„Aufträge können nicht abgearbeitet werden“

Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt informiert sich bei Agentur

Andreas Mattfeldt (links) mit Agenturchef Christoph Tietje.

Verden - Derzeit gibt es im Landkreis Verden über 46.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Tendenz steigend. Die Arbeitslosigkeit ist von November 2016 bis November 2017 von 4,9 Prozent auf 4,5 Prozent gefallen. Das erfuhr der hiesige Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt beim Treffen mit dem neuen Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden, Christoph Tietje, der seit September im Amt ist.

Er hat dem Abgeordneten zunächst die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Verden vorgestellt. „Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt haben wir vor allem unserem starken Mittelstand zu verdanken, der auch viel exportiert“, so Mattfeldt. „Dies ist auch deshalb nicht verwunderlich, weil 99,3 Prozent der hiesigen Unternehmen aus den Mittelstand kommen. Sie beschäftigen über 60 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland.“

Ein weiteres Thema bei dem Gespräch war der große Fachkräftemangel, der auch den Landkreis Verden betrifft. Dies zeige auch die immer weiter steigende Zahl der gemeldeten offenen Arbeitsstellen. Sie sei von unter tausend Stellen im Januar 2015 auf über 1.500 Stellen zum Ende dieses Jahres gestiegen. „Der Fachkräftemangel ist für Arbeitgeber ein echtes Problem. Viele Stellen bleiben unbesetzt. Aufträge können nicht abgearbeitet werden. Als Unternehmer kenne ich mich mit dieser Problematik aus“, berichtet Mattfeldt.

Anerkennung von ausländischen Qualifikationen erleichtern

„Um diesen Missstand zu beheben, müssen wir die Anerkennung von ausländischen Qualifikationen deutlich erleichtern. Darüber hinaus brauchen wir ein Fachkräftezuwanderungsgesetz, welches regelt, dass Facharbeiter aus dem Ausland mit Qualifikationen zu uns kommen und eine Einreise inklusive Arbeitserlaubnis in die Bundesrepublik auch über diese fachlichen Qualifikationen möglich ist. 

Aber auch die Unternehmen hier vor Ort müssen sich zum Teil wandeln. Junge Leute wollen heutzutage anders angesprochen werden als in der Zeit, als ich gelernt habe. Dank sozialer Netzwerke wie Facebook haben wir hierzu auch die Möglichkeiten. Die persönliche Ansprache wird immer wichtiger.“

Besondere Wege bei der Mitarbeitermotivation nötig

Von besonderer Bedeutung ist für Mattfeldt darüber hinaus auch, dass Unternehmer noch vermehrt erkennen müssten, dass sie ohne fachlich qualifiziertes Personal keinen unternehmerischen Erfolg haben würden. „Hierzu gehört auch, dass man in der Mitarbeitermotivation heute besondere Wege gehen muss, die vor einigen Jahren noch nicht mal angedacht waren. Gute Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource für unsere Unternehmen.“

Insgesamt ist der Abgeordnete davon überzeugt, dass das Ziel „Vollbeschäftigung“ in der Region schon nahezu erreicht worden sei. Er lobt das Engagement der Arbeitsagentur: „Die geplante Handwerkerbörse, die Handwerksbetriebe und Fachkräfte zusammen bringen soll, ist eine sehr gute Möglichkeit den Betrieben vor Ort zu helfen und ich bin fest davon überzeugt, dass hierdurch einige offene Stellen besetzt werden können.“

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