Strafverfolger mit J.D. Falk Award ausgezeichnet

Auszeichnung für Verdener Ermittler

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Auszeichnung in Toronto für den Verdener Oberstaatsanwalt Frank Lange.

Verden - Zwei Mitarbeiter der Niedersächsischen Strafverfolgungsbehörden wurden am Mittwoch in Toronto mit dem „M3AAWG J.D. Falk Award“ geehrt. Der Leiter der Zentralstelle für die Bekämpfung der IuK-Kriminalität der Staatsanwaltschaft Verden, Oberstaatsanwalt Frank Lange, und der Leiter der TaskForceCyberCrime/Digitale Spuren (TFCC) der Zentralen Kriminalinspektion Lüneburg (ZKI), Kriminalhauptkommissar Jörn Bisping, sind die Preisträger.

„The Messaging, Malware and Mobile Anti-Abuse Working Group“ (M3AAWG) ist ein Zusammenschluss namhafter Firmen wie Comcast, Google, Microsoft und Orange zum Schutz vor Bots, Malware, Spam, Viren, Denial-of-Service-Angriffen und anderen Online-Attacken. Die Auszeichnung geht jährlich an eine Organisation oder Person, die einen Beitrag leistet, der Endverbraucher schützt oder das Internet sicherer macht.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten in langjähriger, akribischer Ermittlungsarbeit eine weltweit agierende kriminelle Organisation ermittelt und am 30. November vergangenen Jahres die von ihr betriebene Bot-Netz-Infrastruktur „Avalanche“ zerschlagen, berichten die Ermittlungsbehörden in einer Pressemitteilung. Eine Vielzahl von Verdächtigen sollen danach millionenfach Computersysteme mittels mehrerer spezieller Schadsoftware infiziert haben. Weltweit seien Schäden in Millionenhöhe verursacht worden.

In einer einzigartigen, weltweit konzertierten Aktion in Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden der betroffenen Länder wurden im November 2016 Server beschlagnahmt und Tatverdächtige verhaftet.

Über 800 000 verdächtige Domains wurden und werden immer noch im Rahmen eines sogenannten Sinkholing geblockt und umgeleitet. Diese Maßnahme ist erforderlich, um betroffene Internetnutzer über die Infektion ihrer Rechner informieren zu können. Die Bereinigung der jeweiligen Computer müssen die jeweiligen Eigentümer dann selbst vornehmen.

Exzellente internationale Zusammenarbeit

Die Übergabe der undotierten Auszeichnung an die Preisträger soll im Juni 2018 in München erfolgen. Die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz gratuliert den beiden Preisträgern aber jetzt schon. „Die niedersächsischen Strafverfolgungsbehörden führen den Kampf gegen internationale Kriminalität konsequent, effektiv und außerordentlich erfolgreich“, würdigte sie die Leistungen der Ermittler. Der Zugriff im Fall „Avalanche“ sei ein Beleg für die exzellente internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden in den beteiligten Staaten und der Unterstützung durch Behörden und private Organisationen. „Dass dieser Erfolg mit der Auszeichnung auch von international agierenden Wirtschaftsunternehmen anerkannt wird, freut mich außerordentlich. Dazu beglückwünsche ich die Preisträger und auch die vielen ungenannten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hintergrund in ganz besonderem Maße“, erklärte die Ministerin.

Auch der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, äußerte sich gestern anerkennend und gratuliert zu dem großartigen Erfolg: „Niedersachsen hat mit der Einrichtung spezieller Ermittlungseinheiten zur Bekämpfung von Cybercrime und anderen Kriminalitätsformen die Weichen gestellt, um genau solche Arten von Kriminalität zu bekämpfen. Zahlreiche weitere externe IT-Spezialisten werden aktuell sukzessive eingestellt. Ich habe mich selbst schon über die Arbeit dieser Spezialermittler vor Ort und insbesondere in der heißen Phase zur Zerschlagung der kriminellen Infrastruktur informiert. Vor diesen herausragenden Ermittlungserfolgen ziehe ich meinen Hut. Das zeigt aber auch, wir sind auf dem richtigen Weg bei der Bekämpfung dieser sich sehr dynamisch entwickelnden Kriminalitätsform. Für diese Auszeichnung spreche ich meine Glückwünsche und meine Anerkennung aus, auch an die vielen Mitarbeiter, die mit ihrer Unterstützung und Zusammenarbeit diesen Erfolg erst möglich gemacht haben.“

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