15 Prozent Mehrkosten / Teil-Übernahme vom Land möglich

AWK-Bau im Zeitplan – aber teurer

Die politischen Besucher auf der AWK-Baustelle mit Christine Schrader (r), Chefarzt Andreas Vagt (Mitte) und dem Technischen Leiter Oliver Lausch (2.v.l.).
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Die politischen Besucher auf der AWK-Baustelle mit Christine Schrader (r), Chefarzt Andreas Vagt (Mitte) und dem Technischen Leiter Oliver Lausch (2.v.l.).

Verden – Das neue Bettenhaus mit den Erweiterungsbauten der Aller-Weser-Klinik (AWK) liegen trotz der starken Beeinträchtigungen in der Corona-Krise voll im Zeitplan. Die Inbetriebnahme sei laut Pflegedirektorin Christine Schrader weiterhin für den Sommer 2022 geplant. Allerdings müsse mit einer Kostensteigerung von rund 15 Prozent gerechnet werden. Dieser Punkt ihrer Äußerungen ließ die CDU- Landtagsabgeordneten aus dem Elbe-Weser-Dreieck auf ihrer Sommertour aufhorchen. Der Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Adrian Mohr, hatte seine Parteifreunde zur Besichtigung der Baustelle des ursprünglich mit 38 Millionen Euro kalkulierten Vorhabens eingeladen.

Angesichts der Baupreisentwicklung sei der Kostenanstieg von rund 5,7 Millionen Euro für das mehrjährige Bauprojekt nicht ungewöhnlich. Deshalb kam beim Rundgang sofort die Frage auf, wie diese Finanzierungslücke nachträglich geschlossen werden kann. Schon die Kosten des Rohbaus fielen im Frühjahr mit einer Steigerung von 700 000 Euro höher aus (wir berichteten).

Im Nachgang der Sommertour erkundigten sich denn auch die Haushälter in der Gruppe, Eike Holsten, Marco Mohrmann und Gastgeber Mohr, bei den entsprechenden Stellen in der Landeshauptstadt und beim Verdener Landrat Peter Bohlmann (SPD). Dem haushaltspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Ulf Thiele (MdL) zufolge sei es möglich, dass das Land anteilig die Mehrkosten nachträglich übernimmt. Dabei dürfe es sich aber nur um reine Baukostensteigerungen handeln und nicht um Planungsfehler oder zusätzliche Wünsche im Laufe der Baumaßnahme.

„Diesbezüglich stehen wir mit Landrat Bohlmann im Austausch. Er hat die genannten Vorgaben für eine anteilige Anpassung der Förderung so bestätigt“, sagte Mohr auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Möglichkeit sei so einmalig, dass der Antrag nicht auf halber Strecke, sondern erst am Ende gestellt werden kann, wenn die konkreten Gesamtkosten vorlägen.

Vor der Baustellentour informierte der Chefarzt Andreas Vagt die Landespolitiker über die Herausforderungen des Krankenhausbetriebes in der Corona-Krise und die praktischen Maßnahmen, die erforderlich waren. „Jeder hat das Rad neu erfunden. Das ist der Haken“, sagte Vagt. Jeder Landkreis habe seine Corona-Maßnahmen selber ausgearbeitet hätte. Darin sah er auch Verbesserungspotenzial für die Zukunft. „Unsere Abgeordneten erhielten so Informationen zum Krisenmanagement im Krankenhaus direkt aus erster Hand“, resümierte Mohr.

Die finanziellen Folgen der Pandemie für die AWK legte der Leiter der Klinik-Finanzen, Florian Podlech, dar. Kostensteigerungen machte er am Beispiel der persönlichen Schutzausrüstung deutlich, deren Preise zeitweise um 7000 Prozent angestiegen waren. Zugleich wurden in der Krise 20 Prozent weniger Patienten behandelt, so dass sich zwei Millionen Erlösausfälle im zweiten Quartal bei gleichzeitig höheren Kosten ergaben. Entsprechend negativ waren Podlechs finanzielle Erwartungen für das operative Ergebnis der kommunalen Klinik.  lee

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