Aufräumarbeiten in Wäldern

Sturmschäden beschäftigen die Forstbetriebsgemeinschaft und Waldbesitzer

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Viele Abgeordnete informierten sich bei den Waldbesitzern im Landkreis Verden. 

Verden/Landkreis - Stürme und die Schäden, die sie angerichtet haben, beherrschten die Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Verden. Von einem Ausmaß von fünf- bis zehntausend Festmetern in der Bezirksförsterei Verden sprach Udo Papenheim alleine im Kreisgebiet, die auf das Konto der zurückliegenden Stürme Xavier und Herwart gehen.

Dazu dokumentierte er einige Beispiele von diversen Würfen in Bassen, Dörverden, Luttum und Neddenaverbergen, wodurch die Problematik im ganzen Kreisgebiet deutlich wurde. Zurzeit sei man mitten in den Aufräumarbeiten nach den Schäden durch „Friederike“ und daher sei es schwierig, genaue Zahlen zu nennen. Die Schadenshöhe sei aber in der Größenordnung vorangegangener Stürme einzuschätzen.

Der Vorsitzende der FBG Heinrich Luttmann wies auf anstehende Arbeiten im Wald hin. „Wir müssen uns wesentlich mehr um die Waldwege kümmern. Hier ist Ärger vorprogrammiert, erst mit den Fahrern und dann mit den Anliegern beziehungsweise den Gemeinden“, so Luttmann. Intakte Forstwege seien wichtig für schnelle und effiziente Aufräumarbeiten der Sturmschäden, neben den planbaren selektiven Holzeinschlägen.

In seinem Grußwort betonte Landrat Peter Bohlmann die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit des Landkreises mit der FBG in allen Belangen des Waldes. „Wir sind sehr froh, in Niedersachsen so eine schnelle Regierungsbildung geschafft zu haben und so auf die aktuellen Problemstellungen in der Forst- und Landwirtschaftspolitik reagieren zu können“, zeigte sich Bohlmann erleichtert. Dazu erinnerte er an die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest auf die Jagdpacht und ebenfalls an die Sturmschäden im Forst. Außerdem sei der Landkreis auch Mitglied der FBG. „Holz ist der wichtigste Baustoff bei den nachhaltigen Materialien und muss wegen seiner Klimaneutralität gefördert werden“, sagte er.

Staatssekretär Rainer Beckedorf berichtete über die aktuelle Forstpolitik der neuen Landesregierung.

Eigentlich wollte Luttmann die Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast als Hauptrednerin ankündigen. Aber eine Grippe hatte dafür gesorgt, dass sie sich von ihrem Staatssekretär aus dem Landwirtschaftsministerium, Rainer Beckedorf, vertreten lassen musste. Also sprach er über die staatlichen Hilfen für Schäden durch den Sturm Friederike. „Hier stehen ausreichend Fördermittel für die Wiederaufforstung im Jahr 2018 zur Verfügung“, sagte Beckedorf. Weitere Maßnahmen wären steuerliche Vorteile für die Kosten der Aufräumarbeiten und die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zur Lagerung von großen Holzmengen ohne Prämienverlust.

Außerdem kommentierte er am Rande die Ausweisung von FFH-Schutzgebieten nach EU-Richtlinien. Es gelte ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Niedersachsen zu verhindern, weil die Ausweisung der Gebiete bis Ende 2018 abgeschlossen sein sollte.

Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie sieht 385 Gebiete in Niedersachsen vor. Davon seien elf Prozent Waldflächen und diese zur Hälfte im Privatbesitz. Im Kreis Verden sind die größten geschützten Flächen in den Wümmewiesen in Ottersberg und Fischerhude mit dem FFH-Gebiet 38 inklusive dem Vogelschutzgebiet beziehungsweise Flächen im Allertal.

„Durch die Öffnungsklausel für die Unteren Naturschutzbehörden sollen diese die EU- Richtlinie eins zu eins umsetzen, aber nicht mehr“, brachte es Beckedorf auf den Punkt. Es seien Erschwernisausgleiche für Waldbesitzer vorgesehen, die von den Schutzmaßnahmen betroffen sind.

Als Leiter des Geschäftsbereiches Forst bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erläuterte Landesforstdirektor Rudolf Alteheld die Kennzahlen für den Landkreis Verden. Der Holzeinschlag sei in 2017 auf 22 305 Festmeter etwas zurückgegangen. 17 Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von 72 000 Euro für 22 Flächen auf rund 19 Hektar zum Umbau in Mischwälder wurden realisiert, und 60 Hektar Kulturbegrünung gab es ohne Förderung. Insgesamt gäbe es mit 3,7 Milliarden Hektar Holzvorrat im deutschen Wald den größten Bestand in der ganzen EU. „Holz ist in seinen Eigenschaften durch nichts zu ersetzen, außer durch Holz“, warb der hochrangige Beamte für den nachwachsenden Rohstoff.   J

lee

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