Auf Reisen mit Corona

Trotz Corona zieht es viele Urlauber in die Ferne, teilweise ins europäische Ausland oder sogar in die Risikogebiete.
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Trotz Corona zieht es viele Urlauber in die Ferne, teilweise ins europäische Ausland oder sogar in die Risikogebiete.

Ferienzeit ist Urlaubszeit, zumindest war das bis jetzt bei vielen der Fall. Doch vor dem Hintergrund der andauernden Corona-Krise entscheiden sich dieses Jahr einige Leute gegen eine Reise – zu hoch ist ihnen das Risiko. Diejenigen, die es trotzdem ins Um- und Ausland zieht, haben vieles zu beachten. Dr. Peter Ahrens, Ärztlicher Direktor der Aller-Weser-Kliniken, klärt auf und zieht eine Zwischenbilanz.

Landkreis – „Jeder, der dieses Jahr Urlaub macht, muss sich im Voraus um einiges mehr kümmern als sonst, sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausreise“, erläutert Ahrens im Gespräch. „Urlauber müssen stets die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes beachten. Einige fordern beispielsweise einen Corona-Abstrich, der natürlich negativ ausfallen muss. Da gibt es aber ein großes Problem: Dieser Test darf nicht älter als 72 Stunden sein, viele Hausärzte machen den gar nicht und ein Abstrich kostet schon mal 140 Euro“, weiß der Ärztliche Direktor über die Situation im Landkreis Verden zu berichten.

Im Urlaub selbst gelte es natürlich weiterhin auf die Verhaltensregeln und -empfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus im Alltag und im Miteinander zu achten. „Wenn man nichts zum eigenen Schutz macht, sich nicht die Hände wäscht oder keinen Abstand voneinander hält, ist das grob fahrlässig“, mahnt Ahrens mit Blick auf die Situation in Mallorca, wo die Menschen mittlerweile selbst im öffentlichen Raum, auf offener Straße, nur noch mit Maske unterwegs sein dürfen.

„Für Reiserückkehrer gilt, – wie hoffentlich weit bekannt – dass wenn sie aus einem der Risikogebiete zurückkommen, sie bei ihrer Heimkehr unmittelbar für zwei Wochen in häusliche Quarantäne müssen. Unabhängig davon, ob sie Corona-Symptome aufweisen oder nicht“, so Ahrens weiter. Sollten innerhalb dieser Inkubationszeit allerdings Symptome auftreten, die auf eine Infizierung hindeuten, wie beispielsweise Fieber, Husten oder Atemnot, sollte sich der Reiserückkehrer telefonisch ärztlichen Rat einholen. Das könne entweder beim eigenen Hausarzt, rund um die Uhr bei der Kassenärztlichen Vereinigung unter der Telefonnummer 116 117 oder beim Bürgertelefon, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, des Landkreises Verden unter der Rufnummer 04231/158778 geschehen.

„In den Aller-Weser-Kliniken bereiten wir uns jetzt nicht irgendwie besonders auf die Ferienzeit oder das -Ende vor. Bei jedem, der bei uns stationär eingewiesen wird, machen wir weiterhin einen Abstrich. Handelt es sich bei der Person um einen Reiserückkehrer, fragen wir aber natürlich, von wo er oder sie wiedergekommen ist“, erklärt der Ärztliche Direktor. Diese Frage werde den Patienten aber nicht erst seit Corona gestellt. Schließlich gibt es auch andere Krankheiten wie Malaria, die andernorts immer noch verbreitet sind.

„Aktuell haben wir weder in der Klinik in Achim noch in Verden stationäre Corona-Patienten. Stand heute, 11.30 Uhr“, ergänzt Ahrens noch schnell, schließlich könne sich die Covid-19-Lage minütlich wandeln, was der Corona-Hotspot in einem Gebäudekomplex am Niedersachsenring in Verden erst vor Kurzem deutlich gezeigt habe. Damit, dass mit dem Wiederkommen der Reiserückkehrer eine zweite Corona-Welle auf den Landkreis zurollt, rechnet er nicht. „Es ist natürlich möglich, aber es wird vermutlich keine richtige Welle im klassischen Sinn werden.“

„Grundsätzlich kann ich das Bedürfnis der Menschen verstehen, rauszukommen und in den Urlaub zu fahren. Die letzten Monate waren eine Grenzerfahrung für jeden, aber insbesondere für diejenigen, die beispielsweise in einer Zwei-Zimmer-Wohnung wohnen. Man muss sich aber bewusst sein, dass es im Leben und eben auch auf Reisen, gerade jetzt, immer ein gewisses Risiko gibt“, so Ahrens. „Wir kennen das Coronavirus noch nicht lange und haben keine Ahnung, was für Langzeitfolgen es verursachen kann. Wir dürfen die Lage trotz weniger Infektionen weiterhin nicht unterschätzen.“

Reisewarnungen

spricht das Auswärtige Amt aktuell für alle nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland aus. Ausgenommen sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Schengen-assoziierte Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) sowie in das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, nach Andorra, Monaco, San Marino und in den Vatikanstaat. Diese Warnung gilt vorerst einschließlich bis zum Montag 31. August 2020.

Von Lisa Hustedt

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