Ausschuss für Stadtentwicklung stimmt weiteren Märkten an Bremer Straße zu / Ausweitung des Gebietes Verden-Nord

„Grüner Jäger“: Der Abriss naht

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Die Tages des Hotels „Grüner Jäger“ sind gezählt.

Verden - „Ein bisschen Wehmut ist schon dabei“, sagte Thomas Gern (SPD). Das hielt am Mittwoch aber weder ihn noch die übrigen Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung davon ab, für den Nahversorgungsstandort „Grüner Jäger“ und damit für den Abriss des traditionsreichen Hauses zu stimmen.

Investor Hartmut Illmer aus Schwarme stand bereits im vergangenen Jahr Gewehr bei Fuß. Er möchte auf dem Grundstück einen Aldi-Markt errichten. Vom Fachausschuss erhielt er dafür grünes Licht, wurde dann aber vom Verwaltungsausschuss wieder ausgebremst. Die Bedenken, mit zwei Discountern an der Bremer Straße die Innenstadt zu schwächen, waren zu groß. Inzwischen hat die Politik umgedacht.

Gutachter hatten bereits vergangenes Jahr empfohlen, das Areal des Grünen Jägers als Nahversorgungsstandort zu entwickeln. In einer weiteren Stellungnahme hieß es nun, „Umsatzverluste im abwägungsrelevanten Umfang für einen planerisch zu schützenden Standort innerhalb Verdens“ seien nicht zu erwarten.

Zudem gibt es einen weiteren Ansiedlungsinteressenten: Zwischen Aldi und dem bereits vorhandenen Penny-Markt möchte Hol‘ ab bauen. Stimmt auch der Verwaltungsaussschuss am 9. Juni zu, steht beiden Projekten nichts mehr im Wege. Zugelassen wären dann der Discounter mit einer Gesamtfläche von 1000 Quadratmetern und ein Getränkemarkt mit 700 Quadratmetern.

Gedanken müssen sich die Investoren über die Verkehrsführung an der vielbefahrenen Bundesstraße machen. Die genaue Lage der Gebäude und ihre Gestaltung werden dann im Zuge der Bebauungsplan-Änderung festgelegt. „Nicht so ein Blechschuppen wie in Achim“, gab Thomas Gern aber schon mal als Prämisse aus für die Optik des Hol-ab-Marktes.

Auf Wachstum setzt die Stadt auch im Gewerbegebiet Verden-Nord. Die Felder nördlich der Clärenore-Stinnes- und südlich der Bertha-Benz-Straße befinden sich zwar (noch) nicht in städtischem Eigentum. Gewerbeflächen, wie sie auch der Flächennutzungsplan an dieser Stelle vorsieht, möchte man trotzdem schon mal daraus machen. Denn gerade kleinere Areale fehlten, so Fachbereichsleiterin Birgit Koröde unter Verweis auf den Finkenberg mit seinen großen Industrieflächen.

Die landwirtschaftlichen Flächen hätten natürlich Bestandsschutz, so Birgit Koröde auf Nachfrage. Seien sie aber erst einmal an die vorhandenen Straßen angeschlossen, würden auf ihre Eigentümer Erschließungsbeiträge zukommen, ergänzte die Fachbereichsleiterin.

Einstimmig empfahl der Ausschuss daher die Aufstellung der Bebauungspläne. Eine Bemerkung konnte sich Rasmus Grobe (Grüne) trotz seiner Zustimmung jedoch nicht verkneifen. Mit dem Beschuss würden auch die freien Flächen in der Stadt Verden wieder weniger. „Wir verschärfen die Konkurrenz von Nutzungsinteressen auch an dieser Stelle.“

kp

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