AWK-Mitarbeiter reihen sich in Proteste gegen Krankenhausreform ein

Mehr Geld fürs Personal

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Botschaft für Berlin. Auf den Protest-Karten an den Ballons, die Mitarbeiterinnen der Aller-Weser-Klinik aufsteigen ließen, ist als Empfänger „Deutscher Bundestag“ angegeben.

Landkreis - Geringere Einnahmen und mehr Bürokratie: Die Erwartungen der Kliniken in Deutschland an die im Entwurf vorliegende Krankenhausreform lösen keine Begeisterung aus. Im Gegenteil. Am Mittwoch hatten Krankenhausgesellschaft und Marburger Bund einen bundesweiten Aktionstag der Krankenhäuser ausgerufen. Und während sich Tausende von Krankenhausmitarbeitern vor dem Brandenburger Tor versammelten, beteiligten sich auch die Kollegen von der Aller-Weser-Klinik mit einer „Aktiven Mittagspause“ an den Protesten.

Dass es kein Spaß ist, ein Krankenhaus durch die Untiefen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu navigieren, weiß vor Ort wohl niemand besser als Marianne Baehr. Und die AWK-Geschäftsführerin war denn auch die erste, die sich zur Protestaktion am Verdener Krankenhaus zu Wort meldete. „Die Reform hält nicht, was sie verspricht“, stellte Baehr fest, als sich Mitarbeiterinnen mit 100 Luftballons um sie und Pflegedirektorin Christine Schrader versammelt hatten.

Das Personal in den Häusern müsse finanziert werden, stattdessen werde der finanzielle Druck noch weiter erhöht. Seit Jahren, so hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ermittelt, halten die Steigerungen der gedeckelten Finanzausstattung für die Häuser nicht mehr mit den tariflichen Erhöhungen mit. Personalengpässe seien vielerorts spürbar. Und das in einer Situation, in der der demographische Wandel die Besetzung von Stellen immer schwieriger werden lässt. Darauf hat Thomas Reumann, der Präsident der DKG, in Berlin hingewiesen.

„Und vor dem hohen Qualitätsstandard, den sich die Reform auf die Fahnen geschrieben hat“, ergänzte Christine Schrader. „Diese Qualität erbringen wir bereits, und zwar 24 Stunden am Tag“, stellte die Pflegedirektorin selbstbewusst fest. Das Personal müsse auch gegenfinanziert werden. „Diese Reform kann nicht im Sinne der Patienten sein.“

„Krankenhaus-Reform? So nicht!“ steht auf den roten Grußkarten an den Ballons. Damit wollten sich die Krankenhaus-Beschäftigten mit den Protestierenden vor dem Brandenburger Tor solidarisieren. Wie in Hunderten von Krankenhäusern in der ganzen Republik ließen auch die Kollegen am Achimer Haus der AWK die Karten an Ballons aufsteigen. Neben der vollen Abdeckung der Personalkosten und leistungsgerechte Entgelte enthält der Forderungskatalog darauf mehr Zeit für die Patienten, anstatt die Bürokratie auszuweiten, und mehr Investitionsmittel. Die 120 Millionen Euro im Jahr, die in Niedersachsen zur Verfügung stehen, seien unzureichend.

kle

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