Auftritt in Verdener Stadthalle

Atze muss im Herbst erst nach Verden

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„Bombenstimmung in der Hütte“: Azte Schröder testete in Verden sein neues Programm mit Erfolg.

Verden - Bevor Ruhrpott-Ikone Atze Schröder ab Herbst mit seinem neuen Programm „Turbo“ auf große Hallentournee geht, testet er es bei Gastspielen in der Provinz vor kleinerem Publikum. Was für ein Glück für die Fans, die so in den Genuss eines Auftritts des dauergewellenten, pilotenbebrillten Comedystars in der restlos ausverkauften Verdener Stadthalle kamen.

Atze Schröder gehört zu den Altmeistern des Comedy und steht seit 25 Jahren auf der Bühne. Dass er sein Handwerk noch versteht, hat er in Verden vor teils weitgereistem Publikum gezeigt. „Turbo“, so der Titel des prall mit Herrenwitzen und Wortspielen gespickten Programms in bewährter Atze-Manier. „Verden ist meine absolute Lieblingsstadt in Deutschland. Es ist pure Liebe. Ich sage, Verden ist das Monaco der Bundesrepublik. Im Oktober beginnt meine Tour, aber ich musste erst nach Verden“, sülzte Schröder gleich zu Beginn ins Mikro. Hunderte von Kehlen hatten die musikalische Ouvertüre mit Roland Kaisers Schlager „Manchmal möchte ich schon mit Dir“ mitgesungen. Frenetischer Applaus brandete daher schon vor den ersten Pointen auf. „Bombenstimmung in der Hütte. Dabei habe ich noch gar nichts gemacht“, konterte Schröder, nachdem der Beifall verebbt war.

Und dann drückte er auch schon auf die Tube, kasperte hin und kasperte her und ließ einen Tiefschlag nach dem anderen vom Stapel. Dabei hatte man im Vorfeld doch lesen können, dass er mehr politische Inhalte ins neue Programm aufnehmen wolle. Doch weit gefehlt. Schröder: „An unserer Kanzlerin interessiert mich mehr der Blazer. Wer wird nicht gerne morgens von einem Bläser geweckt?“ Gerne kokettierte der Comedian auch mit seinem Alter, was dem 51-Jährigen so manche Steilvorlagen für Gags lieferte. Etwa zum Thema Vorsorge und Urologie, die entsprechende Körperpostion, also den Allerwertesten in die Höhe gestreckt, inklusive. Bewegte er sich bereits dort stark am Rand des guten Geschmacks, ging er bei anderen Einlagen aber auch durchaus darüber hinaus. Prüderie ist eben keine seiner herausragenden Eigenschaften, sehr zur Freude des Publikums, das selbst die härtesten „Klopfer“ mit Johlen kommentierte.

„Konditionierung“ ist ein Thema

Gedanken hatte sich Schröder auch zum Thema „Konditionierung“ gemacht. Beispiel: „Weil wir als Kinder Flipper geschaut haben, finden wir Delphine schön und würden sie niemals essen“, sagte er und stimmte mit dem Publikum die Flipper-Erkennungsmeldodie an. „Aber jetzt stellen sie sich vor, damals hätte der Thunfisch Thorsten den lachenden Filmhelden gegeben. Dann gäbe es jetzt Delphin statt Thunfisch auf der Pizza.“

Für empfindsame Naturen grenzwertig waren Wortspiele über „Eskimos“ oder „Zigeuner“, seine Auslassungen über Sachbücher wie „Darm mit Charme“ und „Das geheime Leben der Bäume“ oder die Schilderung über die Limburger Veganerin, die das Glockenspiel von „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ verbieten lassen möchte. „Ausgerechnet in Limburg“, so Schröder, „wo man sich gerade von der Swinger-Badewanne des früheren Bischofs mit Platz für zwölf Messdiener erholt hat.“ Doch Schröder wäre nicht Schröder, würde er nicht selbst seiner geliebten Heimatregion Tritte verpassen. So bekamen die Fans ein klassisches Ruhrpott-Familienidyll am Halterner Silbersee samt Billigbier-trinkendem Tattoo-Vater und „Chantalle“-Tochter vors geistige Auge geführt. „Das ist sooo geil. Mein Bauch tut schon weh vor lauter Lachen“, freute sich ein männlicher Fan in Reihe acht. Am Schluss kam es, wie es kommen musste: donnernder Applaus und Standing Ovations für eine turbomäßige Comedyshow.

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