Lore Fluß erhält Ernst-Bertram-Gedächtnispreis

Ausgezeichnetes „Flintenweib“

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Lore Fluß vom Schützenverein Borstel erhielt aus den Händen von Michael Otten (l.) den Ernst-Bertram-Gedächtnispreis. Auch AVS-Sprecher Hans-Joachim Albers gratulierte.

Verden - Sichtlich überrascht reagierte Lore Fluß, als SPD-Stadtratsmitglied Michael Otten ihr im Rahmen der AVS- Versammlung den Ernst-Bertram-Gedächtnispreis überreichte. Seit 1999 leitet sie die Damenabteilung des Schützenvereins Borstel. Bereits 1991 wurde sie zur zweiten Vorsitzenden gewählt. Bis 2003 übte sie diese Funktion, übernahm anschließend den Vorsitz und gab das Amt Anfang des Jahres an ihren Nachfolger Andreas Feisthauer ab.

Dem Schützenwesen ist sie seit 1968 verbunden, als sie im Alter von 17 Jahren dem Schützenverein Armsen beitrat. Als sie Mitte der 70er-Jahre nach Borstel wechseln wollte, musste sie gemeinsam mit weiteren an der Mitgliedschaft im Verein interessierten Frauen erst viel Überzeugungsarbeit leisten und den Widerstand der Männer gegen die „Flintenweiber“ brechen. Bedingt auch durch die schießsportlichen Leistungen der Frauen waren die Herren aber schnell überzeugt davon, richtig gehandelt zu haben.

Schießsportlich kann sie als mehrfache Kreismeisterin und Teilnehmerin an Landesmeisterschaften, dazu auch Regentschaften im Schützenverein, etliche Erfolge vorweisen. Aktuell ist sie noch bis Ende dieses Monats Königin des Kreisschützenverbandes (KSV) Verden.

Als sie 2003 den Vorsitz in Borstel übernahm, war sie im KSV eine der ersten Frauen in seiner solchen Funktion. Zuletzt gelang es ihr, die Satzung zu modernisieren, um schon Kindern ab sechs Jahren die Mitgliedschaft zu ermöglichen. Auch die schwierigen Verhandlungen mit der Vereinswirtin über einen neuen Pachtvertrag brachte sie zu einem guten Abschluss.

Seitens der SPD-Stadtratsfraktion, die seit mehr als 40 Jahren den Ernst-Bertram-Gedächtnispokal für ehrenamtliches Engagement verleiht, würdigte deren Vorsitzender Michael Otten die Verdienste von Lore Fluß im Schützenwesen und der Vereinsarbeit. Sie selber blickte humorvoll auf die Zeit zurück, als die Frauen sich um eine Mitgliedschaft bemühten: „Schließlich haben sich einige Frauen mit mir zusammen getan und wir haben die Anträge einfach beim damaligen zweiten Vorsitzenden in den Briefkasten gesteckt“. 

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