Aller-Gastronomie: Bürgermeister reagiert in der Ratssitzung auf VAZ-Artikel / „Entscheidungen meist einstimmig“

„Auf geringes Mietangebot eingegangen“

Die neue Gastronomie im Allerpark sorgt für Diskussionsstoff. - Foto: Wienken

Verden - Die Verdener Aller-Zeitung macht es möglich: In einer Mitteilung im Stadtrat am Dienstag hat Bürgermeister Lutz Brockmann zum Schluss der Sitzung die Vorwürfe von Gastwirt und CDU-Ratsherr Sven Sottorff in Sachen Aller-Gastronomie vehement zurückgewiesen. Unsere Zeitung hatte darüber in der jüngsten Samstag-Ausgabe ausführlich berichtet.

Brockmann schilderte aus seiner Sicht die Entscheidungen und die Vergabe bei der Aller-Gastronomie. „Am 18. Juni berichtete die VAZ auf der Titelseite über folgende Aussage von Sven Sottorff: Er werde das Gefühl nicht los, dass auch parteipolitische Erwägungen mit im Spiel gewesen seien, die letztendlich verhindert hätten, dass er eine vernünftige Aller-Gastronomie habe aufbauen können“, sagte der Verwaltungschef zu Beginn.

Nachfolgende Fakten würden beweisen, dass dieser Eindruck nicht nachvollzogen werden könne. In den Jahren 2000 und 2005/2006 hätten die Ratsgremien laut Brockmann eine ortsfeste Gastronomie an der Aller diskutiert. Im Jahr 2000 sei dem Bau eines projektierten Aller-Cafés/Restaurants im Grundsatz zugestimmt worden. Einzelheiten des Standortes, der Gestaltung und des Betriebskonzeptes sollten zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen werden.

2005 hätten drei Bewerber ihre Projektideen im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt. „Die Errichtung eines massiven Baukörpers mit drei Ebenen zur Realisierung des gastronomischen Konzeptes von Herrn Sottorff direkt am Allerufer wurde am 31. Oktober 2006 einstimmig im Verwaltungsausschuss abgelehnt. Der wuchtige Neubau hätte das Stadtbild gestört und den Alleruferweg überbaut. Noch während des Verfahrens sprang der Investor ab“, so Brockmann.

Jetziger Betreiber akzeptiert Bedingungen

Im Integrierten Städtischen Entwicklungs- und Wachstumskonzept 2007 sei im Baustein Allerufer der Bau eines Allercafés und die Errichtung eines Biergartens als Ziel definiert worden. Einstimmig habe der Rat am 26. Januar 2010 den Rahmenplan Allerufer mit dem jetzt realisierten Allerpark beschlossen. Der Rahmenplan habe als städtebauliche Leitidee die Errichtung eines Allerparks mit mobiler Gastronomie formuliert und die Inwertsetzung vorhandener Gebäude vorgeschlagen, zum Beispiel durch eine gastronomische Nutzung im Alt-Gebäude der Stadtwerke. Ortsfeste Gastronomie könne darüber hinaus am neu geplanten Allerplatz in Höhe der heutigen Kaufhalle entstehen.

Den Bebauungsplan zum Allerpark habe der Rat am 5. Juli 2011 ebenfalls einstimmig beschlossen. Mit diesem Plan sei die gesamte ehemalige Parkplatzfläche zwischen Reeperbahn und Aller als öffentliche Parkanlage festgesetzt worden. Typische Nutzungen für einen am Wasser gelegenen städtischen Park, wie mobile und saisonabhängige gastronomische Angebote, seien gewollt. Gleichzeitig sei aber bewusst im Überschwemmungsgebiet kein Baugebiet oder keine Baufläche ausgewiesen worden.

Brockmann weiter: „Am 17. März 2015 hat der Rat dann ohne Gegenstimme die Anforderungen und das Vergabeverfahren für die mobile Aller-Gastronomie im Park beschlossen. Auf dieser Grundlage hat die Verwaltung die Vergabe des Nutzungsrechts für die Aller-Gastronomie im neuen Allerpark durchgeführt.“

Die von Sottorff vorgelegte Bewerbung habe nicht den formulierten Anforderungen entsprochen, er habe aber über Monate die Gelegenheit erhalten, seine Bewerbung an diese Anforderungen anzupassen. „Es fand zwischen den Beteiligten ein reger Austausch statt und es wurde eine realisierbare und akzeptable Lösung gefunden. Auch der Mietvertrag wurde nach Rückmeldung von Herrn Sottorff vom 8. Dezember 2015 überarbeitet und Herrn Sottorff am 26. Januar 2016 erneut übersandt; seitens der Stadt ist man auf das geringe Mietangebot von Herrn Sottorff eingegangen. Seine Absage vom 20. Februar 2016 kam daher überraschend und bedeutete für die Stadt die erneute Suche nach einem Betreiber und somit eine erneute Ausschreibung“, betonte der Bürgermeister.

Der jetzige Betreiber der Aller-Gastronomie akzeptiere die vom Rat beschlossenen Bedingungen und habe den Pachtvertrag unterschrieben. „Im Namen der Stadt Verden stelle ich für Rat und Stadtverwaltung fest, dass die Entscheidungen zur Gastronomie an der Aller fraktionsübergreifend meist einstimmig und ohne parteipolitische oder sachfremde Erwägungen erfolgt sind“, so Brockmann in der Ratssitzung abschließend. - koy

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Hobbykünstler-Ausstellung in der KGS Leeste

Hobbykünstler-Ausstellung in der KGS Leeste

Tausende Demonstranten in Simbabwe fordern Mugabes Rücktritt

Tausende Demonstranten in Simbabwe fordern Mugabes Rücktritt

Die Toten Hosen in der Bremer ÖVB-Arena

Die Toten Hosen in der Bremer ÖVB-Arena

Regierungspartei fordert Rücktritt Mugabes

Regierungspartei fordert Rücktritt Mugabes

Meistgelesene Artikel

„Hallo Verden“: Acht Stunden Vollgas vor und auf der Bühne

„Hallo Verden“: Acht Stunden Vollgas vor und auf der Bühne

Nur erfolgreiche Teilnehmer bei der Herbstprüfung

Nur erfolgreiche Teilnehmer bei der Herbstprüfung

„Moord-Kumplott“ in Thedinghausen auf der Bühne

„Moord-Kumplott“ in Thedinghausen auf der Bühne

Kabarettisten Blömer und Tillack überraschen mit Perspektivwechel und Körpereinsatz

Kabarettisten Blömer und Tillack überraschen mit Perspektivwechel und Körpereinsatz

Kommentare