Proben in Kostümen: Vereinigung von Norder- und Süderstadt als Drama

„Aus zwei macht eins“

Der historische Moment: Ratsherr Johan Wulfes (Martin Hellerbach) verliest die Anordnung der schwedischen Königin. Damit war die Vereinigung der Stadtteile in Gang gebracht. - Foto: Haubrock-Kriedel

Verden - „Aus zwei macht eins“: 350 Jahre ist Vereinigung von Norder- und Süderstadt zur Stadt Verden her. Am Sonnabend, 2. September, soll das gebührend gefeiert werden. „Die Nachtflüsterer“, das Stadttheater aus der beliebten Veranstaltungsreihe „Verden aufgeschlossen“, führen zu diesem Anlass das historische Theaterstück auf. Im Ratssaal stand eine erste Kostümprobe auf dem Programm.

Die Seele der Truppe ist Helga Flatow. Sie ist nicht nur Autorin, Regisseurin und Moderatorin, auch für die Kostüme ist sie verantwortlich. Also läuft sie schon vor der Probe auf Hochtouren, legt schnell noch einmal Hand an, steckt hier etwas fest und ergänzt dort das Kostüm mit dem passenden Kragen. Hans-Jürgen Schulz alias Bürgermeister Johann Dietrich von der Lieth probiert seinen roten Samtmantel: Die Länge ist perfekt, Helga Flatow ist zufrieden. „Ich bin hier die große Nähmaschine“, lacht sie. Die Kostüme habe sie zum Teil selbst genäht, zum Teil alte für das Stück angepasst. Der elegante Mantel des Bürgermeisters, so berichtet Flatow, war früher mal eine Gardine.

Als alle Kostüme sitzen, beginnen die Proben. Helga Flatow hat alles im Griff, präzise kommen ihre Anweisungen. Die Stimmung im Team ist hervorragend, alle haben sichtlich Spaß, und gerade wenn einmal etwas nicht klappt, steigert das die gute Laune nur noch weiter.

Das Stück führt zurück in Verdens Vergangenheit, ins Jahr 1667. Die historischen Tatsachen sind mit einer Liebesgeschichte gewürzt. Unter der Herrschaft des Königreichs Schweden ist die Stadt zweigeteilt. Die Süderstadt stemmt sich gegen eine offene Handelsbeziehung mit der Norderstadt, schließt die Stadttore und verlangt höhere Zölle.

Das wollen sich die Norderstädter aber nicht gefallen lassen. Auch im Hause des norderstädtischen Bürgermeisters Johann Dietrich von der Lieth ist man besorgt über den sich zuspitzenden Konflikt.

Der Bürgermeister findet Ablenkung in den Armen der Dirne Agnes Pietsch (Stefanie Bührig), die sich schon als neue Herrin in seinem Haus sieht. Das Stadtoberhaupt selbst schmiedet auch Pläne. Seine verwitwete Tochter Julia (Jessica Coels), die den Tuchhandel ihres verstorbenen Mannes weiterführt, soll mit dem Ratsherrn Johan Wulfes (Martin Hellerbach) aus der Süderstadt anbändeln, um an Informationen zu kommen.

Als die beiden sich ineinander verlieben, macht das die Sache nicht einfacher. Doch als es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt, ergeht eine Anordnung der schwedischen Königin Hedwig Eleonore, die besagt, dass die Mauern fallen und die Stadttore geöffnet werden sollen.

Das Stück bietet viele amüsante Szenen. Herrlich ist der handgreifliche Streit zwischen der schnippischen Magd Margita (Michaela Rampp) und Dirne Agnes. Köstlich auch, als diese sich vor der unterkühlten Frau des Bürgermeisters Elsa (Evelyn Coels) als Geliebte ihres Mannes outet. Da braucht die sonst so beherrscht wirkende Elsa anschließend erstmal einen Schnaps.

Die Zuschauer können sich am 2. September also auf kurzweilige 45 Minuten freuen. „Die Nachtflüsterer“ führen „Aus eins macht zwei“ um 12 und um 16 Uhr auf der Rathausbühne auf.

Mit „Hexennot“ hat die Theatergruppe ein weiteres historisches Stück im Programm. Vorstellungen sind im Rahmen von „Verden aufgeschlossen“ für Oktober und November geplant. - ahk

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