Auktionator Erdwig Holste bringt Haushalt von Helga und Hans-Joachim Köhler unter den Hammer

Aus dem Nachlass einer Legende

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Tafelsilber und eine gesticktes Tischtuch wurden versteigert.

Verden - „Alles muss raus“. Das Schlussverkaufsmotto galt am Donnerstagabend in der Gaststätte „Borsteler Hof“ in Verden-Borstel. Auktionator Erdwig Holste versteigerte besondere Stücke und etliche Raritäten aus dem Nachlass von Helga und Hans-Joachim Köhler. Nach rund drei Stunden schlug Holste zum letzten Mal sein Hämmerchen auf das hölzerne Pult und über 200 Exponate hatten neue Besitzer.

„Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – verkauft!“ Schon sauste der Hammer mit Schwung auf den Tisch. Erdwig Holste aus Martfeld machte seinen Job gut und die Rolle des Versteigerers augenscheinlich Spaß. Witzig und überzeugend pries er die Objekte an, sodass die Auktion nicht nur eine gute Geldquelle, sondern auch eine amüsante und kurzweilige Veranstaltung für alle Anwesenden war. Versteigert wurden über 300 besondere Stücke von der Streichholzschachtel bis zum Wohnzimmerschrank. Sie stammten aus dem Nachlass von Reitsportlegende Helga Köhler und ihrem Ehemann, dem Pferdepapst und langjährigen Leiter des Pferdemuseums in Verden, Hans-Joachim Köhler. Das Interesse von regionalen und Bietern aus dem In- und Ausland war groß. Bewusst waren viele Preise moderat angesetzt. Bieter hatten ausreichend Gelegenheit, sogar das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern. Denn einiges ging schon für wenige Euro über den Tisch. Beispielsweise zwei Seifenschachteln mit Pferdeemblem. Für vier Euro bekam der Bieter den Zuschlag.

Einer der eifrigsten Käufer war ein telefonischer Bieter aus Dänemark, der gleich mehrere Dutzend Stücke aus dem Nachlass ersteigerte, darunter Dekoratives aus Silber sowie Bilder und Porzellan.

Höchstpreise wurden beispielsweise für ein weißes Tischtuch mit den in gold gestickten Unterschriften von Reiterpersönlichkeiten erzielt. 1500 Euro brachte es mit den eingestickten Namen von Fritz Thiedemann, Dr. Reiner Klimke, Fritz Ligges, Hermann Schridde, Magnus von Buchwaldt, Hans Günter Winkler und Alwin Schockemöhle sowie von Pferdekenner Hans Heinrich Isenbart.

Das Ölgemälde „Auktions-Auswahl“ der Pferde- und Landschaftsmalerin Helene Meyer-Moringen, wurde für 1200 Euro an eine ehemalige Auktionsreiterin in die USA verkauft. Gesetzt war es anfangs mit 500 Euro. „Es hat einen sehr professionellen Pinselstrich und ist für die Bieterin vor allem von hohem ideellen Wert“, erklärte Holste.

Natürlich hat sich auch das Deutsche Pferdemuseum ein paar Erinnerungsstücke aus dem Nachlass gesichert. Ina Majeli: „Wir haben ein Fotoalbum erworben, das offenbar ein Weihnachtsgeschenk an die Familie Köhler von Hans- Heinrich Isenbart war. Zudem konnten wir noch einen Zylinder von Helga Köhler sowie eine Melone mit passendem Lederkoffer von Hans-Joachim Köhler ersteigern. Die Objekte wurden alle ‚für kleines Geld‘ angeboten, so dass wir die Ankäufe mit unserem Budget vereinbaren konnten.“  Gezielt geboten hat auch ein Paar aus dem Nachbarlandkreis Diepholz, das insbesondere bei den Erinnerungsstücken und Trophäen mit hohem Silberanteil kräftig zugeschlagen hatte. „Nein, eine Verbindung zu Köhlers oder eine Affinität zum Pferdesport oder zu den Pferden im allgemeinen bestehe nicht“, sagten sie. Sie liebten die Atmosphäre auf Auktionen und verkauften einige der ersteigerten Objekte auch weiter, aber nur im kleinen Rahmen.

Nachlass-Auktion von Helga und Hans-Joachim Köhler

  Die Gründe, warum viele die Auktion besuchten, waren ohnehin nicht immer professioneller Art. „Ich war noch nie auf einer Auktion und finde es einfach interessant, es mal zu sehen und zu erleben. Bieten wollen wir nicht“, erklärten Inge und Bodo Sieling. Auch Heike Grube war nur aus Neugierde dabei. „Meine Schränke sind voll, ich muss selber unbedingt aussortieren und auch Dinge wegwerfen.“

„Das Auktionsangebot wurde etwa zu 70 Prozent geräumt und damit können wir zufrieden sein“, resümierte Auktionator Holste am Ende.

Die Frage, wie viel und ob etwas überhaupt einen Wert hat, sei ohnehin nicht immer einfach zu beantworten und vor allem Geschirr und alte Möbel ließen sich heutzutage nur schwer vermarkten. „Die jungen Leute haben schlichtweg einen anderen Geschmack und einen ganz anderen Einrichtungsstil,“ sagte Auktionator Erdwig Holste

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