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Verden: Nach 37 Jahren droht Aus für Werk-Kunst-Ausstellung

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Von: Christel Niemann

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Drei Frauen aus dem Team der Werk-Kunst-Ausstellung
Traurig, aber auch erleichtert, dass nach einer langer Entscheidungsphase die Würfel zum Thema Werk-Kunst-Ausstellung gefallen sind (v.l.): Bärbel Hesse, Astrid Meyer-Grabe und Alexandra Bömeke. Es fehlt Ira Koppelow. © Christel Niemann

Das ist eine traurige Nachricht: Der Werk-Kunst-Ausstellung droht das Aus. Planungsunsicherheit macht den Organisatorinnen das Leben schwer. Oder gibt es doch noch einen kleinen Hoffnungsschimmer für das so beliebte Event....?

Verden – Jeweils über 1000 Besucher an zwei Veranstaltungstagen und das ganz besondere Flair: Die jahreszeitlich geprägten Werk-Kunst- Ausstellungen im März und im November im historischen Verdener Rathaus zählen zu den schönsten und beliebtesten Kunsthandwerkermärkten in der Region. Doch nun könnte nach 37 Jahren ihr Ende gekommen sein: Die ehrenamtlichen Organisatorinnen Alexandra Bömeke, Astrid Meyer-Grabe, Bärbel Hesse und Ira von Koppelow haben nach langer Diskussion beschlossen, die Organisation des etablierten Events aufzugeben.

Veranstaltung im Rathaus Verden zählt zu den schönsten Kunsthandwerkermärkten in der Region

Eigentlich war für Sonnabend und Sonntag, den 19. und 20. März, wieder die österliche Werk-Kunst-Ausstellung im Verdener Rathaus geplant, doch die aktuelle Pandemiesituation macht nach Überzeugung der Damen eine planmäßige Durchführung der Veranstaltung nicht möglich. „Es ist zu vieles ungewiss. Das Risiko ist uns zu groß“, so die Organisatorinnen. Sie leugnen nicht, dass sie angesichts von inzwischen vier abgesagten Werk-Kunst-Ausstellungen in den vergangenen zwei Jahren, auch corona-müde sind. „Wir haben diese Entscheidung schweren Herzens und nach reiflicher Überlegung getroffen“, sagt Alexandra Bömeke, „doch zurzeit sehen wir keinen anderen Weg.“

Planmäßige Durchführung der Veranstaltung immer schwieriger

Natürlich hätten sie vor der Absage eine Anpassung des Konzeptes an die Bestimmungen der zuletzt gültigen Coronaschutzverordnung geprüft, hätten nach Alternativen gesucht, aber letztlich keine für beide Seiten, Aussteller und Besucher, optimale Lösung gefunden. „In der herrschenden Inzidenzsituation wäre die Ausstellung im Rathaus-gebäude auf keinen Fall möglich gewesen und schon von daher ist die Absage unumgänglich“, so die Damen unisono.

 Werk-Kunst-Ausstellung im Rathaus Verden
Die letzte österliche Werk-Kunst-Ausstellung fand 2019 statt. Damals zog sie über 1000 Besucher ins Verdener Rathaus. © C. Niemann

Werk-Kunst-Ausstellung im Rathaus Verden: Die finanziellen Rücklagen aufgebraucht

Die Lage der Dinge habe sich schon seit Längerem abgezeichnet. Deshalb hätten sie auch die Planungen eingestellt und potenzielle Aussteller informiert. Als weiteren Grund für die Entscheidung nennt Alexandra Bömeke die weiterlaufenden Kosten. Die finanziellen Rücklagen seien inzwischen aufgebraucht. Die Organisatorinnen berichten vom hohen Aufwand für die Durchführung der Ausstellung und dem Risiko, das vollends bei ihnen als Veranstalter liege. „Die Vorgaben sind wirklich enorm. Angefangen beim Hygiene- und Infektionsschutzkonzept inklusive Maskenpflicht und der Überprüfung gültiger Impfnachweise oder negativer Corona-Testergebnisse bis zur Personenbeschränkung. Das alles braucht aber sehr viel Personal; Personal, das wir gar nicht haben.“ Dieser enorme Aufwand sei für ein Format wie die Werk-Kunst-Ausstellung ehrenamtlich leider nicht zu stemmen.

Eine Wiederbelebung nicht ausgeschlossen

Astrid Meyer-Grabe erzählt, dass sie gerne weitergemacht hätte, aber inzwischen macht auch ihr die fehlende Planungssicherheit zu schaffen. „Man steckt so viel Energie in das Projekt und dann muss man doch wieder absagen.“ Auf bessere Zeiten zu hoffen, ist für das Quartett aktuell keine Option. „Beide Veranstaltungen finden in einer für das Virusgeschehen sensiblen Jahreszeit statt und wir haben leider keine praktikable Alternative gefunden, um die Ausstellungen über zwei Tage in einem akzeptablen Kostenrahmen im Freien durchzuführen.“ Die Frauen betonen aber, dass das Aus für die Werk-Kunst Ausstellung dennoch nicht in Stein gemeißelt und eine Wiederbelebung nicht ausgeschlossen ist. „Ich habe schon noch Lust“, so Astrid Meyer-Grabe. Denkbar sei auch, den Staffelstab an ein Nachfolge-Team zu übergeben. Bömeke: „Wir sind bereit, unser Wissen weiterzugeben und etwaige Nachfolger mit Rat und Tat zu unterstützen.“  nie

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