Arne von Brill setzt sich bei Wettbewerb in Bad Rothenfelde durch

Eindrucksvolle Lichtspiele fotografisch inszeniert

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Arne von Brills Bild der roten Flagge mit Signalcharakter (oben l.) überzeugte die Jury.

Verden/Bad Rothenfelde - Überregionale Meriten heimste der Verdener Fotograf Arne von Brill ein. Er setzte sich beim Wettbewerb zur international renommierten Kunstschau „Lichtsicht“ in Bad Rothenfelde bei Osnabrück unter mehr als 100 Teilnehmern durch und gehört zu den Preisträgern, deren Werke noch bis Mai mit einer Sonder-Ausstellung gewürdigt werden.

Arne von Brill hatte die Quelle seiner erfolgreichen Arbeit sorgfältig gewählt: Die im Zweijahresturnus abgehaltene „Projektions-Biennale“. Sie gilt als maßgebliches Forum internationaler Projektionskunst für Video- und Lichtgestaltung im öffentlichen Raum. Internationale Künstler wie der Amerikaner Robert Wilson und Ryoji Ikeda haben ihre Werke beigesteuert. Mit 51 Beamern verwandeln sie von Mitte September bis Anfang Februar die Wände des ehemaligen Gradierwerks im südniedersächsischen Kurort Bad Rothenfelde in ein Open-Air-Kunstmuseum.

Für den Kunstinteressierten Arne von Brill war das der Grund, sich kurz vor Weihnachten dort umzusehen. „Bei Vollmond und frühlingshaften Temperaturen, also traumhaften Bedingungen“, erinnert er sich an den Besuch, gemeinsam mit seiner im Kurort lebenden Schwester, die ebenfalls Fotografin ist. Klarer Fall, dass die beiden ihre Kameras im Gepäck hatten. „Auch wenn es vor allem darum ging, zu gucken, und das fantastische Gelände auf sich wirken zu lassen“, so der 46-Jährige.

Von Brill war begeistert: „Das waren nicht mal eben ein paar an die Wand geworfene Videofilmchen. Allein von der komplexen Technik her war es ein Wahnsinn. So etwas habe ich noch nie gesehen!“ Besonders angetan hatte dem Verdener eine Installation des Südafrikaners William Kentridge, die die Leidensgeschichte des der Menschen in seiner Heimat thematisiert. Nicht nur der Soundtrack blieb dem Musiker von Brill im Kopf, sondern auch scherenschnittartige Bilder einer Prozession und eine symbolträchtige rote Flagge. Eines davon sollte sich im Wettbewerb durchsetzen.

Von Brill nahm viele Eindrücke von Bad Rothenfelde mit nach Hause, aber auch einige Fotos, darunter eine handvoll, die auch den eigenen Ansprüchen genügten. „Viele waren es nicht. Es ging vor allem darum, in Ruhe zu gucken und Details zu entdecken, das erfordert genauso viel Zeit wie ein gutes Bild. Aber ein bisschen was wollte ich natürlich schon mit nach Hause nehmen.“

Als die ehrenamtlichen Organisatoren des Kunstspektakels einen Online-Fotowettbewerb auslobten und der Internet-affine Verdener gefragt wurde, ob er nicht einige Werke einreichen wolle, stellte er sich dem Online-Voting. Dabei ging es dem Autodidakten, der im Vorjahr lokal mit seiner Aktion „Verdener Gesichter“ für Furore gesorgt hatte, nicht um das ausgelobte Preisgeld für die ersten drei meist-gelikten Bilder, sondern vor allem um Feedback und Interaktion: „Wo steht man mit seinen Bildern, wie sehen das andere?“

Das ist gelungen: Während sich von Brill in der Online-Abstimmung, bei der es um die meisten Klicks der Facebook-User ging, nicht durchsetzen konnte, befand die Jury zwei seiner Bilder für sehenswert. Sie zieren jetzt mit 29 anderen Werken die Wände des Kurmittelhauses in Bad Rothenfelde, wo eine Vernissage die Ausstellung der Preisträger einläutete. Dort sind die Bilder noch bis Mai zu sehen, bevor sie für einen guten Zweck versteigert werden.

hey

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