„Authentisch und praxisnah“

Domgymnasium bietet wieder Berufsbörse für rund 500 Schüler an

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Janina Ulmer, Richterin am Landgericht Verden, im Gespräch mit Anna-Lena Behnken aus Langwedel, die ebenfalls den Richterberuf anstrebt. 

Verden - „Universität, Fachhochschule, Duales System oder doch eine Ausbildung? Bloß – welche Berufe gibt es und welchen wähle ich?“ Fragen, zu deren Klärung gestern die siebte Berufsbörse am Domgymnasium beitragen konnte, die federführend Tamara Bresagk und Rosmarie Bösche mit Unterstützung der Lehrkräfte Ulrich Reinholz und Hellwig Hassenpflug organisiert hatten.

Zielgruppe der Veranstaltung waren rund 500 Schüler der Jahrgänge 9 bis 12, denen Eltern von Mitschülern ihre Berufe vorstellten und schilderten, was in ihrer Jugend einst die berufliche Entscheidung beeinflusst hatte, wie und wo sie ihr Studium absolviert oder ihre Ausbildung gemacht haben.

Ob Arzt, Journalist bei der Verdener Aller-Zeitung, Informatiker, Jurist, Naturwissenschaftler, Software-Entwickler, Sozialpädagoge, Polizeibeamter, Bundeswehrsoldat oder Handwerker: So verschieden die Bereiche auch sind, so haben sie doch gemeinsam, dass sie interessierten und motivierten Nachwuchs brauchen. Und um deren Interesse zu wecken, stellten 44 Referenten ihre Berufe vor.

Jan-Leon Wenski aus Daverden informierte sich über den Beruf des Hörakustikers.

„Uns ist wichtig, den Jugendlichen mit diesem Angebot einen möglichst komplexen Einblick in die Vielfalt von Berufen zu bieten“, erklärten Bösche und Bresagk, die sich bereits viele Monate im Voraus um die Akquise der Referenten gekümmert hatten, während Reinholz und Hassenpflug für die organisatorischen und technischen Voraussetzungen vor Ort verantwortlich waren. Es sei wichtig, dass die Schule Einblicke in die Berufswelt verschaffe. Weil die Referenten mehrheitlich aus der Elternschaft kämen, wirke das Angebot besonders authentisch und praxisnah, so der Tenor des Orga-Teams. Und sie sahen noch ein weiteres Plus: „Berufliche Insider wissen genau über den Arbeitsalltag und die speziellen Anforderungen Bescheid.“ Auch würden etwaige Nachteile von Berufen nicht verhehlt.

Das Interesse bei den Jugendlichen sei ganz unterschiedlich, wusste Bresagk. Medizinische und soziale Berufe würden sehr gut nachgefragt, ebenso die bei Polizei und Justiz. Vor allem die Älteren hätten oft bereits feste Vorstellungen, andere indes noch gar keinen Plan und wieder andere hätten gleich mehrere Berufe favorisiert, die oftmals gar nichts miteinander zu tun hätten, Arzt und Grafik-Designer beispielsweise.

Eine Abneigung gegen Ausbildungsberufe haben die Organisatoren im übrigen nicht festgestellt. „Die Präsenz von Ausbildungsberufen und die Tatsache, dass hier Berufe vorgestellt werden, für die auch nicht zwangsläufig ein Abitur erforderlich ist, sind uns ein wichtiges Anliegen“, unterstrichen die Organisatorinnen. Das Domgymnasium bereite die Schüler ja nicht ausschließlich auf eine spätere akademische Laufbahn vor.

Als ein ganz hervorragendes Angebot bezeichnete die neue Schulleiterin Dr. Dorothea Blume die Berufsbörse, die ebenso Glaubwürdigkeit und Authentizität dieser Form von Berufsberatung lobte. „Für die Schüler ist die Hemmschwelle geringer, wenn sie in der vertrauten Schulumgebung mit Eltern sprechen, die ihnen oft auch noch bekannt sind.“ Wert legt sie außerdem auf die Feststellung, dass das Berufsforum nicht als Konkurrenz zu den klassischen Angeboten der Berufsberatung zu sehen sei, sondern vielmehr als Ergänzung.

Auch im kommenden Jahr wird es eine Berufsbörse am Domgymnasium geben. „Mit den Vorbereitungen starte ich bereits im August“, sagte Bresagk, die sich freute, dass einige Referenten von Kollegen begleitet wurden, und dass sich auch ehemalige Domgymnasiasten aktiv an der Berufsbörse beteiligt haben. Für die Berufsbörse 2019 würde sich das Orga-Team über die Beteiligung weiterer Referenten freuen. „Auch ausgefallene Berufe sind uns willkommen“, so die Organisatorinnen. 

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