Ausbildungstag der Realschule / 21 Unternehmen stellen sich vor / Erste Kontaktaufnahme zum potenziellen Lehrbetrieb

Wichtiger Baustein zur Berufsorientierung

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Janina hämmerte geschickt ein Herz aus einer Schieferplatte. Ole Püllmann (l.) hätte sie vom Fleck weg als Dachdecker-Azubi eingestellt. Die Schülerin hat aber andere Berufswünsche.

Verden - In der Verdener Realschule drehte sich gestern alles um die Berufswahl. Die Schüler der Klassen acht und neun hatten am Ausbildungstag reichlich Gelegenheit, sich über die unterschiedlichsten Berufe zu informieren. Bereits seit zehn Jahren veranstaltet die Realschule diesen Tag im zweijährigen Rhythmus.

21 Betriebe und Institutionen aus Verden, Bremen und Umgebung waren diesmal dabei. In drei Infoblöcken stellten Ausbilder und Auszubildende ihre Betriebe und Berufe vor. Dazwischen hatten die etwa 225 Schüler Gelegenheit, sich an den Infoständen der Betriebe und Institutionen zu informieren und vielleicht auch schon erste Kontakte zu knüpfen.

„Viel mehr können wir für die Berufsorientierung nicht tun“, so Schulleiter Christian Piechot. Neben zwei Praktika und Betriebsbesichtigungen, die die Schüler individuell wählen können, sei der Ausbildungstag ein weiterer wichtiger Baustein. Gerade in den Infoblöcken würden gute Kontakte zwischen den Schülern und den Betrieben entstehen.

Die Lehrkräfte Antje de Witt und Thomas Wendeln haben den Ausbildungstag organisiert. Tatkräftig unterstützt wurden sie in diesem Jahr von den Schülern der AG Berufsorientierung. Sie waren aktiv an der Vorbereitung beteiligt, haben zum Beispiel die Betriebe angeschrieben. Während des Ausbildungstages standen sie als Ansprechpartner für ihre Mitschüler und die Unternehmen zur Verfügung.

Bei vielen Stationen konnten die Schüler sich selbst ausprobieren. Wer sich beispielsweise für den Beruf des Kochs interessierte, konnte am Stand des Niedersachsenhofs Salate richtig zuordnen. Zur Belohnung gab es Schokofondue.

Am Stand des Landgerichts informierten die drei Auszubildenden zur Justizfachangestellten, Franziska Föge, Flavia Tomhave und Alexandra Kratzer, über den Beruf der Justizfachwirtin. Alexandra ging früher selbst auf die Realschule und kam seinerzeit am Ausbildungstag zum ersten Mal mit ihrem zukünftigen Beruf in Berührung.

Raimund Karow von der Firma Block freute sich über das große Interesse der Schüler. Die Mädchen würden sich allerdings nicht für die gewerblichen, sondern eher für die kaufmännischen Berufe interessieren, hat er beobachtet.

Am Stand von Mars ließen sich Marie und Chantal von Azubi Niklas Reipert zeigen, wie man Buchstaben in ein Metallplättchen hämmert. Mechatronikerin zu werden, können sich beide aber nicht vorstellen. Marie (14) hat noch keine feste Berufsvorstellung. „Der Ausbildungstag ist aber gut, um sich zu informieren“, findet sie.

Auch sozialen Berufe waren vertreten. Maria Biehl, Leiterin der Berufsfachschule Altenpflege, informierte gemeinsam mit ihrer Kollegin Birgit Ditzfeld über die Ausbildung dort. „Wir hatten schon einige nette Gespräche, es wäre schön, wenn sich daraus etwas ergibt. In der Altenpflege wird Nachwuchs dringend gebraucht“, so Biehl.

Arbeit mit den Händen war am Stand der Dachdeckerei Püllmann gefragt. „Handwerkliches Geschick muss man für unseren Beruf schon mitbringen“, erklärte Ole Püllmann. Anaken (14) stellte sich beim Löten recht gut an. Für ihn steht die Berufswahl aber schon fest. „Ich gehe zur Bundeswehr.“

Janina (14) hämmerte mit viel Gefühl ein Herz aus einer Schieferplatte. Ole Püllmann zeigte sich beeindruckt und hätte sie am liebsten sofort als Dachdeckerin eingestellt. Doch auch hier hatte er kein Glück, Janina möchte Polizistin werden.

ahk

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