Asylbewerber im Landkreis

Netzwerk bis zur Integration

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Mediengruppe Kreiszeitung

Landkreis - Menschen aus 119 Staaten leben im Landkreis Verden. An der beeindruckenden Zahl ändert der Flüchtlingsstrom nicht viel, der den Landkreis erreicht. Mit denen, die auf der Suche nach Schutz und Asyl kommen, muss aber anders umgegangen werden, als etwa mit zugewanderten Arbeitskräften. Was für Aufnahme und Betreuung getan werden soll und was bereits getan wird, beschäftigte die Kreistagsmitglieder in einer Informationsveranstaltung.

Andrea Wessel stand am Dienstag im Kreistagssaal im Mittelpunkt. Bei der Sozialpädagogin des Caritasverbands für die Landkreise Verden und Heidekreis laufen viele Fäden zusammen. Vor allem, wenn es um die vielfältige Betreuung der Flüchtlinge geht, die von ehrenamtlichen Helfern überall im Kreisgebiet übernommen wurde. Einen Auftrag dazu hat Wessel von der Kreisverwaltung.

Mit Unterstützung des Kreistags hatte die Behörde seit Beginn des Flüchtlingsstroms die Ansicht vertreten, dass es mit der Aufnahme und Unterbringung nicht getan sei und man die teilweise traumatisierten Menschen betreut werden müssten. Frühzeitig hatte sich die Ansicht durchgesetzt, dass die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vorgesehenen Hilfen zur Integration der Asylbewerber zu spät und unzureichend sind.

Seitdem die Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr die ersten Menschen ins Kreisgebiet gespült hat, sind 582 im Landkreis angekommen und untergebracht worden. Die meisten von ihnen kamen anfangs aus Eritrea, viele auch aus Albanien, Marokko und dem Sudan. Mittlerweile sind die meisten Somalier oder aus dem Sudan, Montenegro oder Elfenbeinküste geflohen.

Inzwischen, so erfuhren die Abgeordneten, hat sich ein beachtliches Netzwerk entwickelt. Neben der ehrenamtlichen Hilfe sind viele Einrichtungen des Landkreises daran beteiligt. Für die Unterbringung sorgt die Behörde selbst und in Ottersberg und Oyten die Gemeinden. Die Ausstattung der Wohnungen hat das Möbellager der ALV übernommen. Die ersten Sprachkurse und die geförderten Integrationskurse bietet die Kreisvolkshochschule ebenso an, wie Fortbildungen für die Helfer zu Integrationslotsen und bald auch zu Asylbegleitern.

Wenn dann die Asylbewerber anerkannt sind und für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, soll künftig „Arbeit im Landkreis Verden“, das Jobcenter der ALV, die weitere Betreuung übernehmen, beraten, Praktika, Ausbildungsstellen und Fortbildungen vermitteln und so den Weg für den Arbeitsmarkt frei machen. Die Initiative zu dieser Zuordnung kommt von der Kreisverwaltung, und bislang haben sich Fachgremien des Kreistags, zuletzt der Jugendhilfeausschuss, dafür ausgesprochen. Die Zustimmung des Kreistags am Freitag, 10. Juli, zeichnet sich also ab.

kle

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