„Auch sprachlich toleranter miteinander umgehen“

Frauenfrühstück mit Vortrag über die Macht der Worte

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Referentin Annette Martel (l.) mit Rosa Heimsoth, die das Frühstück mit einem Team federführend organisierte.

Verden - „Wie du mir – so ich dir!?- Reden in kritischen Situationen!“ Unter diesem Titel stand das überkonfessionelle Frauenfrühstück mit Vortrag, zu dem die Evangelisch-Freikirchliche-Gemeinde Verden in ihr Gemeindehaus in der Hohe Leuchte eingeladen hatte. Annette Martel, Referentin für Gemeinde- und Frauenarbeit, Bibliodramaleiterin, systemische Seelsorgerin und Beraterin, beleuchtete das Thema auch aus christlicher Sicht.

Worte haben eine große Kraft und sollten daher mit Bedacht gewählt werden. So die Quintessenz des Vortrages der Tostedterin. Martel beschrieb, welche Macht Worte haben können und welche Folgen sie haben können – im Positiven wie im Negativen.

Zum Einstieg in das Thema erzählte Martel den Frauen die Geschichte von einem Mann, der von einem tollwütigen Fuchs gebissen wurde. Er suchte einen Arzt auf und machte sich im Behandlungszimmer gleich daran, sich Stichpunkte auf einen Zettel zu notieren.

„Sie müssen keine To-do-Liste schreiben, da Tollwut heute sehr gut heilbar ist“, sagte der Arzt. Der Patient schüttelte lächelnd den Kopf. „Ich verfasse mitnichten mein Testament. Ich schreibe auf, wen ich noch alles beißen möchte.“

Für Martel zeigt diese kleine Episode die gewohnten Blickwinkel und Strukturen in der alltäglichen Kommunikation auf. „Störungen, Abwehrhandlungen und Fehlinterpretationen sind oft vorprogrammiert“, so die Referentin und verdeutlichte: „Was wir sagen, bewirkt etwas bei unserem Gegenüber, aber auch bei uns selbst.“

An einer Fülle von Beispielen wies sie auf, wie viele Verallgemeinerungen und Bewertungen wir sprachlich im Alltag verwenden. „Wie oft bezeichnen Sie etwas als zu groß oder zu klein, als zu dick oder zu dünn?“, wollte Martel wissen. Sie befragte die Anwesenden auch nach weiteren Verhaltensweisen und erklärte, warum es durch Aussagen wie „Das wusste ich doch gleich....“, „Das habe ich doch gleich gesagt“ oder „Du wirst es nie zu etwas bringen“ im zwischenmenschlichen Bereich zwangsläufig zu einer störenden Kommunikation kommen muss.

„Lassen Sie los, vergeben Sie, gehen Sie auch sprachlich toleranter miteinander um“, riet Martel, deren Vortrag großen Zuspruch fand. Es ging schließlich nicht nur darum, gemütlich zu frühstücken, sondern auch gemeinsam über Lebens- und Glaubensfragen nachzudenken und sich darüber auszutauschen.

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