Branche: „Wir brauchen Auszubildende“, so Scholing in einem Gespräch.

Flexibel, engagiert und mit Fantasie für die außergewöhnliche Situation, so sei das Handwerk mit der Pandemie im vergangenen Jahr umgegangen. Auch in der Ausbildung, auf die der Obermeister und seine Kollegen besonderen Wert legen. „Homeschooling, dann wieder Präsenzunterricht in der Berufsschule, der Einsatz an der Arbeitsstelle, das erfordert schon einen disziplinierten Umgang miteinander“, so die Erfahrung von Lehrlingswart Hans-Hermann Bartels. Habe es zu Beginn der Einschränkungen mal hier und da geruckelt, hätten sich dann die Abläufe zunehmend eingespielt. „Die Klasse wurde geteilt, mit Abstand und Maske unterrichtet und gearbeitet, da gab und gibt es keine Ausnahmen“, betont Bartels.

Bereitschaft zum Engagement wächst wieder

Seitens der Jugendlichen hat Bartels, bereits seit vielen Jahren als Lehrlingswart engagiert, durchaus eine hohe Bereitschaft ausgemacht, sich der Situation zu stellen. „Viele sind dafür mittlerweile sensibilisiert“, sagt Bartels. „Aber nicht erst seit Corona.“ Und Bartels geht sogar noch einen Schritt weiter. „Wo wir in den vergangenen Jahren schon durchaus Schwierigkeiten hatten, einige Lehrlinge in die Spur zu kriegen, erkenne ich doch seit drei, vier Jahren zunehmend mehr Bereitschaft, sich beruflich zu engagieren. Die jungen Leute machen gut mit.“ Ein Zeugnis, dass er auch dem Abschlussjahrgang ausstellt: „Jeder hat sich eingebracht, nicht immer super, aber eben nach seinen Möglichkeiten. Auch das verdient Anerkennung.“

Das Handwerk und seine eigene Branche sieht Obermeister Scholing gut aufgestellt. Der Beruf ist abwechslungsreich. Wer als Geselle seinen Abschluss in der Tasche hat, dem stehen über die Weiterbildung zum Meister Jobs als Führungskraft oder die Selbstständigkeit offen. „Außerdem bietet sich mit dem Gesellenbrief und ein paar Jahren Berufserfahrung – auch ohne Abitur – die Chance, sich an Unis oder Fachhochschulen einzuschreiben“, so Scholing.

Spezialisten für die Einrichtung von Smart Homes

Wo es sein muss, reagiert die Branche auf Veränderungen. Mit Blick auf den Markt, stellen die Elektrobetriebe ihre Ausbildung ab dem kommenden Jahr um. „Statt der bisher sieben sind es dann fünf Berufe“, so Scholing. Neu dabei ist der Beruf Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration, der dem zunehmenden Einsatz von Smart Home Rechnung trägt. Immer mehr Gebäude verfügten über Fotovoltaik-Anlagen, Speicher oder ein integriertes Energiemanagement. „All das sind Einsatzgebiete für Vernetzungsspezialisten, die in der Lage sind, komplexe Systeme zu integrieren und dabei schnittstellenübergreifend zu denken“, erklärt Scholing. Ziel sei zudem, mit dem Beruf die Angebote rund um intelligente Gebäudetechnik fester an das Elektrohandwerk zu binden.

Die Ausbildung, auch das machte Obermeister Scholing im Verlauf des Gespräches deutlich, genießt in seiner Branche einen hohen Stellenwert. „Mit Verabschiedung des aktuellen Jahrgangs beginnt die Suche nach interessierten jungen Leuten, die nachrücken“, betont der Obermeister. Auch da muss sich die Branche den besonderen Umständen der Pandemie anpassen. „Berufsbörsen an den Schulen, sogenannte Speeddating als Präsenzveranstaltung, auf denen wir Interesse an den Berufen wecken, mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen können, fallen derzeit komplett weg. Das ist natürlich bedauerlich, aber nicht zu ändern“, erklärt Ante T. Brekenfeld, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser. „Dennoch gibt es eine Vielzahl an Informationen rund um das Handwerk“, so Brekenfeld. Auch eine Online-Börse sei in Planung.

Appell an die Elten: Jugendliche unterstützen

Obermeister Scholing sieht Auszubildende und Betriebe in einem Boot. „Beide suchen und müssen sich finden.“ Er empfiehlt den kommenden Schulabgängern, sich auf den Weg zu machen. „Das neue Ausbildungsjahr beginnt zwar erst am 1. August, Termine für Bewerbungsgespräche sind aber schon jetzt möglich“, sagt Scholing. Er appelliert zudem an die Eltern, die den Jugendlichen mit dem einen oder anderen Rat oder Hinweis zur Seite stehen sollten. Seine dringende Empfehlung an die Adresse der Azubis: „Ein Praktikum ist und bleibt der beste Weg zu einem passenden Ausbildungsplatz. Davon profitieren sowohl die Jugendlichen als auch die Betriebe.“

Wer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb ist, bekommt unter www.handwerk-elbeweser.de eine Liste der Innungs-Fachbetriebe des jeweiligen Gewerkes.

Die Elektrobranche bietet Infos für Schulabgänger/-innen unter www.e-zubis.de an.

Die Junggesellinnen und Junggesellen

„Die Lehrjahre sind nun vorbei, ein jeder nun Geselle sei“, so verabschiedete Hermann Scholing, Obermeister der Elektro-Innung 18 Junggesellen. Eine Feierstunde gab es nicht. Aber die Abschlusszeugnisse für:

Amar Abdalgader, Elektro- und Heizungsbau Rugen, Ottersberg; Erhan Agackiran, Elektro Agackiran, Verden; Simon Alem Toldemedhin, Werner Oelkers, Elektroinstallation Oyten; Hermann Babe, Elektro Meinken, Langwedel; Dennis Bertus, Elektro Bach, Oyten; Hannes Brammerloh, Claus Homann Elektroanlagen, Verden; Ferhat Hizmali, Elektro Bartels, Verden; Tim Hornschuh (Gesamtnote „gut“, Elektro Knief, Thedinghausen; Lokman Kilinc, MES Elektro, Verden; Albert Kromm, Detlef Kurz Elektro- und Haustechnik, Dörverden; Cecilia Meier, elektro-wolters, Gewerbepark Uesen; Fabien Neid, Ewald Schäding, Thedinghausen; Enes Piskin, Elektro Meinken, Langwedel; Mike Schröder, Gerhard Meyer, Ottersberg; Yannick-Luca Sztorc, Werner Oelkers, Elektroinstallation, Oyten; Daniel Taube, Elektro Haynes, Achim; Nicolai Wesemann (sehr gut), Anlagen-Elektronik Eickhorst & Kubicek, Achim; Eric Zaremba (gut), Elektro Haynes, Achim.

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