Elisabeth Fresen über Chancen und Möglichkeiten für die Landwirtschaft

Auf harte Arbeit eingestellt

Zukunftsperspektiven für die Landwirtschaft: Elisabeth Fresen (hier vor ihrem Hofladen) arbeitet daran mit.
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Zukunftsperspektiven für die Landwirtschaft: Elisabeth Fresen (hier vor ihrem Hofladen) arbeitet daran mit.

Verden-Eitze – „Das wird harte Arbeit.“ Dass die Beratung in der Zukunftskommission Landwirtschaft schwierig wird, ist Elisabeth Fresen jetzt schon klar. Die Ökobäuerin aus Verden-Eitze kennt die großen Hindernisse, die beiseite geräumt werden müssen, damit ihre Kollegen auf den Höfen in der Republik eine Perspektive bekommen. Aber sie ist zuversichtlich. „Die Notwendigkeit ist einfach da. Ein Zukunftsbild für die nächsten 20 oder 30 Jahre ist mein großes Ziel“, sagt das 29-jährige Kommissionsmitglied.

„In die Kommission wird man persönlich berufen“, erklärt Elisabeth Fresen. Sie hat aber keinen Zweifel daran, dass ihr Engagement als Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) dabei eine entscheidende Rolle gespielt hat. Seit zwei Jahren hat sie das Amt jetzt inne und steht voll hinter dem Verband. Als Interessensvertretung von 2 000 konventionell und ökologisch wirtschaftenden Bauernhöfen in Deutschland setzt er sich für eine zukunftsfähige sozial- und umweltverträgliche Landwirtschaft ein.

Kein Wunder also, dass die studierte Öko-Landwirtin mit diesen Ideen auch in die Kommission gehen will. „Ich will als Landwirtin gesunde Lebensmittel produzieren, damit zugleich Arten- und Naturschutz betreiben und fair bezahlt werden“, ist ihr Anspruch an ein Wirtschaften mit Zukunft. „Noch haben wir aber Zielkonflikte“, sagt sie. Da sei die EU, deren Subventionspolitik seit Jahrzehnten die größeren Einheiten fördert. Da seien Erwartungen der Verbraucher und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: „Nahrungsmittel sind zu billig.“

Trotz der entgegengesetzten Interessen glaubt die Eitzerin an einen Erfolg der Kommission. „Die Borchert-Kommission hat gezeigt, dass es geht.“ Der Arbeitskreis um den ehemaligen Landwirtschaftsminister habe mit seiner Empfehlung der Tierwohlabgabe das richtige Signal gesetzt.

Der Auftakt am Montag in Berlin jedenfalls hat dem frischgebackenen Kommissionsmitglied Zuversicht gegeben. Das habe schon mit der Wahl des Vorsitzenden angefangen. Prof. Dr. Peter Strohschneider sei als Literaturwissenschaftler völlig fachfremd. So sei auch keine Richtung für die Beratung vorgegeben.

„Er hat aber die Fähigkeit, sich in ein Thema gut einarbeiten zu können, und er ist ein sehr guter Moderator“, hat Fresen beobachtet. Gleich nachdem Kanzlerin und Ministerinnen das Gremium offiziell eingesetzt hatten, habe die Arbeit begonnen. Neun Monate hat die Kommission jetzt Zeit, bis sie Ministerin Julia Klöckner ihre Empfehlungen im Abschlussbericht vorlegen soll.

„Wir müssen die Rahmenbedingungen ändern“, ist Elisabeth Fresens Ansatz. Diesen Rahmen setzt zu einem guten Teil die EU. Deshalb passe es gut, dass in Brüssel gerade die Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) überdacht wird. Und für die Eitzer Bäuerin ist dabei noch passender, dass Agrarkommissar Phil Hogan in der 1. Säule der Förderungen nach der Gemeinsamen Agrarpolitik Leistungen für die Umwelt aufnehmen will. Brüssel nennt das „Eco-Schemes“.

„Bislang bekomme ich für meine Fläche pauschal Geld überwiesen, egal, was darauf passiert. Je größer die Fläche, je mehr Subvention. Das ist die 1. Säule.“ Bei den Brüsseler Eco-Schemes gehe es darum, dass auch hier die Förderung ökologisch sinnvoller Formen der Bewirtschaftung einziehen sollen.

Diese Pläne kommen den Ideen von Elisabeth Fresen schon sehr nahe. „Meine Rinder stehen das ganze Jahr auf der Weide“, gibt sie ein Beispiel von Stoffers Hoff in Eitze. Mit dem natürlichen Dung und dem Verbrauch der Pflanzen werde Artenvielfalt und naturschonende Nahrungsproduktion mit artgerechter Haltung gefördert. Das Fleisch von ihren Limousin- und Angus-Rindern vermarktet Fresen zudem in dem kleinen Hofladen, den sie vor ein paar Wochen eingerichtet hat. Direktvermarktung, so erklärt sie, sei eine Möglichkeit, die den Landwirten zu fairen Preisen verhelfen könne.

Gerne würde sie auf Stoffers Hoff auch Feldfrüchte anbauen, aber wegen der Dürre der letzten Jahre reduzierte sich der Ackerbau des Betriebs darauf, genügend Futter für die Rinder zu erzeugen.

Von Ronald Klee

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