Ausschuss stimmt für Studie über zusätzlichen Allerübergang

Was alles machbar ist

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Ein weiterer Allerübergang neben der Eisenbahnbrücke? Eine Machbarkeitsstudie soll Gewissheit bringen.

Verden - Von Markus Wienken. Nun also doch. Eine Machbarkeitsstudie soll die Möglichkeit eines weiteren Allerübergangs zwischen Verden und Wahnebergen prüfen. Wohlwissend, dass es sich um ein strittiges Projekt handelt, soll „breit und ergebnisoffen“ diskutiert werden, so der Wunsch von Frank Medenwald, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung. Bei einer Enthaltung stimmte das Gremium am Mittwochabend für diesen Weg. Nun ist der Landkreis gefordert.

Stadtplaner Norbert Schaffeld hatte sich die Mühe gemacht und dem Ausschuss eine ausführliche Vorlage präsentiert. Der dritte Allerübergang als eine weiträumige Umgehung, aus dieser Diskussion habe sich der Bund als überregionaler Träger schon länger verabschiedet, betonte er einleitend. Schaffeld will es nun ein paar Nummern kleiner. „Funktional und räumlich begrenzt.“ Und: „Im Mittelpunkt stehen nicht der Bau der Umgehung, sondern vielmehr regionale Verkehrsbeziehungen zwischen dem Mittelzentrum Verden und dem Umland.“ Daher solle die Federführung für die Studie beim Landkreis liegen, weil es sich um Regionalverkehr handelt. „Dass der reibungslos laufe, daran haben eben nicht nur die Stadt Verden ein Interesse, sondern auch die umliegenden Gemeinden“, erklärte der Stadtplaner die Idee.

Wird die Machbarkeit einer neuen Allerquerung durch ein Gutachten geprüft, dann für den Bereich zwischen Verden und Wahnebergen, parallel zur neuen Eisenbahnbrücke. Ob für Lastwagen, mit oder ohne Fuß-Radweg, hochwassersicher oder auch nicht, da sollten die Beteiligten, wenn notwendig, durchaus flexibel sein.

Konflikte dürften dennoch vorprogrammiert sein, würde das Bauwerk doch mitten durch FFH-Gebiet führen. Schaffeld will daher schrittweise vorgehen. Mit Blick auf Naturschutz seien zunächst die rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen, erst dann technische und abschließend finanzielle. 10000 Euro oder 25 Prozent der Kosten für die Studie will Verden zahlen. Den Rest sollen umliegende Gemeinden und der Landkreis beisteuern.

In den Reihen der großen Fraktionen stieß die Vorgehensweise auf breite Zustimmung. Frank Medenwald (CDU) betonte wiederholt die Notwendigkeit eines weiteren Allerübergangs. „Dabei sollten wir bemüht sein, alle vorangegangenen Vorbehalte und Äußerungen zurückzustellen“, forderte er mit Nachdruck. Michael Otten, SPD-Fraktionschef, stimmte für den Verwaltungsvorschlag, auch wenn sich die Begeisterung dafür im Landkreis sicherlich in Grenzen halten werde: „Wen interessiert in Oyten schon, was in Verden passiert?“, lautete sein Einwand. Grundsätzliche Bedenken äußerte Johanna König von den Grünen. Doch weniger als Parteiangehörige, sondern vielmehr in ihrer Funktion als Landschaftsplanerin. „Mitten durchs FFH-Gebiet, da sehe ich überhaupt keine Chance, da winken meine Kollegen gleich ab.“ Damit war eine Diskussion schon voll im Gange, „die wir so doch nicht wollten“, kritisierte Medenwald. Die Landschaftsplanerin wehrte sich: „Und wenn es denn nicht klappt, heißt es später, warum hat uns keiner gewarnt?“ Eine zusätzliche Einschränkung der Natur sah auch Otten, allerdings nur begrenzt. „Wir gehen ja in bereits belastete Fläche. Dem Vogel ist es egal, ob er durch die Bahn oder durch den Autoverkehr geweckt wird“, so der SPD-Chef. Ob dem tatsächlich so ist, auch das dürfte ein Thema der Machbarkeitsstudie werden.

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